Ein Quantencomputer in Garching, der auf minus 273 Grad Celsius gekühlt wird, soll komplexe Aufgaben lösen und die Forschung beschleunigen. Der in Betrieb genommene Quantencomputer Euro-Q-Exa am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verspricht eine neue Ära der Hochleistungsrechnung, ohne dabei die Sicherheit von Bankdaten zu gefährden. Quantencomputer Garching steht dabei im Mittelpunkt.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Quantencomputer Euro-Q-Exa wurde am Leibniz-Rechenzentrum in Garching in Betrieb genommen.
- Er soll als Beschleuniger für klassische Supercomputer dienen.
- Die Kühlung erfolgt auf minus 273 Grad Celsius, der Strombedarf ist geringer als beim SuperMUC-NG.
- Die Anlage stammt vom finnischen Unternehmen IQM und wurde durch das EuroHPC Joint Undertaking mitfinanziert.
| PRODUKT: | Euro-Q-Exa Quantencomputer, IQM (Finnland), Preis: Nicht öffentlich, Verfügbarkeit: In Betrieb, Plattform: Leibniz-Rechenzentrum Garching, Besonderheiten: Integration in Supercomputer, Supraleitende Qubits |
|---|---|
| SICHERHEIT: | Betroffene Systeme: Keine bekannt, Schweregrad: Nicht zutreffend, Patch verfügbar?: Nicht zutreffend, Handlungsempfehlung: Keine erforderlich |
| APP: | Nicht zutreffend |
Inhaltsverzeichnis
- Der Quantencomputer in Garching: Ein Blick in die Zukunft der Rechenleistung
- Was ist das Besondere an Euro-Q-Exa in Garching?
- Die Technologie hinter dem Quantencomputer: Supraleitende Qubits
- Woher stammt der Quantencomputer?
- Wie unterscheidet sich ein Quantencomputer von einem klassischen Supercomputer?
- Vorteile und Nachteile des Quantencomputings
- Quantencomputer vs. Klassische Supercomputer: Ein Vergleich
- Die Sicherheit von Bankdaten im Zeitalter des Quantencomputings
- Häufig gestellte Fragen
- Ein Ausblick auf die Zukunft des Quantencomputings
Der Quantencomputer in Garching: Ein Blick in die Zukunft der Rechenleistung
Die Inbetriebnahme des Quantencomputers Euro-Q-Exa am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching markiert einen bedeutenden Fortschritt für Deutschland im Bereich der Quantentechnologie. Wie Stern berichtet, soll dieser Quantencomputer als Beschleuniger für klassische Supercomputer dienen und komplexe Aufgaben bewältigen, die für herkömmliche Rechner eine Herausforderung darstellen. Der Fokus liegt dabei auf der Integration des Quantencomputers in die bestehende Supercomputer-Infrastruktur, um eine effiziente Zusammenarbeit zwischen klassischer und Quantenrechenleistung zu ermöglichen.
Ein Quantencomputer nutzt die Prinzipien der Quantenmechanik, um Informationen zu verarbeiten. Im Gegensatz zu klassischen Computern, die mit Bits arbeiten, die entweder 0 oder 1 darstellen, verwenden Quantencomputer Qubits. Qubits können dank der Quantenphänomene Superposition und Verschränkung mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen, was eine exponentiell höhere Rechenleistung ermöglicht.
Was ist das Besondere an Euro-Q-Exa in Garching?
Der Euro-Q-Exa ist kein eigenständiger Quantencomputer, sondern ein integraler Bestandteil des SuperMUC-NG, eines der leistungsstärksten Supercomputer Deutschlands. Diese Integration ermöglicht es, rechenintensive Aufgaben, die für klassische Computer schwer zu bewältigen sind, an den Quantencomputer auszulagern. Der Supercomputer übernimmt dann die Steuerung und die restliche Datenverarbeitung. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in Bereichen wie Materialwissenschaft, Medikamentenforschung und künstliche Intelligenz.
