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Baugenehmigung beantragen: Fristen, Kosten & Zuständigkeit

Wer eine Baugenehmigung beantragen will, braucht die richtige Behörde: Zuständigkeit, Fristen und Kosten im Überblick, mit Beispiel aus Köln und NRW.

Bundesweit wurden im Juli 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 22.500 Wohnungen zum Neubau oder Umbau genehmigt – ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für Bauherren bedeutet das vor allem eines: mehr Anträge bei den Bauaufsichtsbehörden vor Ort und damit mehr Wartezeit. Wer eine Baugenehmigung beantragen will, wendet sich an das Bauamt der Stadt oder die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises – und sollte Zuständigkeit, Fristen, Kosten und nötige Unterlagen frühzeitig kennen.

Das Wichtigste in Kürze
Bundesweit wurden im Juli 2026 rund 22.500 Wohnungen genehmigt – 400 mehr als im Vorjahresmonat (Quelle: Destatis). Wer eine Baugenehmigung beantragen möchte, wendet sich an das Bauamt der Stadt oder die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises. Die Bearbeitung dauert je nach Kommune mehrere Wochen bis Monate, die Gebühr richtet sich nach dem Bauvolumen.

Überblick

  • 22.500 genehmigte Wohnungen bundesweit im Juli 2026 – 400 mehr als im Juli 2025 (Destatis)
  • Zuständig ist das Bauaufsichtsamt der Stadt beziehungsweise die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises
  • Bearbeitungsdauer laut Stadt Köln: im Schnitt vier bis neun Monate nach Antragseingang
  • Gebühr: mindestens 50 Euro, berechnet nach Rohbauwert und Bruttorauminhalt
  • Eine erteilte Baugenehmigung gilt in Köln drei Jahre, eine Verlängerung um ein Jahr ist möglich
  • Digitale Antragstellung ist in Nordrhein-Westfalen über das Bauportal.NRW nach BundID-Registrierung möglich

Warum steigen die Baugenehmigungszahlen bundesweit?

Von Januar bis Juli 2026 haben die Bauaufsichtsbehörden bundesweit Baugenehmigungen für 148.800 Wohnungen erteilt – ein Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Allein auf Neubauten entfielen davon 121.200 genehmigte Wohnungen, ein Anstieg um 13,5 Prozent. Für die zuständigen Ämter bedeutet der Trend ein spürbar höheres Antragsaufkommen – und damit potenziell längere Wartezeiten für einzelne Bauherren, auch wenn jeder Antrag einzeln bearbeitet wird.

Wie und wo lässt sich eine Baugenehmigung beantragen?

Für die Baugenehmigung ist die untere Bauaufsichtsbehörde zuständig – je nach Bundesland und Standort entweder das Bauamt einer kreisfreien Stadt oder die Bauverwaltung des Landkreises. In Köln bearbeitet das Bauaufsichtsamt der Stadt sämtliche Bauanträge; jeder eingegangene Antrag wird nach Angaben der Stadt Köln einer zuständigen Sachbearbeiterin oder einem zuständigen Sachbearbeiter zugeordnet. Eine Übersichtsseite der Stadt führt zudem zur passenden Antragsart je Vorhaben sowie zu Beratungsangeboten und zur Akteneinsicht für Nachbarn.

Für Nordrhein-Westfalen bestätigt das Bauportal des Landes, dass die untere Bauaufsichtsbehörde entweder in der Kreisverwaltung oder in der Stadtverwaltung angesiedelt ist – abhängig vom Standort des Bauvorhabens. Vor der eigentlichen Antragstellung können Bauherren eine Beratung oder eine verbindliche Bauvoranfrage einholen, bevor ein Entwurfsverfasser wie ein Architekt oder Ingenieur beauftragt wird.

Wie lange dauert das Baugenehmigungsverfahren?

