Der SNCF Eleganz Leitfaden, eine interne Broschüre der französischen Staatsbahn SNCF, sorgte kürzlich für heftige Kritik und einen handfesten Gewerkschaftsstreit. Der Grund: Die Broschüre enthielt fragwürdige Tipps zu Make-up und Kleiderwahl, abgestimmt auf den jeweiligen Figurtyp der Mitarbeiter. Nach der Veröffentlichung zog die SNCF den Leitfaden umgehend zurück.

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- SNCF zieht Eleganz-Leitfaden nach Kritik zurück – Was war der Inhalt?
- Wie sah der umstrittene SNCF Eleganz-Leitfaden im Detail aus?
- Gewerkschaften kritisieren „TGV Eleganz-Leitfaden“ scharf
- SNCF entschuldigt sich und zieht Konsequenzen
- Welche Rolle spielte die interne Kommunikation der SNCF?
- Auswirkungen auf das Image der SNCF
SNCF zieht Eleganz-Leitfaden nach Kritik zurück – Was war der Inhalt?
Der umstrittene SNCF Eleganz-Leitfaden enthielt detaillierte Anweisungen zur optimalen Kleiderwahl und zum Make-up, abgestimmt auf verschiedene Körpertypen. Ziel war es, die „Élégance à la Française“ zu verkörpern, insbesondere bei Mitarbeitern im TGV-Fernverkehr ohne Uniform. Die Gewerkschaften kritisierten den Leitfaden scharf und warfen der SNCF Sexismus und Diskriminierung vor.
Wie sah der umstrittene SNCF Eleganz-Leitfaden im Detail aus?
Der 40-seitige Leitfaden enthielt detaillierte Anweisungen zur idealen Kleiderwahl je nach Körperform. So wurde beispielsweise Frauen mit einer dreieckigen Figur empfohlen, „enge Röcke und voluminöse Taschen an den Hüften“ zu vermeiden. Stattdessen sollten sie „ein helles oder farbiges Oberteil, eine strukturierte Jacke, Schulterpolster oder einen breiten Kragen“ tragen, um die Silhouette im Oberkörperbereich auszugleichen, wie der Sender BFMTV berichtete. Männern mit einer eher rundlichen Figur wurde geraten, „dunkle Oberteile“ und „Jacken, die die Hüften bedecken“ zu wählen, um „die Silhouette zu verlängern und optisch zu verschlanken“. Diese Empfehlungen stießen auf breite Ablehnung und wurden als diskriminierend empfunden. (Lesen Sie auch: SNCF: Eleganz-Leitfaden sorgt bei Frankreichs Bahn für…)
Das ist passiert
- SNCF veröffentlichte einen internen Eleganz-Leitfaden mit Tipps zu Make-up und Kleidung.
- Gewerkschaften kritisierten den Leitfaden als sexistisch und diskriminierend.
- Der Leitfaden enthielt Anweisungen zur Kleiderwahl basierend auf dem Figurtyp.
- SNCF zog den Leitfaden nach der Kritik umgehend zurück.
Gewerkschaften kritisieren „TGV Eleganz-Leitfaden“ scharf
Die Gewerkschaft Sud-Rail bezeichnete den „TGV Eleganz-Leitfaden“ als eine Schande. Der Arbeitsvertrag schreibe für einen Teil der Eisenbahner das Tragen einer Uniform vor, aber nicht das Anpassen ihrer Silhouette und ihres Aussehens an ästhetische Anforderungen der Bahn. Das Einteilen von Menschen in verschiedene Körpertypen, die teils „korrigiert“ oder „wieder ins Gleichgewicht“ gebracht“ werden müssten, suggeriere, dass manche Figur als „problematisch“ betrachtet werde. „Diese Art von Äußerungen sind sowohl sexistisch als auch fettfeindlich“, so die Gewerkschaft. Die Schmink- und Schönheitstipps in der Broschüre ließen an die Sechzigerjahre denken. Die Gewerkschaften forderten eine umfassende Aufklärung des Vorfalls und eine Entschuldigung der SNCF.
Die SNCF (Société Nationale des Chemins de fer Français) ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Frankreichs. Sie betreibt ein umfangreiches Streckennetz und ist einer der größten Arbeitgeber des Landes.
SNCF entschuldigt sich und zieht Konsequenzen
Nachdem die Kritik an dem SNCF Eleganz Leitfaden immer lauter wurde, reagierte die SNCF prompt. Alain Krakovitch, Chef des SNCF-Fernverkehrs, ließ den Leitfaden sofort zurückziehen. „Das entspricht weder unseren Werten noch unseren Methoden gegenüber unseren Mitarbeitern“, schrieb er auf der Plattform X (ehemals Twitter). Er kündigte eine interne Untersuchung an, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Die SNCF entschuldigte sich öffentlich für den entstandenen Eindruck und betonte, dass die Vielfalt und Individualität ihrer Mitarbeiter geschätzt werde. Die Bahn betonte, dass der Leitfaden ohne Genehmigung verbreitet wurde und nicht die offizielle Linie des Unternehmens widerspiegelt. (Lesen Sie auch: Synagoge Detroit Angriff: LKW-Fahrer Stirbt nach Crash)
Welche Rolle spielte die interne Kommunikation der SNCF?
Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft die interne Kommunikation der SNCF. Wie konnte ein solcher Leitfaden ohne Genehmigung in Umlauf geraten? Die interne Untersuchung soll klären, wie es zu diesem Fehler kommen konnte und welche Kommunikationswege verbessert werden müssen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Es wird auch geprüft, ob Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeiter notwendig sind, um ein respektvolles und wertschätzendes Arbeitsumfeld zu fördern. Die SNCF steht nun vor der Herausforderung, das Vertrauen ihrer Mitarbeiter zurückzugewinnen und sicherzustellen, dass ihre Unternehmenswerte in der Praxis gelebt werden.
Stern berichtete zuerst über den Vorfall.
Auswirkungen auf das Image der SNCF
Der Vorfall um den SNCF Eleganz Leitfaden hat dem Image der SNCF geschadet. In den sozialen Medien und in der Öffentlichkeit wurde die Bahn für ihre vermeintlich antiquierten und diskriminierenden Vorstellungen kritisiert. Der Vorfall zeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, eine klare Haltung gegen Sexismus und Diskriminierung zu beziehen und diese auch intern zu leben. Die SNCF muss nun beweisen, dass sie aus dem Vorfall gelernt hat und aktiv Maßnahmen ergreift, um ein inklusives und respektvolles Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Glaubwürdigkeit der SNCF hängt davon ab, wie konsequent sie diese Ziele verfolgt und wie transparent sie über ihre Fortschritte informiert.
BFMTV zitierte aus dem internen Dokument.
Diskriminierung aufgrund des Aussehens ist in vielen Ländern gesetzlich verboten. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Richtlinien und Praktiken nicht gegen diese Gesetze verstoßen. (Lesen Sie auch: Artemis 2 Start: Wann Fliegen Menschen Wieder…)

