Lesezeit: 8 Minuten | Stand: 12.02.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Datum 2026: Donnerstag, 12. Februar 2026 – genau 52 Tage vor Ostersonntag (rechner.club)
- Bedeutung: Der Name leitet sich vom alemannischen „Schmotz“ (Fett) ab – am Donnerstag vor der Fastenzeit wurde geschlachtet und fettiges Gebäck zubereitet (Wikipedia)
- Regionale Namen: Weiberfastnacht (Rheinland), Schmotziger Donnerstag (Schwaben), Fettdonnerstag (Aachen), Unsinniger Donnerstag (Bayern/Tirol), Gumpiger Donnerstag
- Kein gesetzlicher Feiertag: Trotzdem schließen in den Karnevalshochburgen viele Geschäfte und Büros ab mittags
- Höhepunkt: Der Rosenmontag am 16. Februar 2026 bildet den krönenden Abschluss des Straßenkarnevals
Der Schmutzige Donnerstag 2026 fällt auf den 12. Februar und läutet in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz die heißeste Phase der fünften Jahreszeit ein. Ob Köln, Düsseldorf, Mainz oder Luzern – an diesem Tag verwandeln sich Innenstädte in ein buntes Meer aus Kostümen, Musik und ausgelassener Feierlaune. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff, und welche Bräuche machen diesen Tag so besonders?
Der Straßenkarneval beginnt in diesem Jahr am 12. Februar mit der Weiberfastnacht und endet am Aschermittwoch nach dem großen Rosenmontagszug am 18. Februar 2026. Dazwischen liegen sechs Tage voller Umzüge, Sitzungen und Straßenfeste.
Woher kommt der Name „Schmutziger Donnerstag“?
Der Begriff „schmutzig“ hat nichts mit Dreck zu tun. In den alemannischen Dialekten bedeutet „Schmotz“ oder „Schmutz“ schlicht Fett. Der Name erinnert an eine jahrhundertealte Tradition: Da der Donnerstag in der katholischen Liturgie der übliche Schlacht- und Backtag war, wurden am letzten Donnerstag vor der 40-tägigen Fastenzeit noch einmal üppige, fettreiche Speisen zubereitet. Fastnachtsküchle, Krapfen und Berliner – all diese in Fett ausgebackenen Leckereien gehören laut Wikipedia seit dem Hochmittelalter zum festen Brauchtumsgebäck dieser Tage.

Da vor Beginn der Fastenzeit alle verderblichen Lebensmittel wie Eier, Milch, Zucker, Fett und Fleisch verbraucht werden mussten, wurde am Schmutzigen Donnerstag ein letztes Mal kräftig geschlemmt. Der Kulturanthropologe Werner Mezger von der Universität Freiburg erklärt den Zusammenhang zwischen Schlachttag und Namensgebung: Der Donnerstag war der Tag, an dem noch einmal gebacken und geschlachtet wurde – daher die Bezeichnung schmutzig, fett oder schmotziger Donnerstag.
Alle Termine der Karnevalssession 2026
| Tag | Datum | Bezeichnung |
|---|---|---|
| Donnerstag | 12. Februar 2026 | Weiberfastnacht / Schmutziger Donnerstag |
| Freitag | 13. Februar 2026 | Karnevalsfreitag (Rußiger Freitag) |
| Samstag | 14. Februar 2026 | Nelkensamstag / Valentinstag |
| Sonntag | 15. Februar 2026 | Tulpensonntag (Schull- un Veedelszöch in Köln) |
| Montag | 16. Februar 2026 | Rosenmontag |
| Dienstag | 17. Februar 2026 | Veilchendienstag (Fastnachtsdienstag) |
| Mittwoch | 18. Februar 2026 | Aschermittwoch (Ende des Karnevals) |
Quelle: Zusammenstellung nach offiziellen Angaben der Stadt Köln, Stand 12.02.2026
Schmutziger Donnerstag und Weiberfastnacht – regionale Unterschiede
Je nach Region trägt der Donnerstag vor Aschermittwoch ganz unterschiedliche Namen – und wird mit eigenen Traditionen gefeiert. Während im Rheinland die Weiberfastnacht als Startschuss für den Straßenkarneval gilt, markiert der Schmotzige Donnerstag in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht den Beginn der eigentlichen Fastnachtszeit.
