Die neue Stillempfehlung in Deutschland, die sich an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert und sechs Monate ausschließliches Stillen vorsieht, hat eine Debatte ausgelöst. Während die Empfehlung darauf abzielt, die Gesundheit von Säuglingen optimal zu fördern, äußern Kinderärzte Bedenken hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung und den möglichen Folgen für Familien.

Hintergrund der neuen Stillempfehlung
Deutschland hatte lange Zeit einen Sonderweg beschritten und nun, nach 15 Jahren, die Empfehlung der WHO übernommen. Diese sieht vor, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren und anschließend, begleitend zur Beikost, bis zum ersten Geburtstag oder darüber hinaus weiter zu stillen. Die WHO betont die zahlreichen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind, darunter die Stärkung des Immunsystems des Kindes und die Förderung der Mutter-Kind-Bindung. Weitere Informationen bietet die Webseite der WHO. (Lesen Sie auch: Juventus VS. Galatasaray: Wunder nötig nach desaströser)
Kritik von Kinderärzten an der neuen Leitlinie
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ), der größte Kinderärzteverband Deutschlands, hat laut Frankfurter Rundschau vom 25. Februar 2026 erhebliche Bedenken gegenüber der neuen Empfehlung angemeldet. Die Kinderärzte befürchten, dass die strikte Einhaltung der sechsmonatigen Stillzeit zu einer unnötigen Verunsicherung von Eltern führen könnte, insbesondere wenn das Stillen aus verschiedenen Gründen nicht möglich oder nicht gewünscht ist.
Mögliche Auswirkungen auf Familien
Die Kritik der Kinderärzte zielt darauf ab, dass die neue Leitlinie den Druck auf Mütter erhöhen könnte, unbedingt sechs Monate ausschließlich zu stillen. Dies könnte zu Schuldgefühlen und Stress führen, wenn das Stillen nicht wie gewünscht funktioniert. Es wird befürchtet, dass dies besonders Mütter betrifft, die aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sind, ihr Kind voll zu stillen. Es ist wichtig zu betonen, dass es viele Gründe geben kann, warum eine Mutter nicht stillen kann oder möchte, und dass dies keine negativen Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Beziehung haben muss. (Lesen Sie auch: Ucl: Borussia Dortmund vor Einzug ins Achtelfinale)
Alternativen zum ausschließlichen Stillen
Es gibt verschiedene Alternativen zum ausschließlichen Stillen, die eine gesunde Entwicklung des Kindes gewährleisten können. Dazu gehören:
- Teilstillen: Hierbei wird das Kind teilweise gestillt und erhält zusätzlich Säuglingsnahrung.
- Ausschließliche Ernährung mit Säuglingsnahrung: Moderne Säuglingsnahrungen sind so konzipiert, dass sie alle wichtigen Nährstoffe enthalten, die ein Baby für eine gesunde Entwicklung benötigt.
- Stillen mit gespendeter Muttermilch: In einigen Fällen kann auf Muttermilchspenden zurückgegriffen werden.
Eltern sollten sich von ihrem Kinderarzt oder einer Stillberaterin umfassend beraten lassen, um die beste Ernährungsform für ihr Kind zu finden. Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) bietet detaillierte Informationen zum Thema Stillen und Ernährung von Säuglingen. (Lesen Sie auch: Laurie Wright rockt im Berghain: Britischer Gitarrensound)
Was bedeutet die neue Stillempfehlung für die Zukunft?
Die Debatte um die neue Stillempfehlung zeigt, wie wichtig es ist, das Thema Stillen differenziert zu betrachten. Es gilt, die Vorteile des Stillens hervorzuheben, ohne dabei unnötigen Druck auf Eltern auszuüben. Eine offene Kommunikation zwischen Eltern, Ärzten und Stillberatern ist entscheidend, um individuelle Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen von Mutter und Kind gerecht werden.

Empfehlungen zur Stilldauer im internationalen Vergleich
| Land/Organisation | Empfohlene ausschließliche Stilldauer | Empfohlene gesamte Stilldauer |
|---|---|---|
| Weltgesundheitsorganisation (WHO) | 6 Monate | Bis zum 2. Geburtstag oder darüber hinaus (mit Beikost) |
| Deutschland (neue Leitlinie) | 6 Monate | Mindestens bis zum 1. Geburtstag (mit Beikost) |
Häufig gestellte Fragen zu stillen
Wie lange sollte man ein Baby ausschließlich stillen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die neue deutsche Leitlinie empfehlen, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Dies bedeutet, dass das Baby in dieser Zeit keine andere Nahrung oder Flüssigkeit außer Muttermilch erhalten sollte. (Lesen Sie auch: Karim Adeyemi: Vom Nebendarsteller zum Hoffnungsträger?)
Welche Vorteile hat das Stillen für das Baby?
Stillen bietet zahlreiche Vorteile für das Baby, darunter die Stärkung des Immunsystems, die Förderung einer gesunden Entwicklung des Verdauungssystems und die Reduzierung des Risikos für Allergien und Infektionen. Muttermilch enthält zudem alle wichtigen Nährstoffe in optimaler Zusammensetzung.
Was tun, wenn das Stillen nicht klappt?
Wenn das Stillen nicht klappt, sollten sich Eltern nicht entmutigen lassen. Es gibt verschiedene Alternativen, wie beispielsweise Teilstillen oder die ausschließliche Ernährung mit Säuglingsnahrung. Eine Beratung durch einen Kinderarzt oder eine Stillberaterin kann helfen, die beste Lösung zu finden.
Gibt es gesundheitliche Vorteile für die Mutter durch das Stillen?
Ja, das Stillen hat auch für die Mutter gesundheitliche Vorteile. Es kann beispielsweise das Risiko für bestimmte Krebsarten senken und die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt fördern. Zudem unterstützt das Stillen die Mutter-Kind-Bindung.
Wie lange wird empfohlen, insgesamt zu stillen?
Die WHO empfiehlt, begleitend zur Beikost, bis zum zweiten Geburtstag oder darüber hinaus zu stillen. Die neue deutsche Leitlinie empfiehlt, mindestens bis zum ersten Geburtstag weiter zu stillen. Die tatsächliche Stilldauer sollte jedoch immer individuell an die Bedürfnisse von Mutter und Kind angepasst werden.






