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Das Wichtigste in Kürze
- AfD führt: Mit 26 Prozent liegt die AfD in den meisten Umfragen knapp vor der Union
- Union schwächelt: CDU/CSU kommt auf 23-28 Prozent je nach Institut
- Koalition ohne Mehrheit: Schwarz-Rot erreicht zusammen nur 39-41 Prozent
- BSW und FDP draußen: Beide Parteien verfehlen mit 3-4 Prozent die 5-Prozent-Hürde
- Pistorius beliebtester Politiker: Der SPD-Verteidigungsminister führt alle Politiker-Rankings an
Die Sonntagsfrage Januar 2026 zeigt ein gespaltenes Stimmungsbild in Deutschland. Während die AfD in den meisten Umfragen die Nase vorn hat, schwankt die Union zwischen 23 und 28 Prozent – je nach Institut. Die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz kämpft mit sinkenden Zustimmungswerten. Nur 20 Prozent der Deutschen sind mit der Regierungsarbeit zufrieden.
Die Wahlumfragen zeigen auch: Kleinere Parteien wie das BSW und die FDP würden an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Die Linke hingegen hat sich stabilisiert und liegt bei 10-11 Prozent. Die aktuellen Politiker-Rankings offenbaren eine weitere Überraschung: Ein SPD-Minister ist beliebter als der CDU-Kanzler.
Alle Sonntagsfrage-Ergebnisse Januar 2026 im Überblick
Die verschiedenen Meinungsforschungsinstitute kommen zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen. Das liegt an verschiedenen Erhebungsmethoden und Befragungszeiträumen. Die folgende Tabelle zeigt alle aktuellen Sonntagsfrage-Werte im Vergleich.
Sonntagsfrage Januar 2026 – Alle Institute im Vergleich
| Institut | CDU/CSU | AfD | SPD | Grüne | Linke | BSW | FDP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| INSA (20.01.) | 25% | 26% | 14% | 12% | 10,5% | 4% | 4% |
| Forsa (20.01.) | 25% | 26% | 14% | 12% | 10% | 3% | 3% |
| FG Wahlen (16.01.) | 26% | 25% | 15% | 12% | 10% | – | – |
| Verian (16.01.) | 26% | 25% | 15% | 13% | 10% | 3% | 3% |
| Ipsos (15.01.) | 23% | 26% | 15% | 13% | 11% | 3% | 4% |
| YouGov (14.01.) | 25% | 25% | 16% | 12% | 10% | 3% | 4% |
| Infratest dimap (08.01.) | 28% | 25% | 13% | 12% | 10% | 4% | 3% |
Grün = führende Partei, Rot = AfD führt. Quellen: wahlrecht.de, dawum.de (Stand: 21.01.2026)

AfD stärkste Kraft – Union kämpft um Platz eins
Die AfD hat sich seit der Bundestagswahl 2025 kontinuierlich verbessert. Bei der Wahl im Februar 2025 kam die Partei auf 20,8 Prozent – jetzt liegt sie bei 25-26 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 5 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres.
Die Union hingegen hat seit der Wahl (28,6 Prozent) an Zustimmung verloren. Je nach Institut liegt sie zwischen 23 und 28 Prozent. Besonders Forsa und INSA sehen die Union nur noch bei 25 Prozent – einen Punkt hinter der AfD.
„Die AfD bleibt mit 26 Prozent stärkste politische Kraft. Die Union kann sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf 25 Prozent verbessern.“
– RTL/ntv Trendbarometer vom 20. Januar 2026
Schwarz-Rot ohne parlamentarische Mehrheit
Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD hätte aktuell keine Mehrheit im Bundestag. Zusammen kommen beide Parteien auf 39-41 Prozent – das reicht nicht für eine stabile Regierung. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2025 erreichten Union (28,6%) und SPD (16,4%) zusammen noch 45 Prozent.
Mögliche Koalitionen – Sitzverteilung im Bundestag
| Koalition | Prozent (Durchschnitt) | Mehrheit? |
|---|---|---|
| Schwarz-Rot (CDU/CSU + SPD) | ~40% | Nein |
| Schwarz-Grün (CDU/CSU + Grüne) | ~37% | Nein |
| Kenia (CDU/CSU + SPD + Grüne) | ~52% | Ja |
| Schwarz-Rot-Gelb (Jamaica ohne Grüne) | ~44% | Nein |
FDP und BSW würden den Einzug in den Bundestag verpassen. Berechnung auf Basis Durchschnittswerte Januar 2026.
BSW und FDP würden an 5-Prozent-Hürde scheitern
Sowohl das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) als auch die FDP liegen in allen Umfragen unter der 5-Prozent-Hürde. Das BSW kommt auf 3-4 Prozent, die FDP auf 3-4 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 hatte das BSW mit 4,9 Prozent den Einzug knapp verpasst, die FDP scheiterte ebenfalls.
Die Linke hingegen hat sich gefestigt. Mit 10-11 Prozent liegt die Partei stabil im zweistelligen Bereich. Seit der Abspaltung des BSW scheint sich die Linke konsolidiert zu haben.