Rheinland: Weiberfastnacht, Wieverfastelovend (Köln), Schwerdonnerstag (Koblenz)
Schwaben / Alemannisch: Schmotziger Donnerstag, Gumpiger Donnerstag, Glombiger Doschdig
Bayern / Tirol: Unsinniger Donnerstag, Lumpiger Donnerstag
Aachen / Saarland: Fettdonnerstag, Fetter Donnerstag
Schweiz: Schmutzige Donschtig, Feischte Dunschtig
Die Vielfalt der Bezeichnungen spiegelt die regionalen Eigenheiten wider: Am Hochrhein und im Südschwarzwald spricht man von den „Faißen“ – abgeleitet von „feiß“ für fett. In Konstanz werden die Bewohner laut Wikipedia ab 6:00 Uhr morgens durch laute Trommler und Fanfarenzüge geweckt. In der Schweiz beginnt mit dem Schmutzige Donnschtig die Fasnacht – besonders eindrucksvoll in Luzern, wo laut der Stadt Luzern um 5:00 Uhr morgens der sogenannte „Urknall“ auf dem Kapellplatz die Fasnacht eröffnet und über 50 Guggenmusigen die Altstadt zum Beben bringen.

Die wichtigsten Bräuche am Schmutzigen Donnerstag
Krawattenabschneiden – Tradition mit Vorsicht
Der wohl bekannteste Brauch der Weiberfastnacht: Frauen schneiden Männern die Krawatten ab und entschädigen sie mit einem Küsschen auf die Wange. Dieser Brauch symbolisiert die Aufhebung der gesellschaftlichen Hierarchie – die Krawatte als Machtsymbol wird gekappt. Viele Männer gehen an diesem Tag bewusst nur mit alten Krawatten aus dem Haus. Rechtlich betrachtet handelt es sich allerdings um eine Sachbeschädigung – wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vorher fragen.
Rathausstürmung – Frauen übernehmen die Macht
In zahlreichen Städten und Gemeinden stürmen Frauen an Weiberfastnacht die Rathäuser und übernehmen symbolisch das Regiment. Diese Tradition geht auf das Jahr 1824 zurück, als die Beueler Wäscherinnen in Bonn das „Alte Damenkomitee“ gründeten, um am bis dahin rein männlich dominierten Karneval teilzunehmen. Die erste offizielle Rathausstürmung in Beuel fand laut ferienwiki.de dann 1957 statt – ein Brauch, der sich seitdem über ganz Deutschland verbreitet hat. Im gesamten Rheinland gilt Weiberfastnacht als inoffizieller Feiertag, an den meisten Arbeitsplätzen wird ab mittags nicht mehr gearbeitet.
Krapfen, Berliner und Fastnachtsküchle
Das traditionelle Gebäck des Schmutzigen Donnerstags ist süß, reichhaltig und in Fett gebacken. Krapfen (in manchen Regionen als Berliner, Fastnachtsküchle oder Pfannkuchen bekannt), Mutzen, Quarkbällchen und Dampfnudeln gehören zum festen Repertoire der Fastnachtsküche. Die Tradition, am Donnerstag vor der Fastenzeit fettreiche Speisen zu genießen, reicht bis ins Hochmittelalter zurück.
Karneval 2026 in den großen Hochburgen
Die drei großen Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz feiern 2026 unter eigenen Mottos. In Köln lautet das Sessionsmotto laut dem Festkomitee Kölner Karneval „ALAAF – Mer dun et för Kölle!“ und stellt das ehrenamtliche Engagement der rund 30.000 organisierten Karnevalisten und aller anderen freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt. In Düsseldorf feiert man unter dem Motto „Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!“ als Zeichen für Vielfalt.
Der Kölner Rosenmontagszug am 16. Februar 2026 startet um 10:00 Uhr am Chlodwigplatz und führt auf einer 8,5 Kilometer langen Strecke durch die Innenstadt. Laut KölnTourismus verteilen rund 12.000 Teilnehmer dabei etwa 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 Blumensträuße. In Düsseldorf beginnt der Rosenmontagszug um 12:22 Uhr, in Mainz traditionell um 11:11 Uhr.
In Köln, Bonn und Aachen ruft man „Alaaf“ – abgeleitet vom mittelalterlichen Trinkspruch „All ab“, was sinngemäß „Köln über alles“ bedeutet. In Düsseldorf und Mainz hingegen ist „Helau“ der richtige Narrenruf. Ein in Köln gerufenes „Helau“ gilt bei vielen Jecken als unverzeihlicher Fauxpas.

Video: So feiert Deutschland Karneval
Ein visueller Einblick in die deutschen Karnevalstraditionen – vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Rosenmontag:
Ist der Schmutzige Donnerstag ein Feiertag?
