Der Rentenbeitrag 2028 soll nach aktuellen Prognosen erstmals seit Jahren wieder deutlich steigen. Laut der Frühjahrsfinanzschätzung des Schätzerkreises der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und Aussagen aus der DRV-Spitze dürfte der Beitragssatz im Jahr 2028 um rund 1,2 Prozentpunkte klettern – von heute 18,6 auf etwa 19,8 bis 20,0 Prozent. Für Beschäftigte bedeutet das je nach Bruttolohn einige Euro weniger netto pro Monat, perspektivisch bis 2040 mehrere hundert Euro pro Jahr. Die folgenden Zahlen sind Prognosen, keine beschlossenen Werte.
Überblick
- Aktuell liegt der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung im neunten Jahr in Folge bei 18,6 Prozent – das gilt gesetzlich festgeschrieben auch für 2026.
- Für 2027 wird ein erster, kleiner Anstieg erwartet, für 2028 ein Sprung um rund 1,2 Prozentpunkte.
- Den Beitrag tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte; für Beschäftigte zählt der halbe Anstieg.
- Bis 2040 könnte der Satz nach der Schätzung auf gut 21 Prozent steigen.
- Hauptgründe: mehr Rentenbeziehende durch die Babyboomer und sinkende Rücklagen der Rentenkasse.
Rentenbeitrag 2028: Das ist geplant
Seit 2018 fließen unverändert 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens in die Rentenkasse. Für 2026 hat das Bundeskabinett diesen Satz mit der „RVBeitrSBek 2026“ bestätigt – er bleibt also stabil. Danach soll sich das laut Prognose ändern: Der Schätzerkreis der Deutschen Rentenversicherung rechnet für 2027 mit einem ersten Anstieg auf etwa 18,8 bis 18,9 Prozent. Für 2028 erwartet die DRV einen deutlichen Sprung; ihr Vorstandsvorsitzender sprach öffentlich von einem Anstieg um rund 1,2 Prozentpunkte auf etwa 19,8 Prozent, der Schätzerkreis nennt einen Wert um 20,0 Prozent. Welcher Wert eintritt, hängt unter anderem davon ab, wie sich Löhne, Rentnerzahl und die geplanten Reformen entwickeln. Verbindlich beschlossen ist der Satz für 2028 noch nicht.
Was der Anstieg Beschäftigte kostet
Wie viel der Rentenbeitrag 2028 Beschäftigte kostet, lässt sich überschlägig berechnen: Der Beitrag wird hälftig getragen, der Arbeitnehmeranteil steigt 2028 also um etwa 0,6 Prozentpunkte (die Hälfte von 1,2). Als Faustformel gilt: monatliche Mehrbelastung ≈ Bruttolohn × 0,006. Die folgende Tabelle zeigt Beispielwerte – reine Modellrechnung für den Arbeitnehmeranteil, ohne Lohnsteuer-Effekte. Der Arbeitgeber zahlt jeweils denselben Betrag zusätzlich.
| Bruttolohn / Monat | Mehrbelastung 2028 (ca.) | pro Jahr (ca.) |
|---|---|---|
| 3.500 Euro | rund 21 Euro | rund 252 Euro |
| 4.500 Euro | rund 27 Euro | rund 324 Euro |
| 8.500 Euro | rund 51 Euro | rund 612 Euro |
Bei 8.500 Euro greift die Beitragsbemessungsgrenze: 2026 werden Beiträge nur bis 8.450 Euro im Monat erhoben (Quelle: Bundesregierung). Bis 2028 dürfte diese Grenze weiter steigen, sodass der Betrag voraussichtlich voll beitragspflichtig wird. Oberhalb der jeweils gültigen Grenze ist der Lohn beitragsfrei. Genauere Tabellen samt Beitragsbemessungsgrenze finden Sie in unserem Beitrag Rentenbeiträge 2025–2028: Zahlen, BBG und Beispiele.
Warum der Beitrag steigt
Zwei Entwicklungen treffen zusammen. Erstens wächst die Zahl der Rentenbeziehenden, weil die geburtenstarken Jahrgänge („Babyboomer“) nach und nach in den Ruhestand gehen. Zweitens steigen die Renten selbst, weil sie an die Lohnentwicklung gekoppelt sind – so legt die gesetzliche Rente etwa zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent zu. Höheren Ausgaben stehen damit Einnahmen gegenüber, die langsamer wachsen. Das Umlageverfahren reagiert darauf automatisch: Sinkt die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage unter eine gesetzliche Untergrenze, steigt der Beitragssatz. Genau dieser Fall wird für 2028 erwartet. Hintergründe zur jährlichen Anpassung lesen Sie in unserem Überblick zur Rentenerhöhung 2026; wie sich die Beitragsbemessungsgrenze 2026 entwickelt, erklären wir separat.
