Du willst wissen, ob Dir die staatliche Unterstützung für Deine Miete zusteht. Die Regelungen sind klar, aber die Berechnung kann kompliziert sein. Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie Du sicher durch den Paragraphendschungel kommst.
Wir erklären präzise, wie Du Deinen individuellen Anspruch ermittelst und welche Kriterien für eine Bewilligung gelten. Alle Informationen basieren auf den aktuellen gesetzlichen Grundlagen. Unmittelbar nach dieser Einleitung findest Du eine kompakte Übersicht in der Info-Box „Das Wichtigste im Überblick“.
Die Berechnung des Wohnkostenzuschusses für das kommende Jahr basiert auf den seit 1. Januar 2025 gültigen Parametern. Eine turnusmäßige Anpassung zum 1. Januar 2026 findet nicht statt. Dies gibt Dir eine klare Orientierung.
Dein persönlicher Zuschuss hängt von Deiner Haushaltsgröße, dem Einkommen, der Miete und dem regionalen Mietniveau ab. Schätzungen sind nutzlos – nur eine exakte Berechnung liefert ein verlässliches Ergebnis.
Dieser Artikel deckt alle relevanten Faktoren ab: Anspruchskriterien, konkrete Rechenbeispiele, den Antragsprozess, Freibeträge und Besonderheiten für Rentner. Arbeite die folgenden Abschnitte systematisch durch. So ermittelst Du Deinen konkreten Betrag und stellst den Antrag korrekt.
Persönliche Einleitung
Beim Blick auf den Kontoauszug wird klar: Der Anteil der Wohnkosten frisst ein größeres Stück vom Einkommen. Viele Menschen spüren diese Entwicklung.
Prüfe deshalb jetzt Deinen Anspruch auf Unterstützung. Zahlreiche Berechtigte kennen ihre Optionen nicht oder nutzen sie nicht.
Dieser Leitfaden zeigt Dir, ob und in welcher Höhe Dir ein Zuschuss zusteht. Er liefert das nötige Wissen für eine präzise Einschätzung.
| Situation | Betroffene Personengruppe | Typische Fragestellung |
|---|---|---|
| Steigende Miete bei gleichbleibendem Einkommen | Mieterhaushalte | Reicht mein Einkommen noch aus? |
| Hohe Heiz- und Nebenkosten | Alle Haushalte | Kann ich die Nachzahlung stemmen? |
| Einkommensverlust durch Jobwechsel | Berufstätige | Besteht Anspruch in der Übergangsphase? |
| Rentenbeginn mit niedrigerer monatlicher Zahlung | Rentner | Wie wirkt sich die Rente auf den Zuschuss aus? |
Das Wichtigste im Überblick
Die Reform der Wohnbeihilfe hat den Kreis der Berechtigten deutlich erweitert. Über zwei Millionen Haushalte können jetzt Unterstützung erhalten.
- Durchschnittliche Höhe: etwa 370 Euro monatlich (mehr als Verdoppelung gegenüber vorher)
- Berechtigte: rund 2 Millionen Haushalte in Deutschland
- Mindestlohn-Niveau (13,90 Euro/Stunde) ermöglicht grundsätzlichen Anspruch
- Drei Berechnungsfaktoren: Haushaltsgröße, Gesamteinkommen, regionale Mietstufe
- Keine Anpassung 2026 – Werte vom 1. Januar 2025 gelten weiter
- Zahlung ab Antragsmonat – keine Rückwirkung möglich
Prüfe Deinen Anspruch sofort. Die Zahlung beginnt erst mit Antragstellung. Verzögerungen kosten Dich Geld.
Dein individueller Betrag hängt von drei Faktoren ab. Haushaltsgröße, Einkommen und regionale Miete werden gemeinsam berechnet. Jeder Haushalt benötigt eine eigene Prüfung.
Für detaillierte Einkommensgrenzen und Berechnungen folgen weitere Abschnitte. Dort findest Du konkrete Beispiele und Antragsdetails.
Die nächste turnusmäßige Anpassung ist für 2027 geplant. Aktuelle Werte bleiben damit stabil.
Grundlagen der Wohngeldberechnung
Für eine korrekte Ermittlung benötigst Du fundierte Kenntnisse der Berechnungsgrundlagen. Die staatliche Unterstützung folgt klaren gesetzlichen Vorgaben.
Gesetzliche Grundlagen und Reformen
Das Wohngeldgesetz (WoGG) regelt alle Details. Die Wohngeld-Plus Reform vom 1. Januar 2023 brachte eine deutliche Erweiterung.
Der durchschnittliche Zuschuss stieg von 180 auf 370 Euro monatlich. Zum 1. Januar 2025 erfolgte eine turnusmäßige Fortschreibung.
Für das kommende Jahr findet keine neue Anpassung statt. Die nächste reguläre Aktualisierung ist für 2027 geplant.
Wichtige Berechnungsparameter
Drei Faktoren bestimmen die Höhe Deines Anspruchs. Haushaltsgröße, Gesamteinkommen und regionale Mietstufe sind entscheidend.