Wie funktioniert die Integration in den Supercomputer in der Praxis?
Stellen Sie sich vor, ein Pharmaunternehmen möchte ein neues Medikament entwickeln. Die Simulation von Molekülen und deren Wechselwirkungen ist eine extrem rechenintensive Aufgabe. Der klassische Supercomputer SuperMUC-NG kann diese Simulationen durchführen, aber der Quantencomputer Euro-Q-Exa kann bestimmte Teilaspekte, wie die Berechnung der elektronischen Struktur von Molekülen, deutlich schneller und genauer lösen. Der Supercomputer steuert den gesamten Simulationsprozess und übergibt die relevanten Daten an den Quantencomputer, der die Berechnungen durchführt und die Ergebnisse zurückliefert. So entsteht eine effiziente Arbeitsteilung, die zu schnelleren und besseren Ergebnissen führt.
Die Nutzung des Quantencomputers erfordert spezialisierte Software und Algorithmen, die auf die Besonderheiten der Quantenhardware zugeschnitten sind. Forscher am LRZ arbeiten an der Entwicklung solcher Tools, um den Zugang zur Quantenrechenleistung zu erleichtern und die Anwendungsbereiche zu erweitern. Die Herausforderung besteht darin, die Quantenalgorithmen so zu gestalten, dass sie optimal mit der klassischen Recheninfrastruktur zusammenarbeiten und die Vorteile beider Welten nutzen. (Lesen Sie auch: Apple Update iOS 26.3: Leichterer Android-Switch)
Die Technologie hinter dem Quantencomputer: Supraleitende Qubits
Der Euro-Q-Exa basiert auf supraleitenden Qubits. Supraleitung ist ein physikalisches Phänomen, bei dem bestimmte Materialien unterhalb einer kritischen Temperatur ihren elektrischen Widerstand vollständig verlieren. Dies ermöglicht den Bau von Qubits mit hoher Präzision und geringem Rauschen. Um die Supraleitung zu erreichen, muss der Quantencomputer auf extrem tiefe Temperaturen von minus 273 Grad Celsius gekühlt werden, was nur knapp über dem absoluten Nullpunkt liegt. Diese Kühlung erfolgt mit speziellen Kryostaten, die flüssiges Helium verwenden.
Die Steuerung und das Auslesen der Qubits erfordern komplexe elektronische Schaltungen und hochfrequente Signale. Die Herausforderung besteht darin, die Qubits in einem stabilen und kontrollierten Zustand zu halten, um die Genauigkeit der Berechnungen zu gewährleisten. Die Lebensdauer der Qubits, die sogenannte Kohärenzzeit, ist begrenzt, was die Komplexität der Quantenalgorithmen einschränkt. Forscher arbeiten kontinuierlich daran, die Kohärenzzeiten zu verlängern und die Stabilität der Qubits zu verbessern.
Woher stammt der Quantencomputer?
Die Anlage in Garching stammt von dem finnischen Unternehmen IQM, einer Ausgründung der Aalto-Universität. IQM hat sich auf die Entwicklung und den Bau von Quantencomputern spezialisiert und arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammen. Die Wahl von IQM als Lieferant unterstreicht die wachsende Bedeutung europäischer Unternehmen im Bereich der Quantentechnologie. Die Entwicklung von Quantencomputern ist ein globales Wettrennen, in dem die USA und China derzeit führend sind. Europa will jedoch aufholen und investiert massiv in Forschung und Entwicklung.
Das EuroHPC Joint Undertaking, eine europäische Initiative zur Förderung der Hochleistungsrechentechnik, hat den Quantencomputer am Leibniz-Rechenzentrum in München mitfinanziert. Ziel ist es, die europäische Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Quantentechnologie zu stärken und den Zugang zu Quantenrechenressourcen für europäische Forscher und Unternehmen zu verbessern. Die EU-Vizepräsidentin für Technologie, Henna Virkkunen, die aus Finnland stammt, war bei der Eröffnung anwesend, um die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit in diesem Bereich zu unterstreichen.
