Bezirksrathaus Rodenkirchen: Neubau verzögert sich bis 2028
Bezirksrathaus Rodenkirchen: Der Neubau in Köln verzögert sich um drei Quartale auf Ende 2028. Kosten, Gründe und Interimsadressen im Überblick.
Der Rohbau für das neue Bezirksrathaus Rodenkirchen in Köln ist im Untergeschoss und in der Tiefgarage weit fortgeschritten, doch die Fertigstellung verzögert sich nach Angaben der Stadtverwaltung um drei Quartale: Die Übergabe an die Verwaltung ist nun erst zum Ende des dritten Quartals 2028 vorgesehen, wie die Stadt Köln in einer Pressemitteilung vom 18. September 2026 bekanntgab. Als Gründe nennt die zuständige Gebäudewirtschaft der Stadt Köln einen langwierigen Vergabeprozess, archäologische Funde auf dem Baugrundstück an der Hauptstraße 85 sowie geopolitisch bedingte Preis- und Materialschwankungen. Die aktuelle Kostenprognose für den Neubau liegt bei 85,1 Millionen Euro brutto.
Überblick
- Rohbau des Bezirksrathauses Rodenkirchen im Untergeschoss und in der Tiefgarage weit fortgeschritten, Bodenplatte und Außenwände stehen nahezu komplett
- Fertigstellung und Einzug der Verwaltung verschieben sich laut Stadt Köln um drei Quartale auf das Ende des dritten Quartals 2028
- Kostenprognose aktuell 85,1 Millionen Euro brutto, Generalunternehmen seit November 2025 beauftragt
- Ursachen der Verzögerung: langwierige Ausschreibung, hohes Bieterfragenaufkommen, archäologische Funde und Materialpreisschwankungen
- Neubau soll als eines der ersten städtischen Gebäude ganz ohne fossile Brennstoffe auskommen, mit Dachbegrünung und Photovoltaik
- Bürgeramt und Kundenzentrum Rodenkirchen bleiben während der Bauzeit an Interimsstandorten in der Industriestraße und der Mannesmannstraße erreichbar
Wie weit sind die Rohbauarbeiten am Bezirksrathaus Rodenkirchen?
Auf der Baustelle für den Neubau des Bezirksrathauses Rodenkirchen an der Hauptstraße 85 haben die Rohbauarbeiten begonnen und sind im Untergeschoss sowie in der Tiefgarage bereits weit fortgeschritten, wie die Stadt Köln am 18. September 2026 mitteilte. Die Bodenplatte und die Außenwände des Hauptgebäudes stehen nach Angaben der Stadtverwaltung nahezu komplett, aktuell wird die Decke über dem Untergeschoss betoniert.
Der Rohbau erfolgt in vier Bauabschnitten: Zunächst entstehen die beiden Verwaltungsgebäude, anschließend wird die Tiefgarage in zwei weiteren Abschnitten gebaut. Die Rohbauarbeiten waren im Juni 2026 gestartet, nachdem das beauftragte Generalunternehmen seit November 2025 die sogenannte Ausführungsplanung erarbeitet hatte. Die Baugenehmigung für das Projekt war bereits am 24. Februar 2025 erteilt worden, der Bauantrag war zuvor am 4. April 2024 eingereicht worden.
Warum verzögert sich die Fertigstellung um drei Quartale?
Die bauliche Fertigstellung, die technische Inbetriebnahme, die Übergabe sowie der Einzug der Verwaltung verzögern sich gegenüber der ursprünglichen Planung um drei Quartale und dauern nach aktuellem Stand voraussichtlich bis zum Ende des dritten Quartals 2028. Die zuständige Bezirksvertretung Rodenkirchen war laut Stadtverwaltung bereits vorab über die neue Zeitschiene informiert worden.
Die Ursachen sind vielfältig: Die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe an ein Generalunternehmen dauerte ungewöhnlich lange, und der anschließende Vergabeprozess nahm wegen eines hohen Aufkommens an Bieterfragen mehr Zeit in Anspruch als geplant. Hinzu kommen archäologische Untersuchungen und Funde – konkret eine historische Hofanlage aus dem 19. Jahrhundert –, die die Zeitschiene für die Herstellung der Baugrube beeinflusst haben. Zusätzlich wirken sich geopolitische Einflüsse und die damit verbundenen Preis- und Materialschwankungen auf dem Markt aus. Die städtische Gebäudewirtschaft hat nach eigenen Angaben bereits Maßnahmen eingeleitet, um weitere Risiken zu reduzieren und den nun avisierten Termin zu stabilisieren.