Die Bearbeitungsdauer eines Bauantrags schwankt deutlich – von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. In Köln dauert die Bearbeitung nach Angaben der Stadt im Schnitt vier bis neun Monate nach Eingang des Antrags beim Bauaufsichtsamt; vollständige Anträge werden dabei schneller bearbeitet als unvollständige.

Das Bauportal NRW nennt für einzelne Verfahrensschritte konkretere Richtwerte: Die formelle Vorprüfung eines Antrags soll innerhalb von zehn Tagen erfolgen, die Rückmeldefrist danach liegt bei zwei Wochen, und die Beteiligung anderer Behörden kann bis zu zwei Monate dauern. In der Summe rät das Portal Bauherren, mit einer Gesamt-Bearbeitungszeit von einigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten zu rechnen. Ein methodischer Hinweis von Destatis passt dazu: Baugenehmigungen fließen häufig nicht im Monat ihrer Erteilung in die Statistik ein, sondern erst durch spätere Nachmeldungen der Baubehörden – ein Indiz dafür, wie unterschiedlich lang die Verfahren tatsächlich dauern.

Was kostet ein Bauantrag?

Eine Baugenehmigung kostet in Köln mindestens 50 Euro – die tatsächliche Höhe hängt vom Einzelfall ab. Berechnet wird die Gebühr nach der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung NRW, maßgeblich sind dabei Rohbauwert und Bruttorauminhalt des geplanten Vorhabens. Da Gebührenordnungen Ländersache und teils auch kommunal unterschiedlich geregelt sind, lohnt sich vor der Antragstellung eine konkrete Nachfrage bei der eigenen Bauaufsichtsbehörde. Wer die Finanzierung des Vorhabens plant, findet ergänzend eine Einordnung in unserem Beitrag zu den Bauzinsen 2026.

ℹ️ Gut zu wissen

Planen Sie einen Neubau oder Umbau, wenden Sie sich vor der Antragstellung an die Bauaufsichtsbehörde Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises – viele Ämter bieten dafür eine Antragsberatung an. Weitere aktuelle Bürgerinfos aus der Kölner Stadtverwaltung finden Sie in unseren Verkehrshinweisen für Köln. Für einen persönlichen Termin bei der Verwaltung hilft zudem unser Beitrag zum Bürgeramt-Termin online.

Welches Verfahren gilt für mein Bauvorhaben?

In Nordrhein-Westfalen unterscheidet die Bauordnung NRW 2018 drei Verfahrensarten, die sich nach Art und Größe des Bauvorhabens richten. Die folgende Tabelle nennt Verfahrensart, Rechtsgrundlage und typische Anwendungsfälle nach Angaben des Bauportals NRW.

Verfahrensart Rechtsgrundlage Typische Vorhaben
Vereinfachtes Verfahren § 64 BauO NRW 2018 Kleinere Bauvorhaben ohne Sonderbau-Status
Normales Verfahren § 63 BauO NRW 2018 Klassische Bauvorhaben
Verfahren für Sonderbauten § 65 BauO NRW 2018 Große Sonderbauten

Welches Verfahren im Einzelfall greift, klärt die Bauaufsichtsbehörde bereits in der Beratung vor der Antragstellung – eine pauschale Einschätzung ohne Prüfung des konkreten Vorhabens ist nicht möglich.

Welche Unterlagen brauchen Bauherren für den Bauantrag?

Für einen vollständigen Bauantrag verlangt die Bauaufsichtsbehörde in der Regel mehrere Bauvorlagen. Das Bauportal NRW nennt dafür folgende Unterlagen:

  • Amtliches Antragsformular
  • Lageplan
  • Bauzeichnungen
  • Baubeschreibung
  • Rechnerische Nachweise und Stellplatzberechnung
  • Statistikbogen
  • Liegenschaftskarte, sofern kein amtlicher Lageplan vorliegt

Fehlen Unterlagen, fordert das Bauaufsichtsamt sie nach Angaben der Stadt Köln zur Nachbesserung an – das verlängert die Bearbeitungszeit zusätzlich. Wer alle Unterlagen vollständig einreicht, beschleunigt das Verfahren spürbar.

