📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026
Agrardiesel-Rückvergütung 2026: Wie viel Geld bekommen Landwirte zurück?
Die Agrardiesel-Rückvergütung kehrt zurück: Ab dem 1. Januar 2026 erhalten land- und forstwirtschaftliche Betriebe wieder die volle Steuerentlastung von 21,48 Cent pro Liter Diesel. Nach den massiven Bauernprotesten im Winter 2023/24 hat die Bundesregierung eine der größten Fehlentscheidungen der Ampel-Koalition korrigiert. Die Entlastung für die Branche beträgt rund 430 Millionen Euro jährlich.
🚜 Agrardiesel-Rückvergütung 2026 – Auf einen Blick:
• Rückvergütung: 21,48 Cent pro Liter (voller Satz)
• Gültig ab: 1. Januar 2026
• Entlastung gesamt: ca. 430 Mio. Euro jährlich
• Pro Betrieb (Durchschnitt): ca. 2.790 Euro jährlich
• Antrag: elektronisch über das Zoll-Portal
• Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Was ist die Agrardiesel-Rückvergütung?
Die Agrardiesel-Rückvergütung ist eine staatliche Rückerstattung der Energiesteuer auf Diesel, der in land- und forstwirtschaftlichen Maschinen eingesetzt wird. Die reguläre Energiesteuer auf Diesel beträgt 47,04 Cent pro Liter. Durch die Rückvergütung von 21,48 Cent sinkt die effektive Steuerlast für die Landwirtschaft auf 25,56 Cent pro Liter.
Diese Entlastung ist notwendig, weil Traktoren, Mähdrescher, Hoflader und andere landwirtschaftliche Maschinen große Mengen Kraftstoff verbrauchen. Die Rückvergütung federt diese Kosten ab und sichert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betriebe im europäischen Vergleich.

Warum wurde die Agrardiesel-Rückvergütung gestrichen?
Im November 2023 hatte die damalige Ampel-Regierung die schrittweise Abschaffung der Agrardiesel-Rückvergütung beschlossen – als Reaktion auf das Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts. Die Streichung sollte Haushaltslöcher stopfen:
- 2024: Kürzung auf 12,89 Cent pro Liter (statt 21,48 Cent)
- 2025: Weitere Kürzung auf 6,44 Cent pro Liter
- 2026: Ursprünglich geplant: komplette Streichung
Diese Entscheidung löste massive Bauernproteste aus. Tausende Landwirte blockierten im Winter 2023/24 Straßen und Autobahnauffahrten mit ihren Traktoren. Der Druck zeigte Wirkung: Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung aus Union und SPD wurde die Wiedereinführung festgeschrieben.
Agrardiesel-Rückvergütung 2026: Die neuen Regelungen
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums beschlossen, der Bundestag hat zugestimmt. Ab dem 1. Januar 2026 gelten folgende Regelungen:
| Jahr | Rückvergütung | Status |
|---|---|---|
| Bis Februar 2024 | 21,48 Cent/Liter | Voller Satz |
| 2024 | 12,89 Cent/Liter | Gekürzt |
| 2025 | 6,44 Cent/Liter | Stark gekürzt |
| Ab 2026 | 21,48 Cent/Liter | Voller Satz wiederhergestellt |
💬 Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU):
„Die Bundesregierung hat eine der größten Fehlentscheidungen der Ampel-Regierung korrigiert. Die Agrardieselrückvergütung kommt vollständig zurück. So entlasten wir unsere Betriebe, geben ihnen Planungssicherheit und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.“
Wer hat Anspruch auf die Agrardiesel-Rückvergütung?
Anspruch auf die Steuerentlastung haben Betriebe der Land- und Forstwirtschaft. Dazu zählen:
- Ackerbaubetriebe
- Grünlandbetriebe
- Tierhaltungsbetriebe
- Weinbaubetriebe (Winzer)
- Obstbaubetriebe
- Forstbetriebe
- Imkereien (Sonderregel: max. 15 Liter je Bienenvolk pro Jahr)
Voraussetzungen:
- Der Diesel muss regulär versteuert eingekauft worden sein
- Nachweis, dass der Diesel für land- oder forstwirtschaftliche Arbeiten verwendet wurde
- Elektronische Antragstellung über das Zoll-Portal

Wie viel Geld bekommen Landwirte zurück?
Die finanzielle Entlastung hängt von Betriebsgröße, Bewirtschaftungsform und Dieselverbrauch ab. Ein durchschnittlicher Betrieb spart durch die Rückvergütung etwa 2.790 Euro jährlich.
| Dieselverbrauch pro Jahr | Rückvergütung 2026 |
|---|---|
| 5.000 Liter | 1.074 Euro |
| 10.000 Liter | 2.148 Euro |
| 15.000 Liter | 3.222 Euro |
| 20.000 Liter | 4.296 Euro |
| 50.000 Liter | 10.740 Euro |
Regionale Entlastung: Insgesamt fließen durch die Wiedereinführung rund 430 Millionen Euro pro Jahr zurück an die Landwirtschaft. Allein die bayerischen Betriebe profitieren mit etwa 80 bis 90 Millionen Euro jährlich.
Wie beantrage ich die Agrardiesel-Rückvergütung?
Das Antragsverfahren bleibt grundsätzlich gleich:
Schritt 1: Dokumentieren Sie Ihren Dieselverbrauch im laufenden Jahr genau (Tankbelege, Lieferscheine aufbewahren).
Schritt 2: Stellen Sie den Antrag auf Steuerentlastung elektronisch über das Zoll-Portal. Seit dem 1. Januar 2024 ist die elektronische Antragstellung verpflichtend.
