Die Meldung schockiert Eltern: In fast allen Urinproben von Kindern wurde ein fortpflanzungsschädigender Stoff gefunden, der vermutlich aus Weichmacher Sonnencreme stammt. Das Umweltbundesamt (UBA) schlägt Alarm und fordert strengere Kontrollen. Was steckt hinter dieser beunruhigenden Entdeckung?

Hintergrund: Weichmacher in Produkten des täglichen Gebrauchs
Weichmacher sind chemische Substanzen, die Kunststoffen zugesetzt werden, um sie flexibler und haltbarer zu machen. Sie finden sich in zahlreichen Alltagsprodukten, von Spielzeug über Lebensmittelverpackungen bis hin zu Kosmetika. Einige dieser Stoffe stehen jedoch im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Besonders besorgniserregend sind Phthalate, eine Gruppe von Weichmachern, die in den Hormonhaushalt eingreifen und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können.
Das Problem: Viele Verbraucher sind sich der Risiken nicht bewusst und können die Inhaltsstoffe in Produkten nur schwer nachvollziehen. Hinzu kommt, dass die gesundheitlichen Auswirkungen oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten auftreten. (Lesen Sie auch: Meine Frau Weint Angela Schanelec: " ":…)
Aktuelle Entwicklung: Schadstoff im Urin von Kindern entdeckt
Das Umweltbundesamt (UBA) hat nun bekannt gegeben, dass in 92 Prozent der im Frühjahr und Sommer 2025 gesammelten Urinproben von Kindern und Jugendlichen das Abbauprodukt MnHexP des Weichmachers Di-n-hexyl-Phthalat (DnHexP) nachgewiesen wurde. Das UBA stuft DnHexP als fortpflanzungsgefährdend ein. Besonders alarmierend sei nicht nur der hohe Anteil belasteter Proben, sondern auch die teils sehr hohen Konzentrationen, so UBA-Präsident Dirk Messner. Wie der Deutschlandfunk berichtet, hatte das Bundesamt bereits vor zwei Jahren über ähnliche Funde berichtet.
Die Ursache für die Verunreinigung konnte auf einen UV-Filter in Sonnencremes zurückgeführt werden. Dieser Filter war mit dem Weichmacher DnHexP verunreinigt, der dann im Körper zu MnHexP abgebaut wurde. Obwohl DnHexP in der EU eigentlich nicht zugelassen ist, gelangte er offenbar über verunreinigte Rohstoffe in die Sonnencremes.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in Nordrhein-Westfalen hatte etwa zur gleichen Zeit den Stoff in Urinproben von Kindergartenkindern entdeckt, wie WEB.DE berichtet. (Lesen Sie auch: India VS Netherlands: Favoritenrolle und Vorbereitungen)
Reaktionen und Einordnung
Die Entdeckung des UBA hat eine Welle der Besorgnis ausgelöst. Verbraucherschützer fordern eine rasche Aufklärung und strengere Kontrollen von Kosmetika. „Es ist inakzeptabel, dass Kinder unwissentlich gesundheitsschädlichen Stoffen ausgesetzt werden“, so eine Sprecherin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Die Hersteller von Sonnencremes beteuern, dass sie sich der Problematik bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Sie verweisen darauf, dass die Grenzwerte für Weichmacher in Kosmetika eingehalten würden. Allerdings räumen sie ein, dass es bei komplexen Lieferketten schwierig sei, jede Verunreinigung auszuschließen.
Weichmacher Sonnencreme: Was bedeutet das für Verbraucher?
Eltern sind nun verunsichert und fragen sich, welche Sonnencremes sie bedenkenlos verwenden können. Eine einfache Antwort gibt es nicht. Allerdings gibt es einige Tipps, die helfen können, das Risiko zu minimieren: (Lesen Sie auch: Jermaine Jones wird Trainer in Schweinfurt: Überraschender)
- Auf Inhaltsstoffe achten: Meiden Sie Produkte, die Phthalate enthalten. Diese sind in der Inhaltsstoffliste oft unter Bezeichnungen wie „Diethylphthalat“ (DEP), „Dibutylphthalat“ (DBP) oder „Benzylbutylphthalat“ (BBP) zu finden.