Der Vorfall um den SNCF Eleganz Leitfaden zeigt, wie schnell ein Unternehmen durch unbedachte Äußerungen oder Handlungen in die Kritik geraten kann. Eine offene und transparente Kommunikation, eine klare Haltung gegen Diskriminierung und die Bereitschaft, Fehler einzugestehen und zu korrigieren, sind entscheidend, um das Vertrauen der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit zu erhalten. Die SNCF steht nun vor der Aufgabe, diese Lektionen zu verinnerlichen und in die Praxis umzusetzen. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen die SNCF ergreifen wird, um das Vertrauen ihrer Mitarbeiter zurückzugewinnen und ihr Image zu verbessern. Eine glaubwürdige und nachhaltige Veränderung erfordert mehr als nur eine Entschuldigung – sie erfordert eine umfassende Überprüfung der Unternehmenskultur und eine aktive Förderung von Vielfalt und Inklusion.
Die Gewerkschaft Sud-Rail äußerte sich kritisch zu dem Leitfaden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vorfall um den SNCF Eleganz Leitfaden ein Warnsignal für Unternehmen darstellt, die interne Richtlinien und Kommunikationsstrategien entwickeln. Eine Sensibilisierung für Vielfalt und Inklusion sowie eine offene und transparente Kommunikation sind unerlässlich, um das Vertrauen der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit zu gewinnen und zu erhalten. Die SNCF hat schnell reagiert und Konsequenzen gezogen, aber es liegt noch ein langer Weg vor ihr, um das Vertrauen wiederherzustellen und ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die SNCF die notwendigen Schritte unternimmt, um aus diesem Vorfall zu lernen und eine positive Veränderung zu bewirken.







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