Wie unterscheidet sich ein Quantencomputer von einem klassischen Supercomputer?
Der grundlegende Unterschied liegt in der Art und Weise, wie Informationen verarbeitet werden. Ein klassischer Supercomputer verwendet Bits, die entweder den Zustand 0 oder 1 darstellen. Ein Quantencomputer hingegen nutzt Qubits, die dank der Gesetze der Quantenmechanik mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen können. Diese Fähigkeit, die als Superposition bezeichnet wird, ermöglicht es Quantencomputern, eine exponentiell größere Anzahl von Möglichkeiten gleichzeitig zu untersuchen und komplexe Probleme schneller zu lösen.
Ein weiteres wichtiges Quantenphänomen ist die Verschränkung, bei der zwei oder mehr Qubits miteinander verbunden sind und ihr Zustand voneinander abhängt, unabhängig von der Entfernung. Die Verschränkung ermöglicht es Quantencomputern, komplexe Berechnungen parallel durchzuführen und die Rechenleistung weiter zu steigern. Klassische Supercomputer können zwar durch Parallelverarbeitung auch komplexe Probleme lösen, aber sie sind durch die physikalischen Grenzen der klassischen Bits begrenzt. (Lesen Sie auch: Deutschland von Oben Quiz: Kennen Sie deutsche…)
Welche Anwendungen profitieren von Quantencomputern?
Quantencomputer versprechen Durchbrüche in verschiedenen Bereichen, darunter:
- Materialwissenschaft: Simulation neuer Materialien mit verbesserten Eigenschaften.
- Medikamentenforschung: Entwicklung neuer Medikamente und Therapien durch Simulation von Molekülen und deren Wechselwirkungen.
- Künstliche Intelligenz: Verbesserung von Algorithmen für maschinelles Lernen und Deep Learning.
- Finanzwesen: Optimierung von Portfolios und Risikomanagement.
- Logistik: Optimierung von Lieferketten und Transportnetzwerken.
Die Entwicklung von Quantencomputern steht jedoch noch am Anfang, und es gibt noch viele Herausforderungen zu bewältigen, bevor diese Technologie ihr volles Potenzial entfalten kann.
Vorteile und Nachteile des Quantencomputings
Die Vorteile des Quantencomputings liegen in der potenziell enormen Rechenleistung, die es ermöglicht, Probleme zu lösen, die für klassische Computer unlösbar sind. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Die Nachteile sind jedoch die hohe Komplexität der Technologie, die Notwendigkeit extrem tiefer Temperaturen und die begrenzte Lebensdauer der Qubits. Zudem sind Quantencomputer derzeit noch sehr teuer und erfordern spezialisierte Expertise.
Ein weiterer Nachteil ist die Anfälligkeit von Quantencomputern für Fehler. Quanteninformationen sind sehr fragil und können leicht durch Umwelteinflüsse gestört werden. Die Entwicklung von Fehlerkorrekturverfahren ist daher ein wichtiger Forschungsbereich im Quantencomputing. Trotz dieser Herausforderungen ist das Potenzial des Quantencomputings enorm, und die Investitionen in Forschung und Entwicklung steigen weltweit.

Quantencomputer vs. Klassische Supercomputer: Ein Vergleich
Während klassische Supercomputer auf der fortgeschrittensten Form der klassischen Computertechnologie basieren, nutzen Quantencomputer die Prinzipien der Quantenmechanik, um Berechnungen durchzuführen. Ein klassischer Supercomputer wie der SuperMUC-NG ist ideal für Aufgaben, die sich gut in parallele Prozesse aufteilen lassen und eine hohe Genauigkeit erfordern. Quantencomputer hingegen sind besonders geeignet für Probleme, die eine exponentiell große Anzahl von Möglichkeiten beinhalten, wie z.B. die Faktorisierung großer Zahlen oder die Simulation von Quantensystemen.
