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Reisepass beantragen 2026: Unterlagen, Kosten & Express-Pass

Reisepass beantragen – Alle Kosten, Fristen und die neue Passfoto-Regelung 2026 im Überblick. So sparst du Zeit beim Bürgeramt. Jetzt informieren →

Wer für den nächsten Urlaub außerhalb der Europäischen Union einen Reisepass beantragen möchte, muss im Jahr 2026 neue gesetzliche Vorgaben beachten. Seit der verbindlichen Umstellung am 1. Mai 2025 akzeptieren die deutschen Bürgerämter gemäß Bundesinnenministerium ausschließlich digitale, biometrische Passfotos, um Manipulationen vorzubeugen. Der Andrang auf die Termine in den Meldebehörden ist kurz vor den Sommerferien traditionell hoch, weshalb Reisende rechtzeitig planen müssen. Am heutigen 4. Juni 2026 verzeichnen Metropolen wie Berlin, Hamburg und München bereits Vorlaufzeiten von mehreren Wochen für einen regulären Termin.

Kurz zusammengefasst: Du musst deinen Reisepass beantragen, indem du persönlich beim Bürgeramt deines Hauptwohnsitzes erscheinst. Die Kosten liegen bei 70 Euro (ab 24 Jahren) oder 37,50 Euro (unter 24 Jahren). Die reguläre Bearbeitungsdauer durch die Bundesdruckerei beträgt aktuell vier bis sechs Wochen.
📋 Das Wichtigste in Kürze
  • Reguläre Kosten ab 24 Jahren: 70,00 € (Gültigkeit 10 Jahre)
  • Reguläre Kosten unter 24 Jahren: 37,50 € (Gültigkeit 6 Jahre)
  • Express-Zuschlag für eilige Fälle: 32,00 € (Fertigstellung in 3–4 Werktagen)
  • Bearbeitungsdauer im Standardverfahren: 4 bis 6 Wochen

Erforderliche Unterlagen für den Termin

Wenn Bürger einen neuen Reisepass beantragen, scheitert der Termin häufig an unvollständigen Dokumenten. Die Anforderungen sind bundesweit identisch. Du musst zwingend persönlich beim Amt erscheinen, da deine Fingerabdrücke direkt vor Ort gescannt werden. Eine Vertretung durch eine Vollmacht ist bei der Beantragung gesetzlich ausgeschlossen.

Folgende Dokumente musst du zum Termin mitbringen:

  • Bisheriges Ausweisdokument: Dein alter Reisepass, dein Personalausweis oder der Kinderreisepass.
  • Digitales biometrisches Passfoto: Seit Mai 2025 dürfen keine ausgedruckten Fotos mehr mitgebracht werden. Du kannst das Foto entweder direkt an einem Selbstbedienungsterminal im Bürgeramt erstellen (kostet meist 6 bis 10 Euro) oder bei einem zertifizierten Fotografen anfertigen lassen, der das Bild über eine sichere Cloud-Verbindung direkt an die Behörde übermittelt.
  • Personenstandsurkunde: Eine Geburtsurkunde oder Heiratsurkunde ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn du zum ersten Mal in dieser Gemeinde einen Ausweis beantragst oder sich dein Name (beispielsweise durch Heirat) geändert hat.
⚠️ Hinweis: Wenn dein alter Pass gestohlen wurde, musst du zusätzlich die Verlustanzeige der Polizei vorlegen. Hast du ihn lediglich verloren, nimmst du die Verlustmeldung direkt beim Bürgeramt vor.

Kosten und Gebühren im Überblick

Die Gebühren sind im Passgesetz (PassG) bundeseinheitlich geregelt. Es spielt also keine Rolle, ob du in München, Berlin oder in einer kleinen Gemeinde deinen Reisepass beantragen gehst – die Grundkosten bleiben identisch. Die Zahlung erfolgt direkt bei der Antragstellung, meist per Girocard (ehemals EC-Karte) oder bar.

Dokument / Leistung Personen unter 24 Jahren Personen ab 24 Jahren
Regulärer Reisepass (32 Seiten) 37,50 € 70,00 €
Gültigkeitsdauer 6 Jahre 10 Jahre
Aufpreis Express-Verfahren + 32,00 € + 32,00 €
Aufpreis 48 Seiten (Vielreisende) + 22,00 € + 22,00 €
Vorläufiger Reisepass (Notfall) 26,00 € 26,00 €

Für Geschäftsreisende oder Weltenbummler, die viele Visa-Stempel sammeln, lohnt sich der Pass mit 48 Seiten. Ist der Pass nämlich voll, verliert er seine Gültigkeit, auch wenn das Ablaufdatum noch nicht erreicht ist.

Dauer und Express-Reisepass

Die Produktion der Dokumente erfolgt zentral in der Bundesdruckerei in Berlin. Im regulären Verfahren dauert dies 2026 durchschnittlich vier bis sechs Wochen. Vor den Sommerferien kann sich diese Zeitspanne auf bis zu acht Wochen ausdehnen.

Als ich letztes Jahr kurz vor einem Flug nach Thailand feststellte, dass mein Dokument nur noch vier Monate gültig war (viele Länder in Asien verlangen sechs Monate Restgültigkeit), musste ich einen Express-Reisepass beantragen. Dieser Service kostet 32 Euro extra, garantiert aber die Lieferung an das zuständige Bürgeramt innerhalb von maximal vier Werktagen, sofern der Antrag bis 11:00 Uhr übermittelt wird.