Wie funktioniert die digitale Antragstellung über das Bauportal?

Bauanträge lassen sich in Nordrhein-Westfalen digital über das Bauportal.NRW einreichen. Voraussetzung dafür ist eine vorherige Registrierung über die BundID, das zentrale digitale Behördenkonto des Bundes. Für Rückfragen vor der eigentlichen Antragstellung bietet die Stadt Köln zusätzlich eine Antragsberatung Bauen an, bei der Bauherren eine unverbindliche Einschätzung ihres Vorhabens erhalten.

Fazit und Ausblick

Die bundesweit steigenden Genehmigungszahlen dürften die Bauaufsichtsbehörden in den kommenden Monaten weiter fordern. Wer eine Baugenehmigung beantragen will, sollte deshalb frühzeitig Kontakt zur zuständigen Behörde aufnehmen, alle Unterlagen vollständig einreichen und Fristen sowie Gebühren vorab direkt bei der eigenen Kommune erfragen, da diese je nach Bundesland und Ort abweichen können. Nach dem Bezug eines Neubaus ist zudem daran zu denken, den Wohnsitz fristgerecht anzumelden.

– Redaktion rathausnachrichten.de

Häufige Fragen zur Baugenehmigung

Brauche ich für einen Carport oder eine Garage eine Baugenehmigung?

Ob kleinere Nebenanlagen wie Garagen oder Carports genehmigungsfrei sind, regelt die jeweilige Landesbauordnung. Das Bauportal NRW verweist darauf, dass viele kleinere Vorhaben für das vereinfachte Verfahren nach Paragraf 64 BauO NRW 2018 infrage kommen. Eine verbindliche Einschätzung zum konkreten Vorhaben gibt ausschließlich die zuständige Bauaufsichtsbehörde vor Ort (Stand: September 2026).

Wie lange ist eine erteilte Baugenehmigung gültig?

In Köln bleibt eine Baugenehmigung nach Angaben der Stadt drei Jahre nach Zustellung gültig; innerhalb dieser Frist muss mit dem Bau begonnen werden. Eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist per formlosem Schreiben vor Ablauf der Frist möglich. Die genaue Geltungsdauer kann je nach Bundesland und Kommune abweichen.

Kann ich den Bauantrag online stellen?

In Nordrhein-Westfalen ist die digitale Antragstellung über das Bauportal.NRW möglich, nach vorheriger Registrierung über die BundID. Ob und in welchem Umfang andere Bundesländer eine digitale Antragstellung anbieten, erfahren Bauherren bei der für ihren Standort zuständigen Bauaufsichtsbehörde.

Was passiert, wenn im Bauantrag Unterlagen fehlen?

Fehlen Unterlagen, fordert das Bauaufsichtsamt sie laut Stadt Köln zur Nachbesserung an. Das verlängert die Bearbeitungszeit, da die Bearbeitung erst mit der vollständigen Unterlage fortgesetzt wird. Vollständige Anträge werden nach Angaben der Stadt grundsätzlich schneller bearbeitet als unvollständige.

ℹ️ Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Quellen (unter anderem Statistisches Bundesamt, Stadt Köln, Bauportal.NRW; Stand: September 2026). Angaben zu Fristen, Gebühren und Verfahren können sich je nach Bundesland und Kommune unterscheiden und ändern sich mitunter kurzfristig; für eine verbindliche Auskunft wenden Sie sich an die für Ihren Standort zuständige Bauaufsichtsbehörde.

Maik Möhring
Autor dieses Beitrags

Chefredakteur & Gründer

Maik Möhring ist Gründer und Chefredakteur von Rathausnachrichten.de. Mit langjähriger Erfahrung in Lokaljournalismus und digitalen Medien berichtet er über kommunale Politik, Stadtentwicklung und gesellschaftliche Themen.

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