Das alte Bezirksrathaus Rodenkirchen war bereits Ende 2021 geräumt und anschließend abgerissen worden, damit an gleicher Stelle ein Ersatzneubau entstehen kann. Seither sind die Dienststellen an Interimsstandorten im Kölner Süden untergebracht – eine Übergangslösung, die durch die aktuelle Verzögerung nun um weitere drei Quartale verlängert wird. Der Siegerentwurf für den Neubau stammt aus einem Architekturwettbewerb aus dem Jahr 2018; mit der Ausführung ist das Büro JSWD Architekten betraut, wie aus dem Projektsteckbrief der städtischen Gebäudewirtschaft hervorgeht. Das neue Gebäude wird mit fünf Vollgeschossen und einem Galeriegeschoss deutlich niedriger ausfallen als der frühere, achtgeschossige Bau.
Was kostet der Neubau, und wer trägt die Verantwortung?
Die aktuelle Kostenprognose für das Projekt beträgt nach Angaben der Stadtverwaltung 85,1 Millionen Euro brutto. Bauherrin ist die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, die auch den aktuellen Sachstandsbericht mit Stand vom 10. September 2026 im Ratsinformationssystem SessionNet veröffentlicht hat. Die politische Begleitung liegt bei der Bezirksvertretung Rodenkirchen, die als gewähltes Gremium über Bauprojekte im Stadtbezirk informiert wird und dazu Stellung nehmen kann.
Verbindliche Angaben zur genauen Nutzfläche oder zur Zahl der künftigen Arbeitsplätze im neuen Gebäude liegen bislang nicht vor; die Stadtverwaltung verweist dazu auf den fortlaufenden Sachstandsbericht. Klar ist bereits die äußere Gestaltung: Der Rathausvorplatz wird autofrei gestaltet und erhält eine neu positionierte Bushaltestelle, eine sogenannte Rheinpassage soll den Vorplatz künftig mit dem Rheinufer verbinden. Der bisherige Parkplatz an der Hauptstraße bleibt bis zur Baufertigstellung gesperrt.
| Meilenstein | Datum / Stand |
|---|---|
| Bauantrag eingereicht | 4. April 2024 |
| Baugenehmigung erteilt | 24. Februar 2025 |
| Generalunternehmen beauftragt | November 2025 |
| Rohbaustart | Juni 2026 |
| Fertigstellung / Einzug (aktueller Stand) | Ende 3. Quartal 2028 |
| Kostenprognose | 85,1 Millionen Euro brutto |
Wie nachhaltig wird das neue Bezirksrathaus gebaut?
Der Neubau entsteht nach einem eigenen Nachhaltigkeitskonzept: Geplant ist eine Bauweise in Anlehnung an den Passivhaus-Standard, ergänzt um eine extensive Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Teile des Abbruchmaterials des alten Bezirksrathauses sollen als Recyclingbeton für die neuen Fassadenelemente wiederverwendet werden.
Nach Angaben der Stadtverwaltung soll das Gebäude eines der ersten städtischen Häuser werden, das vollständig ohne fossile Brennstoffe auskommt. Das stellt vor allem die Planung der technischen Gebäudeausrüstung vor besondere Anforderungen, da Heizung, Kühlung und Warmwasserversorgung komplett auf elektrischer beziehungsweise regenerativer Basis funktionieren müssen.
Solange das Bezirksrathaus Rodenkirchen im Bau ist, erledigen Sie Ihre Behördengänge an zwei Interimsstandorten im Kölner Süden: Das Bürgeramt (unter anderem für die Bezirksvertretung sowie Schul- und Sportangelegenheiten) finden Sie in der Industriestraße 161 (Haus 1), montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie nach Terminvereinbarung. Pass-, Ausweis-, Führerschein- und Meldeangelegenheiten erledigen Sie im Kundenzentrum Mannesmannstraße 10, 50996 Köln, mit unterschiedlichen Öffnungszeiten je nach Wochentag. Die vollständigen Öffnungszeiten und Zuständigkeiten finden Sie in der Adressübersicht des Bürgeramts Rodenkirchen der Stadt Köln.
