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Das Wichtigste in Kürze
- Wahltermin: Sonntag, 22. März 2026
- Wahlberechtigte: Rund 3,1 Millionen Menschen
- Spitzenkandidaten: Alexander Schweitzer (SPD), Gordon Schnieder (CDU), Jan Bollinger (AfD)
- Umfragen: CDU führt mit 29%, SPD bei 23%, AfD bei 19%
- Zugelassene Parteien: 12 Landeslisten
- Aktuelle Regierung: Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP
Die Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 könnte einen historischen Regierungswechsel bringen. Nach 35 Jahren SPD-Regierung sieht die CDU erstmals wieder eine realistische Chance auf die Staatskanzlei in Mainz. Ministerpräsident Alexander Schweitzer tritt zum ersten Mal als Spitzenkandidat an – sein Herausforderer Gordon Schnieder will die siebte Wahlniederlage in Folge verhindern.
Wann findet die Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 statt?
Die Wahl zum 19. Landtag findet am Sonntag, 22. März 2026 statt. Die Wahllokale öffnen um 8:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr. Briefwahl ist möglich – die Unterlagen können ab Februar bei der Gemeinde beantragt werden. Alle offiziellen Informationen veröffentlicht der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz.
Anders als bei früheren Wahlen findet die Abstimmung nicht am selben Tag wie in Baden-Württemberg statt. Unterschiedliche Ferientermine verhinderten eine Synchronisation der Termine. Baden-Württemberg wählt bereits am 8. März 2026.

Wer sind die Spitzenkandidaten?
Sechs Parteien haben prominente Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt. Das Duell an der Spitze bestreiten der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und Oppositionsführer Gordon Schnieder (CDU).
Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2026
| Partei | Spitzenkandidat | Funktion | Ergebnis Nominierung |
|---|---|---|---|
| SPD | Alexander Schweitzer | Ministerpräsident | 100% |
| CDU | Gordon Schnieder | Oppositionsführer | 99,5% |
| AfD | Jan Bollinger | Fraktionsvorsitzender | 71,3% |
| Grüne | Katrin Eder | Umweltministerin | 94,6% |
| FDP | Daniela Schmitt | Wirtschaftsministerin | k.A. |
| Freie Wähler | Joachim Streit | MdEP | k.A. |
Alexander Schweitzer (SPD) – Der neue Ministerpräsident
Alexander Schweitzer wurde am 10. Juli 2024 zum Ministerpräsidenten gewählt und löste Malu Dreyer ab, die nach elf Jahren aus privaten Gründen zurücktrat. Der 52-jährige Pfälzer wurde mit 100 Prozent zum SPD-Spitzenkandidaten gewählt. Die SPD wirbt unter dem Slogan „Aus Liebe zum Land“ und plant einen intensiven Haustürwahlkampf mit mindestens 100.000 Hausbesuchen.
Schweitzer setzt auf den Amtsbonus: Bei den letzten Landtagswahlen lag die SPD lange in Umfragen hinten und holte am Ende dennoch den Sieg.
Gordon Schnieder (CDU) – Der Herausforderer
Der 50-jährige Gordon Schnieder ist seit September 2024 Landesvorsitzender der CDU und Fraktionschef im Landtag. Seine Wahl zum Spitzenkandidaten mit 99,5 Prozent zeigt die Geschlossenheit der Partei. Schnieder stammt aus der Vulkaneifel und ist der jüngere Bruder von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Das Wahlkampfmotto der CDU lautet „Weil’s jetzt gilt“. Bundeskanzler Friedrich Merz unterstützt den Wahlkampf persönlich mit mehreren Auftritten in Rheinland-Pfalz.
Jan Bollinger (AfD) – Der rechte Herausforderer
Der 48-jährige Jan Bollinger ist Landesvorsitzender und Fraktionschef der AfD. Er wurde mit 71,3 Prozent gegen zwei Gegenkandidaten zum Spitzenkandidaten gewählt. Bollinger will „stärkste Kraft werden und den Ministerpräsidenten stellen“. Die AfD investiert 600.000 Euro in den Wahlkampf – Parteichefin Alice Weidel kommt zu mehreren Auftritten nach Rheinland-Pfalz.
Welche Parteien treten an?
Der Landeswahlausschuss hat zwölf Parteien zur Wahl zugelassen. Vier eingereichte Listen wurden abgelehnt, darunter die WerteUnion und die Basis.
Zugelassene Parteien zur Landtagswahl 2026
| Partei | Status | Ergebnis 2021 |
|---|---|---|
| SPD | Im Landtag / Regierung | 35,7% |
| CDU | Im Landtag / Opposition | 27,7% |
| Grüne | Im Landtag / Regierung | 9,3% |
| AfD | Im Landtag / Opposition | 8,3% |
| FDP | Im Landtag / Regierung | 5,5% |
| Freie Wähler | Parlamentarische Gruppe | 5,4% |
| Linke | Nicht im Landtag | 2,5% |
| ÖDP | Nicht im Landtag | 0,6% |
| Volt | Nicht im Landtag | 0,6% |
| Tierschutzpartei | Nicht im Landtag | 0,8% |
| BSW | Neu | – |
| Partei der Humanisten | Neu | – |
Nicht zugelassen: WerteUnion, Bündnis C, Team Freiheit, Die Basis. Quelle: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz

Was sagen die Umfragen zur Landtagswahl?
Die aktuellen Umfragen sehen die CDU vorn. Laut Infratest dimap liegt die Union bei 29 Prozent – sechs Punkte vor der SPD. Die aktuelle Ampelkoalition hätte keine Mehrheit mehr.
Umfragen zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz
| Partei | Infratest dimap (Okt. 2025) | INSA (Okt. 2025) | Ergebnis 2021 |
|---|---|---|---|
| CDU | 29% | 27% | 27,7% |
| SPD | 23% | 22% | 35,7% |
| AfD | 19% | 23% | 8,3% |
| Grüne | 10% | 9% | 9,3% |
| Linke | 6% | 6% | 2,5% |
| FDP | – | 4% | 5,5% |
| Freie Wähler | 4% | 3% | 5,4% |
| BSW | – | 4% | – |
Quellen: Infratest dimap (SWR), INSA (Stand: Oktober 2025)
Die Umfragen zeigen: BSW, FDP und Freie Wähler kämpfen um den Einzug in den Landtag. Die 5-Prozent-Hürde könnte mehrere Parteien scheitern lassen. Die Linke hingegen liegt überraschend bei 6 Prozent und hätte nach 2021 erstmals wieder eine Chance auf den Einzug.
Welche Koalitionen sind möglich?
Die aktuelle Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP hätte laut Umfragen keine Mehrheit mehr. Rechnerisch möglich wären:
- Schwarz-Rot (CDU + SPD): Klare Mehrheit mit 52% (Infratest)
- Schwarz-Grün (CDU + Grüne): Mit 39% knapp, eventuell mit Dritten
- Ampel (SPD + Grüne + FDP): Keine Mehrheit mehr
- Jamaika (CDU + Grüne + FDP): Abhängig vom FDP-Einzug
Alle Parteien schließen eine Koalition mit der AfD aus.
Wie wird in Rheinland-Pfalz gewählt?
Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Wahlkreisstimme (Erststimme) wird ein Direktkandidat gewählt. Die Landesstimme (Zweitstimme) entscheidet über die Sitzverteilung im Landtag nach Verhältniswahl.
Das Land ist in 52 Wahlkreise aufgeteilt. Parteien müssen mindestens 5 Prozent der Landesstimmen erreichen, um in den Landtag einzuziehen. Die Sitze werden nach dem Divisorverfahren Sainte-Laguë/Schepers verteilt.

Häufige Fragen zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026
Fazit: Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 wird spannend
Die Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 am 22. März könnte das Ende von 35 Jahren SPD-Regierung einläuten. Die CDU unter Gordon Schnieder liegt in Umfragen vorn, doch Ministerpräsident Alexander Schweitzer setzt auf den Amtsbonus und eine Aufholjagd wie 2021. Die AfD könnte ihr Ergebnis verdoppeln, während FDP, Freie Wähler und BSW um den Einzug bangen müssen.
In den kommenden Wochen dürfte der Wahlkampf an Fahrt aufnehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz und Parteichefin Alice Weidel werden in Rheinland-Pfalz erwartet – die Landtagswahl gilt auch als Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von rathausnachrichten.de verfasst. Quellen: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, Infratest dimap, INSA, SPD Rheinland-Pfalz, CDU Rheinland-Pfalz, AfD Rheinland-Pfalz (Stand: 21.01.2026).






