Die Siemens Prognose fällt optimistischer aus: Trotz eines nominell gesunkenen Gewinns, der auf Sondereffekte zurückzuführen ist, hat der Technologiekonzern seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Grund dafür ist unter anderem eine deutliche Erholung in einer zuvor schwächelnden Sparte.

Die wichtigsten Fakten
- Siemens hebt die Prognose für das Gesamtjahr an.
- Der Gewinn sank nominell aufgrund von Sondereffekten.
- Eine zuvor schwächelnde Sparte verzeichnet deutliche Erholung.
- Auftragseingang übertrifft die Erwartungen.
| Unternehmen: | Siemens AG |
|---|---|
| Umsatz: | 18,4 Mrd. Euro (Q1 2024) |
| Gewinn/Verlust: | 1,6 Mrd. Euro (Q1 2024) |
| Mitarbeiterzahl: | ca. 320.000 weltweit |
| Branche: | Technologie, Industrie |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz leicht gestiegen, Gewinn gesunken (bereinigt gestiegen) |
Wie erklärt sich die angehobene Siemens Prognose trotz Gewinnrückgang?
Obwohl der ausgewiesene Gewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahres sank, resultiert dieser Rückgang hauptsächlich aus Sondereffekten, wie beispielsweise dem Verkauf von Geschäftsbereichen. Bereinigt um diese Effekte konnte Siemens seinen Gewinn steigern. Zudem verzeichnete der Konzern einen unerwartet hohen Auftragseingang, der die Basis für eine optimistischere Prognose bildet. Wie Wiwo.de berichtet, trugen insbesondere die Bereiche Automatisierung und Digitalisierung zur positiven Entwicklung bei.
Details zum ersten Quartal: Auftragseingang und Spartenperformance
Der Auftragseingang von Siemens übertraf im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich. Besonders stark präsentierten sich die Geschäfte mit Automatisierungstechnik und Softwarelösungen für die Industrie. In der Vergangenheit hatte vor allem die Sparte mit der Bahntechnik zu kämpfen, doch auch hier zeichnet sich nun eine deutliche Erholung ab. Siemens profitiert von der weltweit steigenden Nachfrage nach Automatisierungslösungen und der zunehmenden Digitalisierung von Industrieprozessen. Die Investitionen in diese Bereiche zahlen sich aus und tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei.
Siemens steigerte den Auftragseingang im ersten Quartal um 12 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz legte um 8 % zu. Besonders stark wuchs das Geschäft in China und den USA. (Lesen Sie auch: Siemens Energy Zukunft: KI Treibt Energiewende Voran)
Historischer Vergleich: Siemens im Wandel der Zeit
Die aktuelle Entwicklung von Siemens steht im Kontext eines tiefgreifenden Wandels, den der Konzern in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat. Vom breit aufgestellten Mischkonzern hat sich Siemens zu einem fokussierten Technologieunternehmen entwickelt, das sich auf die Bereiche Automatisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung konzentriert. Dieser strategische Wandel, der unter anderem den Verkauf der Mobilfunksparte und die Fokussierung auf industrielle Software beinhaltete, hat Siemens widerstandsfähiger gegenüber konjunkturellen Schwankungen gemacht und die Basis für nachhaltiges Wachstum gelegt. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Siemens immer wieder in der Lage war, sich neu zu erfinden und an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Was bedeutet das für Verbraucher/Arbeitnehmer/die Branche?
Die positive Entwicklung von Siemens hat unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Gruppen. Für Verbraucher bedeutet sie, dass innovative Technologien und Lösungen in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung verfügbar werden, die das Leben einfacher und effizienter machen können. Für Arbeitnehmer schafft Siemens Arbeitsplätze und bietet Perspektiven in zukunftsträchtigen Branchen. Für die Branche insgesamt bedeutet die Stärke von Siemens, dass Deutschland als Technologiestandort gestärkt wird und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie gefördert wird. Kritiker bemängeln jedoch, dass der Fokus auf Automatisierung auch Arbeitsplätze kosten könnte, insbesondere in weniger qualifizierten Bereichen. Befürworter argumentieren hingegen, dass die Automatisierung neue, höherwertige Arbeitsplätze schafft und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sichert.
Expertenmeinung: Einschätzung zur Siemens Prognose
„Die angehobene Prognose von Siemens ist ein positives Signal für die deutsche Wirtschaft“, sagt Dr. Klaus Müller, Wirtschaftsexperte des Ifo Instituts. „Sie zeigt, dass deutsche Unternehmen in der Lage sind, sich erfolgreich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Die Fokussierung auf innovative Technologien und die konsequente Digitalisierung sind der richtige Weg, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“ Allerdings warnt Müller vor zu großem Optimismus: „Die konjunkturellen Risiken sind nach wie vor hoch. Die weltwirtschaftliche Lage ist angespannt, und die geopolitischen Unsicherheiten nehmen zu.“ Es bleibt abzuwarten, ob Siemens seine positive Entwicklung auch in einem schwierigeren Umfeld fortsetzen kann.
