Pfas Ostschweiz: Die Kantone fordern vom Bund ein entschiedeneres Vorgehen gegen die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) will eine stärkere Koordination, um die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung besser vor diesen Schadstoffen zu schützen.

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International
- PFAS sind langlebige Chemikalien, die sich in der Umwelt anreichern.
- Die Ostschweizer Kantone fordern eine nationale Strategie zur Reduktion von PFAS.
- Die ORK will, dass der Bund die notwendigen Massnahmen ergreift.
- PFAS können gesundheitsschädliche Auswirkungen haben.
Was sind PFAS und warum sind sie ein Problem?
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind synthetisch hergestellte Chemikalien, die in zahlreichen Produkten eingesetzt werden, von Kochgeschirr bis zu Textilien. Das Problem: Sie sind extrem langlebig, reichern sich in der Umwelt an und können ins Trinkwasser gelangen. Der Bund arbeitet an der Reduktion dieser Stoffe.
Die Forderung der Ostschweizer Kantone
Die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK), in der die Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Schaffhausen vertreten sind, hat sich nun mit einem dringenden Appell an den Bund gewandt. Sie fordern eine gesamtschweizerische Strategie zur Reduktion und Sanierung von PFAS-belasteten Gebieten. Laut einer Meldung von SRF, sehen die Kantone die Notwendigkeit für ein koordiniertes Vorgehen, da die Problematik nicht an Kantonsgrenzen haltmacht. (Lesen Sie auch: Pfas Milch: EU-Grenzwert in Appenzeller überschritten?)
Gesundheitliche Risiken durch PFAS
PFAS können sich im Körper anreichern und stehen im Verdacht, verschiedene gesundheitliche Probleme zu verursachen. Dazu gehören unter anderem Beeinträchtigungen des Immunsystems, erhöhte Cholesterinwerte und ein erhöhtes Krebsrisiko. Besonders besorgniserregend ist die mögliche Auswirkung auf Schwangere und Kinder.
Auch für Deutsche relevant: PFAS-Belastungen sind ein grenzüberschreitendes Problem. Flüsse wie der Rhein transportieren die Chemikalien über weite Strecken.
Wo kommen PFAS vor?
Die Einsatzgebiete von PFAS sind vielfältig. Sie finden sich in wasser- und schmutzabweisenden Textilien, Imprägniersprays, Feuerlöschschäumen, Lebensmittelverpackungen und vielen weiteren Produkten des täglichen Gebrauchs. Diese breite Anwendung macht es schwierig, die Quellen der Belastung zu identifizieren und zu kontrollieren. (Lesen Sie auch: Abstimmung Zivildienst: Was sich für Schweizer ändert)
Was unternimmt der Bund?
Der Bund hat die Problematik erkannt und arbeitet an verschiedenen Massnahmen zur Reduktion von PFAS. Dazu gehören die Überprüfung und Anpassung von Grenzwerten für PFAS im Trinkwasser sowie die Erarbeitung von Sanierungsstrategien für belastete Standorte. Allerdings fordern die Ostschweizer Kantone, dass diese Bemühungen intensiviert und besser koordiniert werden müssen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) informiert detailliert über PFAS.
Wie können sich Bürger schützen?
Obwohl die Problematik komplex ist, können Bürgerinnen und Bürger selbst Massnahmen ergreifen, um ihre Exposition gegenüber PFAS zu reduzieren. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf Produkte, die PFAS enthalten, wie etwa bestimmte Imprägniersprays oder beschichtete Kochutensilien. Auch der bewusste Konsum von Trinkwasser aus unbelasteten Quellen kann einen Beitrag leisten.
Häufig gestellte Fragen
Was genau sind per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS)?
PFAS sind eine Gruppe von menschengemachten Chemikalien, die in vielen Industrie- und Konsumprodukten verwendet werden. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und sehr stabil, was sie in der Umwelt persistent macht. (Lesen Sie auch: Impfpflicht Chur: Landwirte Wehren sich gegen neue…)

Wie gelangen PFAS in die Umwelt?
PFAS gelangen durch verschiedene Wege in die Umwelt, darunter die Herstellung und Verwendung von PFAS-haltigen Produkten, die unsachgemässe Entsorgung von Abfällen und die Verwendung von PFAS-haltigen Feuerlöschschäumen. Sie können sich im Boden, im Wasser und in der Luft verteilen.
Wo finde ich weitere Informationen zu PFAS in der Schweiz?
Weitere Informationen zu PFAS in der Schweiz finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und bei den kantonalen Umweltämtern. Auch Medienberichte, wie beispielsweise von SRF, bieten aktuelle Informationen.
Die Initiative der Ostschweizer Kantone unterstreicht die Dringlichkeit, mit der die PFAS-Problematik angegangen werden muss. Nur durch eine konzertierte Aktion von Bund, Kantonen und Bevölkerung kann es gelingen, die Umwelt und die Gesundheit der Menschen nachhaltig vor diesen Schadstoffen zu schützen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Bund die Forderungen der ORK ernst nimmt und entsprechende Massnahmen ergreift. (Lesen Sie auch: Abstimmung Zivildienstgesetz: Ist der Dienst zu Attraktiv?)