Mit dem Rentenpaket der Bundesregierung soll das Rentenniveau bis 2032 bei 48 Prozent stabil bleiben. Die dadurch entstehenden Mehrausgaben will der Bund der Rentenversicherung erstatten. Der Bundesrechnungshof beziffert die zusätzliche Belastung des Bundeshaushalts bis 2031 auf rund 25 Milliarden Euro, bis 2040 auf etwa 150 Milliarden Euro – und warnt vor einer weiteren Anspannung des Haushalts. Kritiker verweisen auf die Lastenverteilung zwischen Beitragszahlenden, Steuerzahlenden und dem Bund. Die Zahlen stammen aus öffentlichen Prognosen und können sich mit neuen Gesetzen ändern.
Prüfen Sie Ihre jährliche Renteninformation und planen Sie künftige Beitragserhöhungen in Ihr Haushaltsbudget ein. Persönliche Fragen zu Beiträgen und Ansprüchen klären Sie kostenlos bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung in Ihrer Region oder am DRV-Servicetelefon. Verbindliche Auskunft zu Ihrem Fall erhalten Sie nur dort.
Ausblick bis 2040
Nach der Frühjahrsfinanzschätzung dürfte der Beitragssatz ab 2031 weiter auf rund 20,3 bis 20,4 Prozent steigen und ab etwa 2035 die Marke von 21 Prozent überschreiten. Für 2040 nennt die Schätzung einen Wert von geschätzt 21,4 Prozent. Gegenüber heute wäre das ein Plus von 2,8 Prozentpunkten – für Beschäftigte also rund 1,4 Prozentpunkte mehr. Überschlägig wären das bei 3.500 Euro brutto rund 49 Euro im Monat, bei 4.500 Euro rund 63 Euro – mehrere hundert Euro pro Jahr. Auch diese Werte sind Modellrechnungen auf Basis heutiger Prognosen und keine festen Zusagen. Weitere Tipps rund um die gesetzliche Rente und das geplante Rentenpaket 2025 finden Sie in unseren weiterführenden Beiträgen.
Häufige Fragen zum steigenden Rentenbeitrag
Wie hoch ist der Rentenbeitrag aktuell?
Der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung liegt 2026 unverändert bei 18,6 Prozent und damit im neunten Jahr in Folge auf diesem Niveau. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen ihn je zur Hälfte (Stand: 2026).
Wann steigt der Beitrag und um wie viel?
Für 2027 wird ein kleiner Anstieg auf rund 18,8 bis 18,9 Prozent erwartet, für 2028 ein Sprung um etwa 1,2 Prozentpunkte auf rund 19,8 bis 20,0 Prozent. Beschlossen sind diese Werte noch nicht; es handelt sich um Prognosen der Rentenversicherung (Stand: Mai 2026).
Was kostet mich der Anstieg konkret?
Überschlägig sinkt der Nettolohn um etwa den halben Beitragsanstieg. Bei 4.500 Euro brutto sind das für 2028 rund 27 Euro im Monat. Der genaue Betrag hängt von Ihrem Bruttolohn und der Beitragsbemessungsgrenze ab.
Warum steigt der Rentenbeitrag überhaupt?
Weil immer mehr Menschen Rente beziehen und die Renten mit den Löhnen steigen, während die Rücklagen der Rentenkasse sinken. Unterschreiten diese eine gesetzliche Untergrenze, erhöht sich der Beitrag automatisch.
Wo bekomme ich verbindliche Auskunft?
Bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung sowie am kostenlosen DRV-Servicetelefon. Nur dort erhalten Sie eine verbindliche Aussage zu Ihrem persönlichen Fall.
Fazit und Ausblick
Für 2026 bleibt der Rentenbeitrag stabil bei 18,6 Prozent. Der erwartete Sprung kommt 2028 – mit spürbarer, aber für mittlere Einkommen zunächst überschaubarer Mehrbelastung. Über die Jahre und in Haushalten mit zwei Erwerbstätigen summieren sich die Beträge. Wie hoch der Rentenbeitrag 2028 und in den Folgejahren tatsächlich ausfällt, hängt von Gesetzgebung, Lohn- und Rentenentwicklung ab. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald verbindliche Beschlüsse vorliegen (Stand: Mai 2026).
– Redaktion rathausnachrichten.de
ℹ️ Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Quellen, u. a. der Frühjahrsfinanzschätzung des Schätzerkreises der Deutschen Rentenversicherung, Pressemitteilungen der DRV und Angaben der Bundesregierung (Stand: Mai 2026). Die Beitragssätze ab 2027 sind Prognosen und noch nicht verbindlich beschlossen; die Euro-Beträge sind überschlägige Modellrechnungen für den Arbeitnehmeranteil ohne Steuereffekte. Angaben können sich ändern. Für verbindliche Auskunft wenden Sie sich an die Deutsche Rentenversicherung.


