Der spektakuläre Prozess zum Bitcoin Betrug Bamberg hat am 15. Januar 2026 begonnen und legt das perfide System eines international agierenden Netzwerks offen. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen muss sich der 50-jährige Mikheil B. vor dem Landgericht Bamberg verantworten. Ihm wird vorgeworfen, als einer der Köpfe der sogenannten „Milton-Group“ weltweit Anleger um mindestens 180 Millionen Euro betrogen zu haben. Allein in Deutschland gibt es über 1000 Geschädigte, die auf gefälschten Online-Trading-Plattformen ihr Erspartes verloren.
Ein gigantischer Betrugsprozess mit internationalen Verwicklungen erschüttert Bamberg: Mikheil B., angeklagt wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs, soll Anleger weltweit um 180 Millionen Euro über Fake-Plattformen gebracht haben. Die Staatsanwaltschaft fror Vermögenswerte in zweistelliger Millionenhöhe ein und beschlagnahmte hunderte Computer. Der Angeklagte, der die Leitung der Operation teilweise gestand, steht nun vor Gericht und bedauert seine Taten, während die Justiz das ganze Ausmaß des Betrugs aufarbeitet.
Das Wichtigste in Kürze
- Prozessbeginn: Am 15. Januar 2026 startete der Hochsicherheits-Prozess am Landgericht Bamberg gegen einen mutmaßlichen Kopf der „Milton-Group“.
- Angeklagter: Ein 50-jähriger israelisch-georgischer Staatsbürger, der im August 2023 in Armenien verhaftet wurde.
- Schadenssumme: Der weltweite Schaden wird auf mindestens 180 Millionen Euro geschätzt, belegt sind laut Anklage über 52 Millionen Euro.
- Opferzahl: Allein im deutschsprachigen Raum sind weit über 1.000 Anleger betroffen.
- Vorwurf: Gewerbs- und bandenmäßiger Betrug durch den Betrieb von Fake-Online-Trading-Plattformen und den Vertrieb einer Betrugssoftware.
- Ermittlungen: Sechs Jahre lang ermittelte die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) in einem internationalen Team.
- Strafmaß: Dem Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.
Wie funktionierte die Betrugsmasche der „Milton-Group“?
Die Vorgehensweise der Täter war äußerst professionell und psychologisch raffiniert. Zunächst wurden potenzielle Opfer durch aggressive Online-Werbung geködert. Diese Anzeigen, die oft auf sozialen Medien geschaltet wurden, nutzten teilweise gefälschte Interviews oder Bilder von Prominenten, wie etwa aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“, um Seriosität vorzutäuschen. Folglich klickten viele Nutzer auf die Werbung und registrierten sich auf den scheinbar professionellen Handelsplattformen.
Sobald die Kontaktdaten vorlagen, übernahmen sogenannte „Agents“ aus Callcentern in Ländern wie Albanien, Georgien oder der Ukraine. Diese geschulten Mitarbeiter bauten ein enges, beinahe freundschaftliches Verhältnis zu den Opfern auf. Sie überredeten die Anleger zunächst zu einer kleinen Investition von etwa 250 Euro. Auf der manipulierten Software wurden den Opfern anschließend schnell hohe Gewinne angezeigt, was sie zu weiteren, deutlich höheren Einzahlungen motivierte. Das Geld wurde jedoch nie wirklich investiert, sondern floss direkt in die Taschen der Betrüger. Wenn Anleger versuchten, ihre angeblichen Gewinne auszuzahlen, wurde der Kontakt abgebrochen oder immer neue Gebühren gefordert.
Die Rolle der Betrugssoftware „PumaTS“
Eine Besonderheit im Fall des Bitcoin Betrug Bamberg ist der Vorwurf, dass der Angeklagte nicht nur Callcenter betrieb, sondern auch die für den Betrug notwendige Software namens „PumaTS“ entwickeln ließ und an andere kriminelle Gruppen vertrieb. Diese Software ermöglichte es, den Kunden täuschend echte Handelsaktivitäten und Kursgewinne vorzuspiegeln. Ermittler gehen davon aus, dass diese Software auf fast 400 weiteren betrügerischen Plattformen zum Einsatz kam, was den gigantischen Schaden erklärt.
Details zum Bitcoin Betrug Bamberg Prozess
Der Prozess, der am 15.02.2026 noch andauert, findet vor der Cyber-Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Bamberg statt. Die Anklageschrift der Zentralstelle Cybercrime Bayern umfasst 169 Seiten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, von 2014 bis 2022 aktiv gewesen zu sein. Ihm allein sollen dabei rund 29 Millionen Euro zugeflossen sein.
Die Ermittlungen waren extrem aufwändig und international. Ein „Joint Investigation Team“ mit Behörden aus Albanien und Georgien wurde gegründet. Nach sechs Jahren führten die Ermittlungen zur Festnahme des 50-Jährigen in Armenien im August 2023 und seiner Auslieferung nach Deutschland im Mai 2024. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind elf Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte Ende Februar 2026 fallen. Dieser Fall ist ein Beispiel für die zunehmende Komplexität von Cyberkriminalität, die oft grenzüberschreitend agiert. Ähnliche Strukturen finden sich auch bei Delikten wie dem E-Bike-Diebstahl, wo Banden international operieren.