Nein, der Schmutzige Donnerstag ist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Es besteht keine Verpflichtung für Arbeitgeber, ihren Angestellten freizugeben. Trotzdem ist er in den Karnevalshochburgen faktisch ein halber Feiertag: Viele Geschäfte, Behörden und Betriebe schließen ab mittags. An zahlreichen Schulen fällt der Unterricht aus – oft werden bewegliche Ferientage eingesetzt, um Schülern am Rosenmontag freizugeben.
Schmutziger Donnerstag in der Schweiz – Luzerner Fasnacht
Einen besonderen Stellenwert hat der Schmutzige Donnerstag in der Schweizer Stadt Luzern. Hier beginnt die Fasnacht mit dem legendären „Urknall“ um 5:00 Uhr morgens am Kapellplatz. Laut der Stadt Luzern scheint das Stadtzentrum dann förmlich zu beben, wenn über 50 Guggenmusigen von allen Seiten in die Altstadt einmarschieren. Um 14:00 Uhr folgt der traditionelle Fritschi-Umzug. Die Luzerner Fasnacht dauert bis zum Güdisdienstag (17. Februar 2026) und endet am Aschermittwoch.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Schmutzigen Donnerstag
Wann ist Schmutziger Donnerstag 2026?
Der Schmutzige Donnerstag 2026 fällt auf Donnerstag, den 12. Februar 2026. Das Datum hängt vom Ostersonntag ab – der Schmutzige Donnerstag liegt immer genau 52 Tage davor.
Warum heißt es Schmutziger Donnerstag?
Der Name stammt vom alemannischen Wort „Schmotz“ für Fett. Am Donnerstag vor Aschermittwoch wurde traditionell geschlachtet und fettiges Gebäck wie Krapfen, Berliner und Fastnachtsküchle zubereitet – als letzte üppige Mahlzeit vor der 40-tägigen Fastenzeit.
Ist Schmutziger Donnerstag ein Feiertag?
Nein, der Schmutzige Donnerstag ist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. In vielen Karnevalshochburgen wird ab mittags allerdings nicht mehr gearbeitet, Schulen haben oft frei und Geschäfte schließen früher.
Was ist der Unterschied zwischen Schmutzigem Donnerstag und Weiberfastnacht?
Es handelt sich um denselben Tag – den Donnerstag vor Aschermittwoch. „Weiberfastnacht“ ist die im Rheinland gebräuchliche Bezeichnung, „Schmutziger Donnerstag“ wird im schwäbisch-alemannischen Raum sowie in der Schweiz verwendet. Weitere Varianten sind Fettdonnerstag (Aachen), Unsinniger Donnerstag (Bayern) und Gumpiger Donnerstag (Schwaben).
Warum schneiden Frauen an Weiberfastnacht Krawatten ab?
Das Krawattenabschneiden symbolisiert die Aufhebung der gesellschaftlichen Hierarchie. Die Krawatte als Machtsymbol wird gekappt, und die Frauen übernehmen für einen Tag das Regiment. Der Brauch geht auf die Tradition der „verkehrten Welt“ im Karneval zurück und wird im Rheinland besonders intensiv gepflegt.
Wann ist der nächste Schmutzige Donnerstag nach 2026?
Der Schmutzige Donnerstag 2027 fällt auf den 4. Februar 2027. Im Jahr 2028 ist er am 24. Februar und 2029 am 8. Februar. Das Datum verschiebt sich jährlich, da es vom Osterdatum abhängt.
Fazit: Der Schmutzige Donnerstag 2026 als Start in die tollen Tage
Der Schmutzige Donnerstag 2026 am 12. Februar ist der Startschuss für sechs Tage voller Karnevalstrubel – von der Rathausstürmung am Donnerstagmorgen bis zur Nubbelverbrennung am Veilchendienstag. Ob als Weiberfastnacht im Rheinland, als Schmotziger Donnerstag in Schwaben oder als Urknall in Luzern: Dieser Tag vereint Millionen Menschen in der Freude am Verkleiden, Feiern und Fett-Essen vor der Fastenzeit. Wer die großen Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf und Mainz verfolgen möchte, findet bei uns alle Termine und Zugwege im Überblick.
Über den Autor
Maik | Redakteur für Kultur & Gesellschaft
Maik berichtet seit über 10 Jahren als freier Journalist über deutsches Brauchtum, regionale Traditionen und gesellschaftliche Entwicklungen. Er begleitet die Karnevalssaison jährlich vor Ort in den Hochburgen des Rheinlands.
Letzte Aktualisierung: 12.02.2026