- Zertifizierte Naturkosmetik bevorzugen: Naturkosmetik-Produkte sind in der Regel frei von synthetischen Weichmachern. Achten Sie auf anerkannte Siegel wie „BDIH“, „Natrue“ oder „Ecocert“.
- Informationen einholen: Nutzen Sie Online-Portale und Apps, die Inhaltsstoffe von Kosmetika bewerten.
- Weniger ist mehr: Verwenden Sie Sonnencreme nur dann, wenn sie wirklich notwendig ist. Meiden Sie die Mittagssonne und schützen Sie sich durch Kleidung und Schatten.
Ab 2027 soll es strengere Regeln geben. Es bleibt zu hoffen, dass diese dazu beitragen, die Belastung von Kindern mit gesundheitsschädlichen Stoffen zu reduzieren.

Ausblick
Der Fall der verunreinigten Sonnencremes zeigt, wie wichtig eine umfassende Kontrolle von Kosmetika und anderen Alltagsprodukten ist. Es braucht strengere Gesetze und eine bessere Überwachung der Lieferketten, um Verbraucher vor gesundheitsschädlichen Stoffen zu schützen. Zudem ist eine transparente Kennzeichnung von Produkten unerlässlich, damit Verbraucher informierte Entscheidungen treffen können.
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) arbeitet kontinuierlich an der Bewertung und Regulierung von Chemikalien. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft weitere Weichmacher und andere Schadstoffe verboten oder stärker reglementiert werden. (Lesen Sie auch: Amin Younes verlässt Schalke 04: Vertrag aufgelöst)
Häufig gestellte Fragen zu weichmacher sonnencreme
Welche gesundheitlichen Risiken bergen Weichmacher in Sonnencremes?
Einige Weichmacher, insbesondere Phthalate, können in den Hormonhaushalt eingreifen und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Studien deuten auf mögliche Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern hin. Das Umweltbundesamt stuft den in Sonnencremes gefundenen Stoff DnHexP als fortpflanzungsgefährdend ein.
Wie erkenne ich, ob eine Sonnencreme Weichmacher enthält?
Achten Sie auf die Inhaltsstoffliste. Phthalate werden oft unter Bezeichnungen wie „Diethylphthalat“ (DEP), „Dibutylphthalat“ (DBP) oder „Benzylbutylphthalat“ (BBP) aufgeführt. Naturkosmetik-Produkte sind in der Regel frei von synthetischen Weichmachern.
Welche Alternativen gibt es zu herkömmlichen Sonnencremes?
Es gibt zahlreiche Naturkosmetik-Sonnencremes, die auf synthetische Weichmacher verzichten. Achten Sie auf anerkannte Siegel wie „BDIH“, „Natrue“ oder „Ecocert“. Zudem können Sie sich durch Kleidung und Schatten vor der Sonne schützen.
Was unternimmt das Umweltbundesamt gegen Weichmacher in Produkten?
Das UBA setzt sich für strengere Gesetze und eine bessere Überwachung von Chemikalien ein. Es arbeitet zudem an der Entwicklung von Analysemethoden, um Schadstoffe in Produkten besser aufspüren zu können. Das UBA informierte über den Fund laut WELT.
Ab wann gelten strengere Regeln für Sonnencremes in der EU?
Für Sonnencremes soll es ab 2027 strengere Regeln geben. Es ist noch unklar, welche konkreten Maßnahmen geplant sind. Ziel ist es, die Belastung von Kindern mit gesundheitsschädlichen Stoffen zu reduzieren.
| Probenherkunft | Anteil belasteter Proben | Höchste Konzentration |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 92% | Nicht spezifiziert |
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.