Wer steckt hinter dem Netzwerk?
Die „Milton-Group“ ist kein klassisches Unternehmen, sondern ein loses, aber hoch organisiertes kriminelles Netzwerk. Die Ermittler deckten ein Geflecht aus zahlreichen Callcentern und hunderten von Scheinfirmen auf, die nur dazu dienten, die Geldströme zu verschleiern. Der Angeklagte in Bamberg wird als einer der führenden Köpfe angesehen, allerdings dauern die Ermittlungen gegen weitere Mitglieder der Gruppierung an. Mehrere Tatbeteiligte befinden sich bereits in Untersuchungshaft. Die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden ist deshalb entscheidend, um solche Netzwerke zu zerschlagen. Die Komplexität solcher Fälle zeigt sich oft erst nach langen Ermittlungen, wie auch bei der Aufarbeitung der Skandalakte AfD deutlich wurde.
Prävention: So schützen Sie sich vor Anlagebetrug
Die Polizei und Verbraucherschutzorganisationen geben klare Empfehlungen, um nicht Opfer eines solchen Betrugs zu werden. Die Gier nach schnellem Reichtum ist oft der größte Feind der eigenen Sicherheit.
Tabelle: Warnsignale für betrügerische Online-Broker
| Warnsignal | Erklärung |
|---|---|
| Unrealistische Gewinnversprechen | Versprechen von extrem hohen Renditen ohne Risiko sind immer ein Alarmzeichen. |
| Druck und Drängeln | Betrüger drängen zu schnellen Entscheidungen und sofortigen Überweisungen. |
| Fehlendes Impressum | Seriöse Anbieter haben ein vollständiges Impressum mit Adresse und Kontaktdaten. |
| Keine BaFin-Lizenz | Prüfen Sie in der Unternehmensdatenbank der BaFin, ob der Anbieter eine Lizenz für Deutschland hat. |
| Werbung mit Prominenten | Seien Sie skeptisch, wenn mit bekannten Gesichtern geworben wird. Oft handelt es sich um Fälschungen. |
| Auszahlungsprobleme | Wenn für Auszahlungen erst „Steuern“ oder „Gebühren“ gezahlt werden sollen, ist es Betrug. |
Seien Sie stets misstrauisch bei unaufgeforderten Anrufen oder E-Mails mit Investmentangeboten. Gewähren Sie niemals Fremden per Fernwartungssoftware wie AnyDesk Zugriff auf Ihren Computer.
Video-Empfehlung: So perfide arbeiten die Betrüger
Um die psychologischen Tricks der Täter besser zu verstehen, empfehlen wir Dokumentationen über Cybertrading-Betrug. Auf YouTube finden sich zahlreiche Berichte von Betroffenen und Erklärungen von Experten, die die Maschen detailliert aufzeigen.
Fazit: Ein Warnsignal für alle Online-Anleger
Der Prozess zum Bitcoin Betrug Bamberg ist mehr als nur ein großer Kriminalfall. Er ist ein eindringliches Warnsignal für jeden, der online Geld investieren möchte. Die Täter agieren global, professionell und ohne Skrupel. Deshalb ist es unerlässlich, sich vor jeder Investition gründlich zu informieren und auf die genannten Warnsignale zu achten. Die sechsjährigen Ermittlungen und der internationale Aufwand zeigen, wie schwer es ist, den Tätern das Handwerk zu legen. Umso wichtiger ist die Prävention, damit es gar nicht erst zum Verlust des eigenen Vermögens kommt.
Informationen zum Autor
Niklas Weber ist studierter Wirtschaftsjurist und seit über zehn Jahren als Fachredakteur für die Themen Finanzen, Recht und Cyberkriminalität tätig. Er analysiert komplexe Betrugsmaschen und gibt Verbrauchern präventive Ratschläge. Seine Expertise hilft Lesern, die Risiken in der digitalen Welt besser zu verstehen und sich wirksam zu schützen.
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Facebook: Ein gigantischer Betrugsprozess läuft in Bamberg: Die „Milton-Group“ soll über 1000 Menschen um mindestens 180 Millionen Euro gebracht haben. Wir erklären die Masche mit den Fake-Trading-Plattformen und zeigen, worauf Anleger achten müssen, um nicht in die Falle zu tappen. #Anlegerschutz #KryptoBetrug #Prozess #Bamberg #Bitcoin
LinkedIn: Der Fall „Milton-Group“ vor dem LG Bamberg zeigt die Professionalisierung der Cyberkriminalität im Finanzsektor. Ein Netzwerk betrog Anleger um 180 Mio. Euro durch manipulierte Trading-Software und psychologisch geschulte Callcenter-Agenten. Eine Analyse der Vorgehensweise und der Lehren für die Finanzbranche. #Cybersecurity #Finance #Fraud #Compliance #BitcoinBetrug #Bamberg