Siemens wurde 1847 von Werner von Siemens gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Das Unternehmen ist in rund 200 Ländern vertreten und gehört zu den größten Technologiekonzernen der Welt. (Lesen Sie auch: Siemens Industrielle KI: Kann Roland Busch Liefern?)
Internationale Einordnung: Wie steht Siemens im Vergleich da?
Im internationalen Vergleich steht Siemens gut da. Der Konzern ist einer der führenden Anbieter von Automatisierungstechnik, Softwarelösungen und Energietechnik. Im Wettbewerb mit Unternehmen wie ABB aus der Schweiz oder General Electric aus den USA kann sich Siemens behaupten. Allerdings ist der Wettbewerb intensiv, und die Unternehmen müssen ständig in Innovationen investieren, um ihre Position zu halten. Die deutsche Industrie insgesamt steht vor der Herausforderung, die Digitalisierung voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Stärke von Siemens ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Standorts Deutschland.
Das Handelsblatt berichtet über die Strategie von Siemens-Chef Roland Busch, das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen.
Welche Risiken bestehen trotz der positiven Aussichten?
Trotz der angehobenen Prognose gibt es auch Risiken für Siemens. Die weltwirtschaftliche Lage ist angespannt, und die geopolitischen Unsicherheiten nehmen zu. Ein Handelskrieg zwischen den USA und China oder eine Eskalation des Konflikts in der Ukraine könnten die Geschäfte von Siemens beeinträchtigen. Zudem besteht das Risiko, dass die Nachfrage nach Automatisierungstechnik und Softwarelösungen nachlässt, wenn sich die Konjunktur abschwächt. Siemens muss sich diesen Risiken stellen und seine Strategie entsprechend anpassen. Ein weiterer Faktor ist der Fachkräftemangel, der die Innovationskraft und das Wachstum des Unternehmens bremsen könnte. Siemens investiert daher verstärkt in die Ausbildung und Weiterbildung seiner Mitarbeiter.
Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) informiert über den aktuellen Fachkräftemangel in Deutschland.
Die Abhängigkeit von globalen Lieferketten stellt ebenfalls ein Risiko dar. Unterbrechungen in den Lieferketten, beispielsweise durch Naturkatastrophen oder politische Konflikte, könnten die Produktion von Siemens beeinträchtigen. Der Konzern arbeitet daher an der Diversifizierung seiner Lieferanten und der Stärkung seiner regionalen Produktionsstandorte.
Der BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) setzt sich für resiliente Lieferketten ein.
Ursprünglich berichtet von: Wiwo.de (Lesen Sie auch: BASF Aktie: Aufwind für den Chemie-Riesen –…)
Häufig gestellte Fragen
Warum hat Siemens seine Prognose angehoben?
Siemens hat seine Prognose aufgrund eines starken ersten Quartals mit hohem Auftragseingang und einer Erholung in zuvor schwächelnden Sparten angehoben. Sondereffekte hatten den Gewinn nominell geschmälert, aber bereinigt konnte Siemens zulegen.
Welche Bereiche trugen besonders zum positiven Ergebnis bei?
Besonders stark präsentierten sich die Geschäfte mit Automatisierungstechnik und Softwarelösungen für die Industrie. Auch die Bahntechniksparte zeigte Anzeichen einer Erholung nach zuvor schwierigen Zeiten. (Lesen Sie auch: Swisscom Gewinnrückgang: Vodafone-Deal Belastet das Ergebnis)
Welche Risiken sieht Siemens trotz der optimistischen Prognose?
Siemens sieht Risiken in der angespannten weltwirtschaftlichen Lage, geopolitischen Unsicherheiten, möglichen Nachfragerückgängen und dem Fachkräftemangel. Auch Unterbrechungen in den globalen Lieferketten könnten die Geschäfte beeinträchtigen.
Wie steht Siemens im internationalen Vergleich da?
Siemens ist im internationalen Vergleich gut positioniert und gehört zu den führenden Anbietern von Automatisierungstechnik, Softwarelösungen und Energietechnik. Das Unternehmen konkurriert mit anderen globalen Konzernen wie ABB und General Electric.
Welche strategischen Veränderungen hat Siemens in den letzten Jahren durchlaufen?
Siemens hat sich von einem breit aufgestellten Mischkonzern zu einem fokussierten Technologieunternehmen entwickelt. Die Fokussierung liegt auf den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung.
Die angehobene Siemens Prognose spiegelt die erfolgreiche Transformation des Unternehmens wider. Der Fokus auf Automatisierung, Digitalisierung und Elektrifizierung zahlt sich aus. Trotz bestehender Risiken blickt Siemens optimistisch in die Zukunft und will seine Position als einer der weltweit führenden Technologiekonzerne weiter ausbauen. Die Entwicklung des Unternehmens wird weiterhin genau beobachtet, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.












