Mindestens 88 Menschen sind in Kenia durch die jüngsten schweren Regenfälle und die daraus resultierenden Überschwemmungen ums Leben gekommen. Über 34.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, da Flüsse über die Ufer traten und sich Strassen in reissende Ströme verwandelten. Die ungewöhnlich frühe und heftige Regenzeit hat das Land in eine Notlage gestürzt.

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Auf einen Blick
- Mindestens 88 Tote durch Überschwemmungen in Kenia.
- Über 34.000 Menschen mussten fliehen.
- Regenzeit begann einen Monat früher als üblich.
- Betroffene Gebiete sind Nairobi und Westkenia.
Kenia überschwemmung: Ausmass der Katastrophe
Die heftigen Regenfälle, die Kenia seit einigen Wochen heimsuchen, haben verheerende Auswirkungen. Laut Angaben des Innenministeriums sind mindestens 88 Menschen gestorben. Die Regenzeit begann in diesem Jahr bereits einen Monat früher und fiel zudem deutlich intensiver aus als in den Vorjahren. Dies führte dazu, dass Flüsse über die Ufer traten und weite Landstriche überfluteten. Wie Stern berichtet, sind besonders der Grossraum Nairobi und Westkenia betroffen. (Lesen Sie auch: Kenia überschwemmungen: Mindestens 23 Tote in Nairobi)
Welche Regionen sind besonders betroffen?
Besonders betroffen sind der Grossraum Nairobi und Westkenia. In Nairobi verwandelten sich Strassen in reissende Flüsse, die Fussgänger und Autofahrer überraschten. Einige Menschen wurden mitgerissen und ertranken, andere erlitten tödliche Stromschläge durch beschädigte Stromleitungen. In Westkenia trat der Fluss Nyando über die Ufer und überschwemmte zahlreiche Strassen in der Umgebung von Kisumu, der drittgrössten Stadt des Landes.
Die alljährliche Regenzeit in Kenia beginnt normalerweise in der zweiten Märzhälfte. In diesem Jahr setzte sie jedoch bereits einen Monat früher ein und fiel deutlich heftiger aus. (Lesen Sie auch: Buckelwal Ostsee: Dramatische Rettung in Timmendorfer Strand?)
Evakuierungen und Hilfsmassnahmen
Mehr als 34.000 Menschen mussten aufgrund der Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. In Nairobi forderten die Behörden die Bewohner tiefer gelegener Stadtteile auf, ihre Häuser zu verlassen, da ein Flussdeich zu brechen drohte. Das kenianische Rote Kreuz evakuierte Schüler aus gefährdeten Schulen in Westkenia. Die Regierung und Hilfsorganisationen versuchen, die Notleidenden mit Nahrungsmitteln, Wasser und Unterkünften zu versorgen.
Welche Rolle spielt der Klimawandel bei den Überschwemmungen?
Der Klimawandel verstärkt Extremwetterereignisse auch in Kenia. Während sich der Westen und Nairobi mit Sturzregen auseinandersetzen müssen, leidet der Norden des Landes seit Monaten unter Dürre. Diese unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels stellen das Land vor grosse Herausforderungen. Laut dem World Weather Attribution Projekt, sind solche Ereignisse ein Zeichen der globalen Klimaveränderung. (Lesen Sie auch: Buckelwal Ostsee Gestrandet: War Tötung Wirklich Keine…)
Politische Reaktionen und Massnahmen
Die kenianische Regierung hat finanzielle Mittel für die Katastrophenhilfe bereitgestellt und arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen, um die Notlage zu bewältigen. Kritiker fordern jedoch, dass die Regierung mehr in den Hochwasserschutz investieren und Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ergreifen müsse. Die Oppositionsparteien werfen der Regierung Versäumnisse bei der Vorbereitung auf die Regenzeit vor.

Es wird erwartet, dass die Regenfälle in den kommenden Wochen anhalten werden. Die Behörden warnen vor weiteren Überschwemmungen und Erdrutschen. (Lesen Sie auch: Wal Strandung Schleswig-Holstein: Tötung ist Keine Option)