Ein direkter Konkurrent zum Euro-Q-Exa ist der Quantencomputer des IBM Quantum Network, der ebenfalls supraleitende Qubits verwendet. IBM bietet seinen Quantencomputer als Cloud-Service an, was den Zugang für Forscher und Unternehmen erleichtert. Ein weiterer Wettbewerber ist Google mit seinem Quantencomputer Sycamore, der bereits 2019 die sogenannte „Quantenüberlegenheit“ demonstriert hat, indem er eine Berechnung durchgeführt hat, die für klassische Computer unmöglich wäre. Die Technologie des IBM Quantum Network ist jedoch noch nicht so weit fortgeschritten wie der Euro-Q-Exa. (Lesen Sie auch: Wolfgang Kindl: Silber und Bronze für Steu/:…)
Die Sicherheit von Bankdaten im Zeitalter des Quantencomputings
Ein häufig geäußertes Bedenken ist die Sicherheit von Bankdaten und anderen sensiblen Informationen im Zeitalter des Quantencomputings. Quantencomputer könnten in der Lage sein, aktuelle Verschlüsselungsalgorithmen, wie den RSA-Algorithmus, zu knacken, der auf der Schwierigkeit der Faktorisierung großer Zahlen basiert. Dies würde die Sicherheit von Online-Banking, E-Commerce und anderen digitalen Transaktionen gefährden.
Es gibt jedoch bereits vielversprechende Ansätze, um sich vor dieser Bedrohung zu schützen. Die Entwicklung von Post-Quanten-Kryptographie (PQC) ist ein wichtiger Forschungsbereich. PQC umfasst Verschlüsselungsalgorithmen, die resistent gegen Angriffe von Quantencomputern sind. Diese Algorithmen basieren auf mathematischen Problemen, die auch für Quantencomputer schwer zu lösen sind. Die Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt den Einsatz von PQC-Algorithmen, um die Sicherheit von Daten auch im Zeitalter des Quantencomputings zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst der Quantencomputer in Garching die Forschung?
Der Quantencomputer Euro-Q-Exa ermöglicht es Forschern, komplexe Simulationen und Berechnungen durchzuführen, die mit klassischen Computern nicht möglich wären. Dies beschleunigt die Forschung in Bereichen wie Materialwissenschaft, Medikamentenforschung und künstliche Intelligenz und eröffnet neue Möglichkeiten für Innovationen.
Ist der Betrieb eines Quantencomputers umweltschädlich?
Obwohl der Quantencomputer auf minus 273 Grad Celsius gekühlt werden muss, ist der Strombedarf laut LRZ geringer als der des SuperMUC-NG. Die Kühlung erfolgt mit flüssigem Helium, das recycelt wird. Insgesamt wird versucht, den Betrieb des Quantencomputers so energieeffizient wie möglich zu gestalten. (Lesen Sie auch: Bastian Schweinsteiger: Olympia-Feeling im New Yorker)
Wann werden Quantencomputer im Alltag eingesetzt?
Es wird noch einige Jahre dauern, bis Quantencomputer im Alltag eingesetzt werden. Die Technologie steht noch am Anfang, und es gibt noch viele Herausforderungen zu bewältigen. In Zukunft könnten Quantencomputer jedoch in Bereichen wie Logistik, Finanzen und Gesundheitswesen eine wichtige Rolle spielen.
Ein Ausblick auf die Zukunft des Quantencomputings
Die Inbetriebnahme des Quantencomputers in Garching ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Ära der Hochleistungsrechnung. Die Kombination von klassischer und Quantenrechenleistung verspricht Durchbrüche in verschiedenen Bereichen und eröffnet neue Möglichkeiten für Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft.Die Investitionen in Forschung und Entwicklung im Bereich des Quantencomputings steigen weltweit, und es ist zu erwarten, dass wir in den nächsten Jahren weitere Fortschritte sehen werden.