Wenn selbst diese drei bis vier Tage zu lang sind, bleibt als letzter Ausweg der vorläufige Reisepass. Dieser wird direkt vor Ort im Bürgeramt ausgestellt und ausgedruckt. Er kostet 26 Euro und ist maximal ein Jahr gültig. Wichtig: Der vorläufige Pass wird nicht von allen Ländern anerkannt. Die USA akzeptieren ihn beispielsweise nicht für die visumfreie Einreise über das ESTA-Verfahren.

Schritt für Schritt: So läuft es beim Bürgeramt ab

Der bürokratische Prozess ist stark standardisiert. Wer gut vorbereitet ist, verbringt oft nicht mehr als zehn Minuten im Schalterraum.

  1. Termin vereinbaren: Buche frühzeitig online einen Termin. In Großstädten wie Köln, Frankfurt oder Berlin sind Termine oft wochenlang ausgebucht. Schau am besten morgens zwischen 7:00 und 8:00 Uhr ins Portal – dann werden häufig stornierte Termine für den gleichen Tag freigeschaltet.
  2. Identifikation: Am Schalter legst du dein altes Dokument vor. Der Sachbearbeiter prüft deine Identität.
  3. Foto-Übermittlung: Hast du das Foto am Terminal im Wartebereich gemacht, ruft der Mitarbeiter dieses digital über das System ab.
  4. Fingerabdrücke: Du musst den linken und rechten Zeigefinger auf einen Scanner legen. Diese Abdrücke werden ausschließlich auf dem Chip im Pass gespeichert, nicht in einer zentralen Datenbank.
  5. Unterschrift: Du unterschreibst digital auf einem Pad. Diese Unterschrift wird in den Pass gedruckt.
  6. Bezahlung: Die Gebühr wird direkt fällig. Nach vier bis sechs Wochen erhältst du eine Benachrichtigung (oft per E-Mail), dass dein Dokument zur Abholung bereitliegt.

Besonderheiten bei Kindern

Seit dem 1. Januar 2024 gibt es den klassischen rosafarbenen Kinderreisepass nicht mehr. Eltern, die für ihren Nachwuchs einen Reisepass beantragen, erhalten nun das gleiche bordeauxrote Dokument mit Chip wie Erwachsene. Der Unterschied: Er ist nur sechs Jahre gültig und kostet 37,50 Euro. Beide sorgeberechtigten Elternteile müssen dem Antrag zustimmen. Ist ein Elternteil beim Termin nicht anwesend, wird eine schriftliche Einverständniserklärung sowie dessen Ausweiskopie benötigt. Das Kind muss bei der Beantragung zwingend persönlich anwesend sein – unabhängig vom Alter.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert es, den deutschen Reisepass zu beantragen?

Die reine Beantragung vor Ort im Bürgeramt dauert meist nur 10 bis 15 Minuten. Die anschließende Produktion durch die Bundesdruckerei nimmt regulär vier bis sechs Wochen in Anspruch. Wer einen Express-Reisepass beantragen möchte, erhält das Dokument gegen einen Aufpreis von 32 Euro bereits nach drei bis vier Werktagen.

Was benötigt man, um den Reisepass zu beantragen?

Du benötigst zwingend dein altes Ausweisdokument (Personalausweis, bisheriger Reisepass oder Kinderreisepass) zur Identifikation. Zudem ist seit der Gesetzesänderung 2025 ein digitales, biometrisches Passfoto erforderlich, das entweder über einen zertifizierten Fotografen oder ein Terminal im Bürgeramt übermittelt wird. Ausgedruckte Fotos werden nicht mehr akzeptiert.

Wie viel kostet ein neuer Reisepass in Deutschland?

Die Kosten richten sich nach dem Alter des Antragstellers. Personen ab 24 Jahren zahlen 70,00 Euro für ein Dokument mit zehnjähriger Gültigkeit. Personen unter 24 Jahren zahlen 37,50 Euro, wobei der Pass dann sechs Jahre gültig ist. Der Express-Zuschlag beträgt altersunabhängig 32,00 Euro.

Kann ich den Reisepass online beantragen?

Nein, du kannst nicht vollständig online deinen Reisepass beantragen. Da bei der Antragstellung zwingend biometrische Daten wie deine Fingerabdrücke erfasst werden müssen und eine zweifelsfreie Identifikation nötig ist, ist das persönliche Erscheinen im Bürgeramt gesetzlich vorgeschrieben. Lediglich die Terminvereinbarung erfolgt digital.

Wo kann ich den Reisepass beantragen?

Zuständig ist grundsätzlich die Passbehörde beziehungsweise das Bürgeramt an deinem Hauptwohnsitz. Beantragst du das Dokument an einem anderen Ort (etwa am Nebenwohnsitz), wird ein Unzuständigkeitszuschlag fällig und die dortige Behörde muss erst die Ermächtigung deines Hauptwohnsitzes einholen, was den Prozess deutlich verzögert.

Fazit

Reisepass beantragen – Das Verfahren ist bundesweit einheitlich geregelt und kostet für Erwachsene 70 Euro. Die neue Pflicht zu digitalen Passfotos seit Mai 2025 macht den Prozess sicherer, erfordert aber eine genaue Vorbereitung. Prüfe die Gültigkeit deines Dokuments bereits bei der Reisebuchung, um den teuren Express-Zuschlag von 32 Euro zu vermeiden.
Maik Möhring
Autor dieses Beitrags

Chefredakteur & Gründer

Maik Möhring ist Gründer und Chefredakteur von Rathausnachrichten.de. Mit langjähriger Erfahrung in Lokaljournalismus und digitalen Medien berichtet er über kommunale Politik, Stadtentwicklung und gesellschaftliche Themen.

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