Zur Miete zählt die Bruttokaltmiete. Heizkosten und Strom werden pauschal berücksichtigt.
Das wohngeldrechtliche Einkommen weicht vom Bruttoeinkommen ab. Spezifische Abzüge und Freibeträge kommen zur Anwendung.
Die regionale Mietstufe (I bis VII) beeinflusst direkt die zuschussfähige Miete. Sie bildet das lokale Mietniveau ab.
Ermittle diese Parameter exakt. Pauschale Schätzungen führen zu falschen Ergebnissen. Die folgenden Abschnitte zeigen konkrete Berechnungsbeispiele.
Wohngeld 2026: Anspruchskriterien und Berechnungsbeispiele

Anhand realer Lebenssituationen erkennst Du sofort Deine Berechtigung. Die Reformwirkungen zeigen sich konkret in Deinem Alltag.
Reformwirkungen und Anpassungen
Die Wohngeld-Plus Reform senkte die Belastungsgrenze von 50 auf 40 Prozent. Mehr Haushalte erhalten jetzt Unterstützung.
Für 2026 gelten feste Einkommensgrenzen:
- 1 Person, Stufe I: 1.443 Euro
- 2 Personen: 1.953 Euro
- 3 Personen: 2.453 Euro
Diese Werte steigen mit höherer Mietstufe. Prüfe Deine Situation anhand dieser Parameter.
Typische Berechnungsbeispiele im Alltag
Eine alleinstehende Person in Stufe III mit 1.500 Euro Einkommen und 450 Euro Miete erhält etwa 180 Euro Zuschuss. Die Berechnung berücksichtigt Abzüge für Werbungskosten.
Ein Ehepaar in Stufe V mit 2.400 Euro gemeinsamen Einkommen und 700 Euro Miete kann mit circa 250 Euro rechnen. Freibeträge senken das anrechenbare Einkommen.
Eine Alleinerziehende mit zwei Kindern in Stufe IV erhält zusätzliche Entlastungen. Der spezielle Freibetrag erhöht die Höhe der Unterstützung deutlich.
Nutze den offiziellen Rechner für Deine exakte Berechnung. Die folgenden Abschnitte erklären Freibeträge im Detail.
Wohngeldantrag und notwendige Anforderungen
Die praktische Umsetzung Deines Anspruchs beginnt mit dem offiziellen Verfahren. Stelle den Antrag umgehend bei der zuständigen Behörde.
Erforderliche Unterlagen und Antragsprozess
Reiche Deinen Antrag bei der Wohngeldstelle Deiner Gemeinde ein. Die Leistungen beginnen ab dem Monat der Antragstellung. Rückwirkende Zahlungen sind ausgeschlossen.
Für die Bearbeitung benötigst Du vollständige Angaben und Dokumente:
- Personalausweis oder Reisepass aller Haushaltsmitglieder
- Mietvertrag mit Details zur Wohnung und Bruttokaltmiete
- Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, Rentenbescheide)
- Nachweise über Betriebskosten und Heizkosten
Bei besonderen Situationen sind zusätzliche Dokumente erforderlich. Dazu zählen Schwerbehindertenausweis oder Unterhaltsnachweise.
Der Bewilligungszeitraums beträgt regelmäßig zwölf Monate. Plane mehrere Wochen Bearbeitungszeit ein. Nach Ablauf musst Du einen Folgeantrag stellen.
Handele sofort bei Änderungen Deiner Situation. Jeder Monat Verzögerung kostet Dich Unterstützung. Kontaktiere Deine lokale Behörde für individuelle Hilfe beim Wohngeld beantragen.
Haushaltsgröße und regionale Mietstufen
Dein Wohnort und die Anzahl der Personen in Deinem Zuhause definieren die Basis Deiner Berechnung. Diese beiden Faktoren legen die finanziellen Rahmenbedingungen fest.
Sie bestimmen direkt die Einkommensgrenzen und die anerkannte Miete. Verstehe diese Parameter, um Deinen Anspruch präzise einzuschätzen.
Einfluss regionaler Mietstufen auf den Anspruch
Deutschland ist in sieben regionale Mietstufen unterteilt. Stufe I steht für niedrige Mieten, Stufe VII für sehr hohe.
Die Stufe Deines Wohnortes beeinflusst die Höchstbeträge. In München (Stufe VII) liegt die Grenze für eine Person bei 1.619 Euro.
In einer ländlichen Gemeinde in Thüringen (Stufe I) beträgt sie nur 1.443 Euro. Höhere Stufen erlauben höhere Einkommen und Mieten für den Bezug von Wohngeld.
Besonderheiten je nach Haushaltsgröße
Mit jedem weiteren Haushaltsmitglied steigen die Grenzen. Für zwei Personen bewegen sich die Höchstbeträge zwischen 1.953 und 2.181 Euro.
Bei drei Personen im Haushalt erhöht sich die Spanne auf 2.453 bis 2.717 Euro. Die genaue Anzahl ist entscheidend.