| Dienststelle | Interimsadresse und Öffnungszeiten |
|---|---|
| Bürgeramt Rodenkirchen | Industriestraße 161, Haus 1 – Mo–Fr 8–12 Uhr sowie nach Termin |
| Kundenzentrum (Pass, Ausweis, Meldewesen) | Mannesmannstraße 10, 50996 Köln – Mo 7:30–15 Uhr (ohne Termin), Di 9:30–18 Uhr (mit Termin), Mi 7:30–12 Uhr (ohne Termin), Do 7:30–16 Uhr (mit Termin), Fr 7:30–12 Uhr (mit Termin) |
| Bezirksjugendamt / Bezirkssozialamt | Industriestraße 161, Haus 5a |
Wer sich für weitere Verwaltungsthemen aus Köln interessiert, findet Hintergründe etwa dazu, wie die Stadt die Anmeldepflicht bei der Hundesteuer in Köln kontrolliert, welche Verkehrssperrungen in Köln derzeit anstehen, oder wie der Ablauf beim Beantragen einer Baugenehmigung grundsätzlich funktioniert.
Fazit und Ausblick
Der Rohbau des Bezirksrathauses Rodenkirchen schreitet sichtbar voran, doch Bürgerinnen und Bürger im Kölner Süden müssen sich auf eine längere Übergangszeit einstellen als ursprünglich geplant. Bis zum voraussichtlichen Einzug Ende des dritten Quartals 2028 bleiben Bürgeramt und Kundenzentrum an ihren Interimsstandorten. Die Stadtverwaltung kündigte an, den Sachstand im Ratsinformationssystem fortlaufend zu aktualisieren; die nächste öffentliche Fortschreibung dürfte mit dem Baufortschritt an der Decke über dem Untergeschoss verbunden sein.
– Redaktion rathausnachrichten.de
Häufige Fragen zum Bezirksrathaus Rodenkirchen
Wo erledige ich während der Bauzeit meine Behördengänge in Rodenkirchen?
Das Bürgeramt Rodenkirchen ist während der Bauzeit in der Industriestraße 161 (Haus 1) erreichbar, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie nach Terminvereinbarung. Pass-, Ausweis- und Meldeangelegenheiten übernimmt das Kundenzentrum Mannesmannstraße 10 mit gestaffelten Öffnungszeiten je Wochentag (Stand: September 2026).
Wann zieht die Verwaltung in das neue Bezirksrathaus Rodenkirchen ein?
Nach aktuellem Stand der Stadtverwaltung ist der Einzug der Verwaltung für das Ende des dritten Quartals 2028 vorgesehen. Ursprünglich war die Fertigstellung drei Quartale früher geplant; verbindlich ist der neue Termin erst nach weiterem Baufortschritt.
Was kostet der Neubau des Bezirksrathauses Rodenkirchen?
Die aktuelle Kostenprognose der Stadt Köln liegt bei 85,1 Millionen Euro brutto. Die Zahl kann sich laut Stadtverwaltung im weiteren Bauverlauf noch verändern, etwa durch Materialpreisentwicklungen.
Warum wurde das alte Bezirksrathaus abgerissen?
Das bisherige, achtgeschossige Bezirksrathaus an der Hauptstraße 85 war sanierungsbedürftig und wurde nach der Räumung Ende 2021 abgerissen, um Platz für einen Ersatzneubau nach einem 2018 gekürten Architekturentwurf zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Bezirksvertretung Rodenkirchen bei dem Projekt?
Die Bezirksvertretung Rodenkirchen wird von der städtischen Gebäudewirtschaft laufend über den Sachstand informiert, etwa über die aktuelle Verzögerung um drei Quartale. Sie begleitet das Projekt politisch, ohne selbst Bauherrin zu sein – diese Rolle liegt bei der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln.
ℹ️ Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Quellen der Stadt Köln, unter anderem der Pressemitteilung vom 18. September 2026 sowie den Angaben zum Bauprojekt und zum Bürgerservice Rodenkirchen (Stand: September 2026). Angaben zu Terminen, Kosten und Zuständigkeiten können sich im weiteren Bauverlauf ändern; im Zweifel wenden Sie sich an die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln oder das Bürgeramt Rodenkirchen.