Am 26. März 2026 nehmen die Pläne konkrete Formen an: Ein neues Altersvorsorgedepot löst die starre Riester-Rente ab. Die Bundesregierung plant damit die größte Reform der privaten Altersvorsorge seit über zwei Jahrzehnten. Wer künftig mit Aktien und ETFs für das Alter spart, erhält direkte prozentuale Zuschüsse vom Staat auf seine Einzahlungen. Normalverdiener und Familien profitieren dabei von einer massiven Erhöhung der Fördergelder.
- Startdatum: Das Gesetz tritt voraussichtlich am 1. Januar 2027 in Kraft.
- Maximale Förderung: Bis zu 540 Euro staatlicher Zuschuss pro Jahr möglich.
- Eigenanteil: Die volle Förderung erfordert Einzahlungen von bis zu 3.000 Euro jährlich.
Altersvorsorgedepot aktueller Stand: Das Ende der Riester-Rente
Die klassische Riester-Rente ist an ihren eigenen Regeln gescheitert. Hohe Verwaltungsgebühren und die gesetzliche Pflicht zur 100-Prozent-Beitragsgarantie fraßen in der Niedrigzinsphase die komplette Rendite auf. Anbieter mussten das Geld der Sparer in sichere, aber unrentable Staatsanleihen umschichten. Der Altersvorsorgedepot aktueller Stand zeigt eine radikale Kehrtwende: Die Bundesregierung hat den Zwang zur Garantie gestrichen.
Ein neues Altersvorsorgedepot verzichtet komplett auf diesen teuren Kapitalschutz. Du investierst dein Geld stattdessen in breit gestreute Indexfonds (ETFs) oder andere renditeorientierte Wertpapiere. Die staatlichen Zulagen fließen direkt in diese Fondsanteile und nehmen über die Jahrzehnte am Zinseszins-Effekt teil. Damit passt sich Deutschland endlich internationalen Standards wie dem schwedischen oder amerikanischen Modell an.
Förderung: So kommst du an die 540 Euro
Die Altersvorsorgedepot Förderung funktioniert grundlegend anders als das alte Riester-System. Statt fester Zulagenbeträge gibt es künftig eine prozentuale Bezuschussung. Für jeden eingezahlten Euro legt der Staat 20 Cent obendrauf – bis zu einer maximalen Eigenleistung von 3.000 Euro pro Jahr. Wer diesen Betrag ausschöpft, erhält 600 Euro Grundzulage. Das Bundesfinanzministerium rechnet für eine vierköpfige Familie bei durchschnittlichen Einzahlungen mit einem realistischen Zuschuss von 540 Euro jährlich.
| Kriterium | Alte Riester-Rente | Neues Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Beitragsgarantie | Zwingend 100 % | Keine (100 % Aktienquote möglich) |
| Staatliche Grundzulage | Fix 175 Euro | 20 % der Einzahlung (max. 600 Euro) |
| Kinderzulage | Fix 300 Euro (ab 2008 geb.) | 25 % der Einzahlung (max. 300 Euro) |
| Maximal geförderter Beitrag | 2.100 Euro | 3.000 Euro |
Was passiert mit alten Riester-Verträgen?
Rund 16 Millionen Deutsche besitzen einen Riester-Vertrag. Der Gesetzentwurf zum Altersvorsorgedepot 2027 sieht eine klare Übergangsregelung vor. Du musst deinen alten Vertrag nicht kündigen. Wer kündigt, verliert weiterhin alle bisher erhaltenen staatlichen Zulagen und Steuervorteile. Stattdessen hast du zwei sinnvolle Optionen:
Erstens kannst du den alten Vertrag beitragsfrei stellen und deine monatlichen Sparraten in ein neues Altersvorsorgedepot lenken. Zweitens – und das empfehlen Experten von Finanztip – erlaubt der Gesetzgeber eine steuerneutrale Übertragung des gesamten Riester-Kapitals in das neue Depot. Deine bisherigen Ersparnisse fließen dann direkt in den von dir gewählten ETF und arbeiten dort renditeorientiert weiter.
Auszahlung und Steuern im Alter
Die Altersvorsorgedepot Auszahlung wird deutlich flexibler gehandhabt als beim Vorgängermodell. Ab dem 62. Lebensjahr kannst du über das angesparte Kapital verfügen. Ein neues Altersvorsorgedepot zwingt dich nicht mehr in eine starre, lebenslange Leibrente, die sich oft erst ab einem Alter von 90 Jahren rechnet.
Du kannst dir das Geld über einen Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr in monatlichen Raten überweisen lassen. Steuerlich bleibt das System der nachgelagerten Besteuerung erhalten: In der Ansparphase ziehst du die Beiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben ab. Erst im Rentenalter, wenn dein persönlicher Steuersatz in der Regel deutlich niedriger ist, versteuerst du die Auszahlungen.
Als Finanzredakteur habe ich mir die Entwürfe genau angesehen und werde meinen eigenen ruhenden Riester-Vertrag definitiv in ein neues Altersvorsorgedepot übertragen, sobald die ersten Banken ihre Produkte 2027 freischalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann startet das Altersvorsorgedepot 2027 für Sparer?
Das Gesetz soll nach aktuellen Plänen der Bundesregierung am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt können Banken und Broker ein neues Altersvorsorgedepot anbieten. Die Zertifizierung der ersten Produkte durch die Behörden wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, sodass du dich rechtzeitig informieren kannst.
Wie hoch ist die Altersvorsorgedepot Förderung für Familien?
Familien erhalten neben der 20-prozentigen Grundzulage einen Kinderbonus von 25 Prozent auf ihre Einzahlungen. Dieser Bonus ist auf maximal 300 Euro pro Kind und Jahr gedeckelt. Durch die Kombination aus Grund- und Kinderzulage erreichst du bei entsprechenden Einzahlungen schnell die avisierte Gesamtförderung von 540 Euro im Jahr.
Kann ich mein neues Altersvorsorgedepot in ETFs investieren?
Ja, das ist der Kern der Reform. Ein neues Altersvorsorgedepot ist speziell dafür konzipiert, das Geld am Kapitalmarkt arbeiten zu lassen. Du kannst dein Kapital zu 100 Prozent in kostengünstige, weltweit streuende ETFs (wie den MSCI World) investieren. Die staatlichen Zulagen fließen ebenfalls direkt in diese Fondsanteile.
Was passiert bei der Altersvorsorgedepot Auszahlung im Rentenalter?
Die Altersvorsorgedepot Auszahlung beginnt frühestens mit dem 62. Lebensjahr. Du musst keine lebenslange Rente mehr abschließen, sondern kannst einen flexiblen Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr wählen. Die monatlichen Auszahlungen musst du dann mit deinem persönlichen Steuersatz im Rentenalter versteuern (nachgelagerte Besteuerung).
Gibt es beim neuen Altersvorsorgedepot eine Beitragsgarantie?
Nein, ein neues Altersvorsorgedepot bietet ganz bewusst keine 100-Prozent-Beitragsgarantie mehr. Diese Garantien haben in der Vergangenheit die Rendite zerstört. Durch den Verzicht auf den Kapitalschutz trägst du zwar das normale Marktrisiko, profitierst aber langfristig von den deutlich höheren Renditechancen des globalen Aktienmarktes.