Zähle alle im Haushalt lebenden Personen. Dazu gehören Ehepartner, Kinder, Geschwister und sogar Pflegeeltern. Eine vollständige Auflistung sichert eine korrekte Berechnung für das Jahr 2026.
Abzüge und Freibeträge im Wohngeld
Pauschale Abzüge und spezielle Freibeträge reduzieren Dein Einkommen für die Wohngeldberechnung. Diese Regelungen senken Deine finanzielle Belastung deutlich.
Verstehe die automatischen Abzüge gemäß § 16 WoGG. Sie berücksichtigen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge pauschal.
Werbungskosten und pauschale Abzüge
Für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gilt ein Abzug von 30 Prozent. Beamte ohne Rentenversicherung erhalten 20 Prozent Abzug.
Die Werbungskostenpauschale beträgt 102,50 Euro monatlich. Höhere tatsächliche Kosten kannst Du nachweisen.
Für Rentner gilt eine niedrigere Pauschale von 8,50 Euro. Auch hier sind Nachweise für höhere Aufwendungen möglich.
„Die pauschalen Abzüge berücksichtigen die tatsächliche Belastung durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.“
Freibeträge zur Entlastung bei besonderen Personenkonstellationen
Alleinerziehende erhalten einen jährlichen Freibetrag von 1.320 Euro. Voraussetzung ist das Zusammenleben mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren.
Für schwerbehinderte Personen gilt ein Freibetrag von 1.800 Euro jährlich. Dieser wird pro betroffenes Haushaltsmitglied gewährt.
Erwerbstätige Kinder unter 25 Jahren profitieren von einem Freibetrag bis 1.200 Euro. Minijobs und Ausbildungsvergütungen werden so teilweise nicht angerechnet.
| Freibetragstyp | Höhe jährlich | Höhe monatlich | Voraussetzungen |
|---|---|---|---|
| Alleinerziehende | 1.320 € | 110 € | Mind. 1 Kind unter 18 Jahren |
| Schwerbehinderte | 1.800 € | 150 € | Schwerbehindertenausweis |
| Erwerbstätige Kinder | bis 1.200 € | bis 100 € | Unter 25 Jahre, erwerbstätig |
| Unterhaltszahlungen | bis 6.000 € | bis 500 € | Nachweisbare Zahlungen |
Prüfe alle relevanten Freibeträge für Deine Situation. Sie senken Dein anrechenbares Einkommen und erhöhen den Wohngeldanspruch.
Unterhaltsverpflichtungen mindern das Einkommen ebenfalls. Bis zu 6.000 Euro jährlich für getrennt lebende Ehegatten werden anerkannt.
Besonderheiten bei Rentnern und Grundrente

Rentner erhalten beim Wohngeld besondere Berücksichtigung durch den Grundrentenfreibetrag. Seit Januar 2021 profitieren Berechtigte mit mindestens 33 Beitragsjahren von dieser Regelung.
Der Grundrentenfreibetrag und seine Rolle
Der spezielle Freibetrag verhindert, dass die Grundrente den Anspruch auf staatliche Unterstützung reduziert. Deine Behörde holt den Nachweis automatisch beim Rentenversicherungsträger ein.
Voraussetzung sind 33 Jahre Grundrentenzeiten durch:
- Pflichtbeiträge aus Beschäftigung
- Kindererziehungszeiten
- Pflegetätigkeiten
Vergleich: Berechnung mit und ohne Grundrente
Eine Floristin mit 37 Arbeitsjahren zeigt den Unterschied. Ihre Bruttorente beträgt 822 Euro ohne Grundrentenzuschlag.
Berechnung ohne Grundrente:
- Monatliches Gesamteinkommen: 582,15 Euro
- Bei 400 Euro Miete: 248 Euro Unterstützung
Mit Grundrentenzuschlag (979 Euro) und Freibetrag von 224,50 Euro:
- Monatliches Gesamteinkommen: 498,95 Euro
- Höhe des Wohngeldes: 286 Euro
Der Freibetrag bringt 38 Euro mehr monatlich. Weise bei Antragstellung darauf hin, falls die Behörde ihn zunächst nicht berücksichtigt.
Fazit
Die Wohngeldreform schafft konkrete Entlastung für Millionen Haushalte. Dein Anspruch hängt von drei Faktoren ab: Haushaltsgröße, bereinigtes Einkommen und regionaler Mietstufe.
Mieter und Eigentümer profitieren gleichermaßen. Spezielle Freibeträge erhöhen den Zuschuss spürbar. Die Heizkostenkomponente bringt automatische Entlastung.
Prüfe Deinen Anspruch sofort. Jeder Monat Verzögerung kostet Dich Leistungen. Nutze den offiziellen Rechner oder kontaktiere Deine Wohngeldstelle.
Der Bewilligungszeitraum beträgt zwölf Monate. Melde Änderungen umgehend. Die Berechnung ist komplex – professionelle Hilfe sichert Dein Recht.