Schritt 3: Reichen Sie die Unterlagen beim zuständigen Hauptzollamt ein. Für den Verbrauch 2026 ist die Antragstellung im Jahr 2027 möglich.
Schritt 4: Die Auszahlung erfolgt in der Regel im Folgejahr nach Prüfung durch das Hauptzollamt.
Wichtig: Es gibt einen Mindestbetrag für die Entlastung. Kleinere Betriebe sollten prüfen, ob ihr Dieselverbrauch die Schwelle erreicht.
Neu: Auch HVO-Kraftstoffe werden einbezogen
Eine wichtige Neuerung: Ab 2026 werden auch dieselähnliche Energieerzeugnisse in die Rückvergütung einbezogen. Dazu gehören insbesondere:
- HVO (Hydrierte Pflanzenöle) – ein klimafreundlicherer Alternativkraftstoff
- Weitere dem Gasöl gleichgestellte Energieerzeugnisse
Diese Erweiterung berücksichtigt, dass immer mehr Betriebe auf alternative Kraftstoffe setzen, um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren.
Reaktionen: Bauernverband begrüßt Entscheidung
Der Deutsche Bauernverband und die Landesverbände haben die Wiedereinführung begrüßt:
💬 BBV-Präsident Günther Felßner:
„Unsere Proteste im Winter 2023/24 haben Wirkung gezeigt: Ab 2026 erhalten die Landwirte den vollen Satz von 21,48 Cent je Liter zurück. Das ist ein Erfolg für die Bauernfamilien und ein klares Signal, dass sich unser Einsatz lohnt.“
Thüringens Agrarministerin Colette Boos-John (CDU) bezeichnete die Streichung durch die Ampel-Regierung als „Fehlentscheidung“ und lobte die aktuelle Regierung dafür, den Fehler korrigiert zu haben.
Kritik: Umweltverbände fordern Klimaschutz-Alternativen
Nicht alle begrüßen die Wiedereinführung. Umweltverbände kritisieren, dass die Rückkehr zur alten Regelung eine „rückwärtsgewandte Politik“ sei. Die Landwirtschaft müsse sich in den kommenden 20 Jahren von fossilen Kraftstoffen verabschieden.
Kritiker fordern stattdessen:
- Stärkere Förderung alternativer Antriebe (E-Traktoren)
- Investitionszuschüsse für klimafreundliche Maschinen
- Unterstützung beim Umbau zu CO2-neutraler Produktion
Das Gesetz sieht daher eine Überprüfung der Vergütungsstruktur in den kommenden Jahren vor.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch ist die Agrardiesel-Rückvergütung 2026?
Die Agrardiesel-Rückvergütung beträgt ab dem 1. Januar 2026 wieder volle 21,48 Cent pro Liter Diesel. Das ist der ursprüngliche Satz, der bis Februar 2024 galt. Die Kürzungen der Jahre 2024 (12,89 Cent) und 2025 (6,44 Cent) werden damit vollständig rückgängig gemacht.
Wer hat Anspruch auf die Agrardiesel-Rückvergütung?
Anspruch haben Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, darunter Ackerbau, Grünland, Tierhaltung, Weinbau, Obstbau, Forstwirtschaft und Imkereien. Voraussetzung ist, dass der Diesel regulär versteuert eingekauft wurde und nachweislich für land- oder forstwirtschaftliche Arbeiten verwendet wird.
Wie beantrage ich die Agrardiesel-Rückvergütung?
Der Antrag auf Steuerentlastung muss elektronisch über das Zoll-Portal eingereicht werden. Dokumentieren Sie Ihren Dieselverbrauch genau und reichen Sie die Unterlagen beim zuständigen Hauptzollamt ein. Für den Verbrauch 2026 können Sie den Antrag im Jahr 2027 stellen.
Wie viel spart ein durchschnittlicher Betrieb durch die Agrardiesel-Rückvergütung?
Ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb spart durch die Agrardiesel-Rückvergütung etwa 2.790 Euro jährlich. Die genaue Ersparnis hängt von Betriebsgröße, Bewirtschaftungsform und individuellem Dieselverbrauch ab. Bei 10.000 Litern Verbrauch beträgt die Rückerstattung 2.148 Euro.
Warum wurde die Agrardiesel-Rückvergütung wieder eingeführt?
Die Bundesregierung aus Union und SPD hat die Wiedereinführung im Koalitionsvertrag vereinbart. Die massive Kritik der Landwirte und die Bauernproteste im Winter 2023/24 hatten gezeigt, dass die Streichung die Betriebe stark belastet. Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit für die Landwirtschaft.
Fazit: Agrardiesel-Rückvergütung bringt Entlastung ab 2026
Die Agrardiesel-Rückvergütung kehrt zurück – und mit ihr eine spürbare Entlastung für rund 250.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Ab dem 1. Januar 2026 erhalten Landwirte wieder 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück. Das bedeutet rund 430 Millionen Euro weniger Kosten pro Jahr für die Branche.
Für die Betriebe ist das ein wichtiges Signal: Nach zwei Jahren der Unsicherheit gibt es wieder Planungssicherheit. Die Bauernproteste haben gezeigt, dass sich der Einsatz lohnt. Gleichzeitig bleibt die Debatte um die Zukunft fossiler Subventionen aktuell – die Landwirtschaft wird sich langfristig von fossilen Kraftstoffen verabschieden müssen.
Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert. Alle Angaben ohne Gewähr.
Über den Autor
Redaktion Rathausnachrichten | Landwirtschaft & Politik
Die Redaktion berichtet über aktuelle agrarpolitische Entwicklungen. Quellen: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, agrarheute, Deutscher Bauernverband, Zoll. Alle Angaben ohne Gewähr.






