Die tödlichen Hochzeitsschüsse Fürth haben nun ein juristisches Nachspiel: Ein 27-jähriger Mann wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte auf einer Hochzeitsfeier in Fürth den Vater seiner Ex-Freundin erschossen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, und ein weiterer Prozess gegen Mittäter steht bevor.

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Einsatz-Übersicht
- Tatort: Fürth, Mittelfranken
- Täter: 27-jähriger Franzose
- Opfer: 47-jähriger Vater der Ex-Freundin
- Urteil: Lebenslange Haft wegen Mordes
- Status: Urteil nicht rechtskräftig, weiterer Prozess folgt
Was ist bisher bekannt?
Laut Gericht hatte der 27-Jährige den 47-Jährigen vor den Augen zahlreicher Hochzeitsgäste mit sechs Schüssen getötet. Das Opfer wurde von hinten überrascht und starb kurz darauf im Krankenhaus. Der Täter flüchtete zunächst nach Frankreich, stellte sich aber später der Polizei. Wie Stern berichtet, schwieg er vor Gericht zu seinen Motiven. (Lesen Sie auch: Høiby Prozess: Drohen dem Sohn Sieben Jahre…)
Warum kam es zu den tödlichen Schüssen?
Das Landgericht Nürnberg geht von verletzter Familienehre und einem Streit um Geldforderungen als Motiv aus. Zwischen den Familien des Angeklagten und seiner Ex-Verlobten soll es demnach jahrelange Auseinandersetzungen und Bedrohungen gegeben haben. Die Ex-Verlobte war nach der Trennung wieder nach Deutschland gezogen.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kann Revision einlegen. Zudem müssen sich der Vater und zwei Brüder des 27-Jährigen vor Gericht verantworten. Sie sollen ihn bei der Tat unterstützt haben. Der Prozess gegen sie beginnt voraussichtlich am 28. April vor dem Landgericht Nürnberg. (Lesen Sie auch: Block Prozess Eskaliert: Verteidiger Rastet vor Gericht)
Bei der Urteilsverkündung wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Gerichtssaal noch einmal verstärkt. Mehrere Polizeibeamte begleiteten den Angeklagten und überwachten den voll besetzten Saal.
Welche Strafe droht den mutmaßlichen Mittätern?
Dem Vater und den Brüdern des Haupttäters wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen auch ihnen lange Haftstrafen, möglicherweise sogar lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu den genauen Details der Anklage geäußert. Die Ermittlungen laufen. (Lesen Sie auch: Vergewaltigungsprozess Norwegen: Belastung für Høiby Groß)
Was bedeutet lebenslange Haft?
Lebenslange Haft bedeutet in Deutschland nicht zwingend, dass der Verurteilte bis zu seinem Tod im Gefängnis bleibt. Nach frühestens 15 Jahren kann eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung geprüft werden. Dies hängt jedoch von der Schwere der Schuld, dem Verhalten des Verurteilten im Gefängnis und der Einschätzung der Sicherheitslage ab. Informationen zum Strafrecht finden sich auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz.

Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst der laufende Prozess die Hinterbliebenen des Opfers?
Für die Hinterbliebenen des Opfers bedeutet der laufende Prozess eine zusätzliche Belastung. Sie müssen sich erneut mit den schrecklichen Ereignissen auseinandersetzen und haben möglicherweise Angst vor Racheakten durch das Umfeld des Täters. Psychologische Betreuung kann in solchen Fällen helfen. (Lesen Sie auch: Block Prozess: Aufregung bei Christina Blocks Verhandlung)
Welche Rolle spielte der Alkoholkonsum bei der Tat?
Ob Alkoholkonsum eine Rolle bei der Tat spielte, ist derzeit nicht bekannt. Die Gerichtsverhandlung hat sich bisher nicht mit diesem Aspekt befasst. Sollte der Täter unter Alkoholeinfluss gestanden haben, könnte dies Auswirkungen auf das Strafmaß haben.










