Dramatische Szenen in den Südtiroler Alpen: Eine gewaltige Lawine riss am Wochenende etwa zwei Dutzend Skifahrer in den Tod. Drei Menschen verloren ihr Leben, darunter ein Bergführer. Die Lawinensituation in den Alpen ist angespannt wie seit Jahren nicht mehr. Lawine Südtirol steht dabei im Mittelpunkt.

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| Event | Lawinenabgang in Südtirol |
| Tote | 3 |
| Verletzte | 4 (davon 3 Deutsche) |
| Datum | Samstag, gegen 11:40 Uhr |
| Ort | Hohe Ferse bei Ratschings, Südtirol |
| Schlüsselmomente | Erfassung von Skitourengehern durch Schneebrett, Bergung durch Rettungskräfte |
Lawine in Südtirol: Was ist passiert?
Eine rund 150 Meter breite und 800 Meter lange Lawine donnerte am Samstagvormittag in Südtirol zu Tal. Das Schneebrett löste sich in einem Steilhang nahe der Hohen Ferse bei Ratschings und riss etwa zwei Dutzend Skitourengeher mit sich. Während sich ein Teil der Gruppe selbst befreien konnte, wurden zehn Wintersportler von den Schneemassen teils metertief begraben. (Lesen Sie auch: Ratschings Lawine: Zwei Tote bei Lawinenunglück in…)
Die wichtigsten Fakten
- Drei Tote: Zwei Italiener und eine Italienerin
- Vier Verletzte, darunter drei Deutsche
- Lawine löste sich auf 2.450 Metern Höhe
- Über 60 Rettungskräfte im Einsatz
Die Bergung: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Die Rettungskräfte starteten umgehend eine großangelegte Suchaktion. Mehr als 60 Helfer, unterstützt von Hubschraubern, kämpften gegen die Uhr. Einige der Verschütteten trugen Lawinenpiepser, was die Ortung erleichterte. Für einen 62-jährigen Bergführer aus Südtirol und einen 56-jährigen Mann kam jedoch jede Hilfe zu spät. Eine 26-jährige Italienerin erlag am Tag darauf ihren Verletzungen im Krankenhaus. Wie Stern berichtet, wurden vier weitere Skifahrer, darunter drei Deutsche, teils schwer verletzt.
Lawinentote in Europa: Ein trauriger Rekordwinter
Der Winter 2025/26 hat sich in den europäischen Alpen zu einem der lawinenreichsten seit Langem entwickelt. Seit Anfang Oktober sind bereits mindestens 128 Menschen in den Bergen durch Lawinen ums Leben gekommen. Italien verzeichnet mit 35 Todesopfern die höchste Zahl, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer zu beklagen. Diese Zahlen stammen vom European Avalanche Warning Service (EAWS), einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. Der bisherige Rekordwinter war 2017/18. (Lesen Sie auch: Lawine Südtirol: Skifahrer unter Schneemassen Vermutet)
Lawinen entstehen, wenn eine Schneedecke instabil wird und sich von einem Hang löst. Faktoren wie Neuschnee, Temperaturänderungen, Wind und die Beschaffenheit des Untergrunds spielen dabei eine Rolle.
Klimawandel als Ursache? Experten sind alarmiert
Experten sehen im Klimawandel einen möglichen Faktor für die Zunahme von Lawinenunglücken. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster können die Stabilität der Schneedecke beeinträchtigen. Ob dies tatsächlich die Ursache für die aktuelle Häufung von Lawinenabgängen ist, bleibt jedoch Gegenstand weiterer Forschung. Die Gefahr von Lawinen ist in Österreich allgegenwärtig, der Lawinenwarndienst informiert laufend über die aktuelle Lage. (Lesen Sie auch: Lawinenunglück Südtirol: Suche nach Ursache der Tödlichen…)
Was bedeutet das für Wintersportler?
Die tragischen Ereignisse in Südtirol mahnen zur Vorsicht. Tourengeher und Skifahrer sollten sich vorab gründlich über die aktuelle Lawinensituation informieren und nur gesicherte Pisten befahren. Eine Notfallausrüstung mit Lawinenpiepser, Schaufel und Sonde sollte zur Standardausrüstung gehören. Informationen zur richtigen Ausrüstung und Verhalten im Notfall finden sich beispielsweise beim Deutschen Alpenverein.

Die Lawinenunglücke in den Alpen sind eine traurige Mahnung, die Gefahren des Wintersports nicht zu unterschätzen. Sorgfalt und Vorsicht sind unerlässlich, um sicher durch die Saison zu kommen. (Lesen Sie auch: Lawinenunglück Sulden: Zwei Tote in Südtirol Geborgen)