Politikerranking Januar 2026: Pistorius unangefochten auf Platz 1
Das ZDF Politbarometer vom 16. Januar 2026 zeigt: Boris Pistorius ist und bleibt der beliebteste Politiker Deutschlands. Der SPD-Verteidigungsminister erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Wert von +1,9 – mit großem Abstand vor allen anderen.
Top 10 Politiker – ZDF Politbarometer Januar 2026
| Rang | Politiker/in | Partei | Wert |
|---|---|---|---|
| 1 | Boris Pistorius | SPD | +1,9 |
| 2 | Johann Wadephul | CDU | +0,7 |
| 3 | Lars Klingbeil | SPD | +0,4 |
| 4 | Bärbel Bas | SPD | 0,0 |
| 5 | Alexander Dobrindt | CSU | -0,3 |
| 6 | Friedrich Merz | CDU | -0,4 |
| 7 | Markus Söder | CSU | -0,5 |
| 8 | Katherina Reiche | CDU | -0,6 |
| 9 | Sahra Wagenknecht | BSW | -2,0 |
| 10 | Alice Weidel | AfD | -2,5 |
Skala von +5 (sehr positiv) bis -5 (sehr negativ). Quelle: Forschungsgruppe Wahlen/ZDF, 13.-15.01.2026
Bundeskanzler Friedrich Merz landet mit -0,4 nur auf Platz 6 – ein ungewöhnlich schwaches Ergebnis für einen amtierenden Regierungschef. Drei SPD-Politiker (Pistorius, Klingbeil, Bas) platzieren sich in den Top 4.
Stimmung im Land: 84 Prozent sind beunruhigt
Der ARD-DeutschlandTREND vom Januar 2026 zeigt eine pessimistische Grundstimmung. 84 Prozent der Deutschen geben an, die Verhältnisse in Deutschland gäben eher Anlass zur Beunruhigung. Nur 13 Prozent sind zuversichtlich.
Weitere Kennzahlen aus der Umfrage:
- 71 Prozent meinen, die Bundesregierung tue zu wenig zur Ankurbelung der Wirtschaft
- 78 Prozent glauben, Trumps Politik gefährde den Fortbestand der NATO
- 48 Prozent glauben, die Koalition übersteht das Jahr 2026
- 45 Prozent rechnen mit einem Scheitern der Regierung
- Nur 20 Prozent sind mit der Regierungsarbeit zufrieden
- Nur 24 Prozent sind mit Kanzler Merz zufrieden

Häufige Fragen zur Sonntagsfrage Januar 2026
Fazit: Sonntagsfrage Januar 2026 zeigt gespaltenes Stimmungsbild
Die Sonntagsfrage Januar 2026 zeichnet ein klares Bild: Die AfD hat sich als stärkste Kraft etabliert, die Regierungskoalition kämpft mit sinkenden Werten. Schwarz-Rot hätte aktuell keine Mehrheit im Bundestag. Die Stimmung in der Bevölkerung ist mehrheitlich pessimistisch – 84 Prozent sind beunruhigt.
Für die schwarz-rote Koalition wird 2026 ein entscheidendes Jahr. Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen an. Ob die Regierung das Jahr übersteht, daran zweifelt fast jeder zweite Deutsche.
Über den Autor
Dieser Artikel wurde von der Redaktion von rathausnachrichten.de verfasst. Quellen: Forschungsgruppe Wahlen (ZDF Politbarometer), INSA, Forsa, Infratest dimap (ARD-DeutschlandTREND), Ipsos, YouGov, Verian/Emnid, wahlrecht.de, dawum.de (Stand: 21.01.2026).






