Das Landgericht Bremen hat einen 45-jährigen Mann wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Landgericht Bremen Urteil sieht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten vor, wobei sechs Monate aufgrund der langen Verfahrensdauer erlassen werden. Die tatsächliche Haftzeit beträgt somit drei Jahre und vier Monate.

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Wie kontrollierte der Mann seine Familie?
Der Mann täuschte über Jahre hinweg schwere und teils ansteckende Krankheiten vor, vor denen sich seine Partnerin und deren zwei Töchter verstecken müssten. Er gab sich als Arzt aus, verabreichte ihnen Spritzen, unter anderem in den Kopf, und sperrte die schulpflichtigen Mädchen tagelang in ihren Zimmern ein. Diese Maßnahmen dienten dazu, die Familie zu isolieren und zu kontrollieren. (Lesen Sie auch: Quantenbatterie: Revolutionäre Energiespeicher in Sicht?)
Der Fall vor dem Landgericht Bremen
Der nun Verurteilte hatte zwischen 2013 und 2019 ein Lügengebäude errichtet, das seine Familie in Angst und Schrecken versetzte. Wie Stern berichtet, wohnte die Familie zuerst in Bremerhaven, später in Bremen. Die Vorsitzende Richterin schilderte detailliert, wie der Mann seine Machtposition missbrauchte, um die Familie zu manipulieren und zu quälen.
Das ist passiert
- Ein 45-jähriger Mann wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.
- Er täuschte schwere Krankheiten vor und isolierte seine Familie.
- Er gab sich als Arzt aus und verabreichte Spritzen.
- Die Mädchen wurden tagelang in ihren Zimmern eingesperrt.
Welche perfiden Methoden wandte der Täter an?
Um die Kinder zu isolieren, erzählte er einem der Mädchen, sie habe Würmer und müsse die gesamten Sommerferien im Zimmer verbringen. Die damals 15-Jährige durfte den Rest der Familie nicht sehen und sich nicht regelmäßig waschen. Der anderen Tochter wurde im Alter von zwölf Jahren gesagt, sie müsse sich wegen einer angeblich tödlichen Erkrankung eine Grabstelle aussuchen. Laut Gericht schilderte die Richterin, dass das Mädchen sogar eine Stelle mit einer Bank in der Nähe wählte, damit ihre Mutter dort sitzen könne. (Lesen Sie auch: Block Prozess: Richterin und Anwalt Geraten Aneinander)
Das Urteil und seine Konsequenzen
Das Landgericht Bremen fällte ein Urteil, das die jahrelange Quälerei ahndet. Obwohl das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und Revision möglich ist, sendet es ein deutliches Signal. Die lange Dauer des Strafverfahrens führte zu einem Vollstreckungsabschlag von sechs Monaten, wodurch sich die tatsächliche Haftzeit auf drei Jahre und vier Monate reduziert. Informationen zum Thema Strafrecht finden sich auf dem Bundesministerium der Justiz.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es besteht die Möglichkeit der Revision. (Lesen Sie auch: Virtuelle Vergewaltigung: Collien Fernandes zeigt Ex an)
Wie geht es nun weiter?
Die Familie des Mannes wird nun versuchen, das Erlebte zu verarbeiten und einen Neuanfang zu wagen. Der Fall zeigt auf erschreckende Weise, wie viel Leid ein Mensch anderen zufügen kann und welche psychischen Folgen solche Taten haben können. Unterstützung für Betroffene von Misshandlung und Gewalt bietet beispielsweise das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.

Der Fall vor dem Landgericht Bremen verdeutlicht, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und bei Verdacht auf Misshandlung oder Freiheitsberaubung nicht wegzusehen, sondern Hilfe zu suchen. Das Urteil mag zwar einen kleinen Trost darstellen, die seelischen Narben werden jedoch bleiben. (Lesen Sie auch: Seilbahn Unglück in der Schweiz – wie…)











