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Catania unter Wasser: Der Mittelmeer-Zyklon Harry hat Sizilien mit voller Wucht getroffen. Meterhohe Wellen durchbrachen Schutzmauern, Straßen versanken in Fluten. Die italienische Regierung fordert den Ausnahmezustand – der geschätzte Schaden liegt bereits bei über 500 Millionen Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Zyklon Harry: Medicane trifft Süditalien mit Windböen bis 130 km/h und Wellen bis 10 Meter
- Catania: Meterhohe Wellen durchbrechen Schutzmauern, Seewasser flutet Straßen
- Evakuierungen: Rund 190 Menschen mussten auf Sizilien ihre Häuser verlassen
- Schulen: In über 150 Gemeinden bleiben die Schulen geschlossen
- Schäden: Geschätzt über 500 Millionen Euro – Ausnahmezustand gefordert
- Alarmstufe Rot: Gilt für Sizilien, Sardinien und Kalabrien
Catania unter Wasser – diese Bilder gingen am 22. Januar 2026 um die Welt. Der Mittelmeer-Zyklon Harry hat die Ostküste Siziliens mit zerstörerischer Kraft getroffen. Im Hafenbereich von Catania schlugen meterhohe Wellen über Wellenbrecher und Schutzmauern. Plätze und Zufahrten wurden überflutet, Autos mussten umgeleitet werden.
Zyklon Harry: Was ist ein Medicane?
Bei Zyklon Harry handelt es sich um einen sogenannten Medicane – ein mediterraner Hurrikan. Diese seltenen Stürme entstehen über dem warmen Mittelmeer und entwickeln etwa ein Viertel der Energie eines tropischen Hurrikans. Dennoch sind sie äußerst gefährlich: Sintflutartige Regenfälle, Sturmböen von bis zu 130 km/h und extreme Sturmfluten bedrohen Küstenregionen.
Meteorologen sind sich einig: Das zu warme Mittelmeer verstärkt solche Wetterextreme. Durch den Klimawandel verdunstet mehr Wasser als üblich, was die Intensität der Unwetter erhöht. Wissenschaftler wie der Klimaphysiker Salvatore Pascale von der Universität Bologna bezeichnen das Mittelmeer als „Klima-Hotspot“.

Catania unter Wasser: So dramatisch ist die Lage
Die sizilianische Stadt Catania wurde vom Zyklon Harry besonders hart getroffen. Videos zeigen, wie das Meer in Straßen eindringt und Fahrzeuge einschließt. Im Küstenort Fondachello durchbrachen meterhohe Wellen die Küstenschutzbarrieren – Augenzeugen sprechen von einer „Wasserwand“.
| Betroffene Region | Schäden und Auswirkungen |
|---|---|
| Catania Stadt | Überschwemmte Straßen, Meerwasser im Hafenbereich, Familien evakuiert |
| Fondachello | Schutzmauern zerstört, Uferstraßen überspült |
| Aci Trezza | Boote zerstört, Sand und Geröll auf Straßen |
| Aci Castello | Schwere Sturmflut, Infrastrukturschäden |
| Acireale | 95 Häuser in Küstenfraktionen evakuiert |
| Scaletta Zanclea | Bahngleise unterspült, Zugverkehr eingestellt |
| Autobahn A8 | Abschnitt Giarre-Fiumefreddo überflutet |
Dramatisch: Bei Torre wurde mindestens ein Fahrzeug von einer Sturzflut vom Ätna-Hang mitgerissen und ins Meer gespült. Ob es Verletzte gab, ist noch unklar.
Alarmstufe Rot: 190 Menschen evakuiert
Der nationale Zivilschutz rief für weite Teile Siziliens, Sardiniens und Kalabriens die Alarmstufe Rot aus. Insgesamt mussten auf Sizilien rund 190 Menschen ihre Häuser verlassen. Besonders betroffen:
- Marzamemi (Syrakus): Das historische Fischerdorf wurde komplett evakuiert
- Giampilieri Marina: 32 Bewohner eines Seniorenheims in Sicherheit gebracht
- Capo Mulini: Häuser direkt an der Küste geräumt
- Primo Sole (Catania): Mehrere Familien von der Feuerwehr gerettet
In über 150 sizilianischen Gemeinden – darunter Palermo, Catania und Messina – blieben die Schulen geschlossen. Die Bürgermeister appellierten eindringlich an die Bevölkerung, unnötige Wege zu vermeiden.

Über 500 Millionen Euro Schäden
Siziliens Regionalpräsident Renato Schifani bezifferte die Schäden auf über 500 Millionen Euro. Bei einer außerordentlichen Sitzung der Regionalregierung wurde der regionale Notstand beschlossen. Auch die Ausrufung des nationalen Notstands wird beantragt.
Infrastrukturminister Matteo Salvini forderte während einer Fragestunde in der Abgeordnetenkammer den Ausnahmezustand für alle drei betroffenen Regionen: Sizilien, Sardinien und Kalabrien. Premierministerin Giorgia Meloni sicherte den Gemeinden volle Unterstützung zu.
Zugverkehr und Verkehr massiv gestört
Der Zyklon Harry legte auch den Zugverkehr lahm. An der ionischen Küste, insbesondere bei Scaletta Zanclea nahe Messina, hat die Gewalt des Meeres die Bahngleise unterspült. Die Verbindung zwischen Messina, Catania und Syrakus ist unterbrochen – die Gleise hängen teilweise in der Luft.
Weitere eingestellte Strecken:
- Siracusa – Caltanissetta
- Catania – Caltagirone
- Teile der Küstenautobahn A8
Auch die Äolischen Inseln waren zeitweise komplett von der Außenwelt abgeschnitten, da der Schiffsverkehr eingestellt werden musste.
Zyklon Harry: Die Eckdaten des Medicane
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Name | Zyklon Harry (Medicane) |
| Zeitraum | 20.–22. Januar 2026 |
| Windgeschwindigkeit | Bis 130 km/h (Orkanböen) |
| Wellenhöhe | 8–10 Meter |
| Niederschlag | 200–400 mm (lokal bis 150 l/m² pro Tag) |
| Betroffene Regionen | Sizilien, Sardinien, Kalabrien, Malta |
| Evakuierte | ~190 Personen (Sizilien) |
| Geschätzte Schäden | Über 500 Millionen Euro |
Schnee am Ätna: Schweizer Familie eingeschneit
Während die Küstenregionen in Fluten versanken, erlebte der Ätna einen Wintereinbruch der anderen Art: Bis zu zwei Meter Schnee fielen auf dem Vulkan. Eine Schweizer Familie geriet dabei in eine gefährliche Situation – Eltern und ihre vierjährige Tochter waren fast vier Stunden in ihrem eingeschneiten Auto gefangen, bevor Rettungskräfte sie befreiten. Alle drei zeigten bereits Anzeichen von Unterkühlung.

Wann zieht Zyklon Harry ab?
Meteorologen erwarten, dass sich die Lage im Laufe des 22. Januar langsam entspannt. Bis dahin gilt entlang der sizilianischen Ostküste jedoch erhöhte Alarmbereitschaft. Der Zivilschutz ruft weiterhin zur Vorsicht auf – Strände und Uferpromenaden sollten gemieden werden.
Häufige Fragen zu Catania unter Wasser
Was ist mit Catania passiert?
Catania wurde am 21./22. Januar 2026 vom Mittelmeer-Zyklon Harry getroffen. Meterhohe Wellen durchbrachen Schutzmauern, Seewasser flutete Straßen und Plätze. Mehrere Familien mussten evakuiert werden. Die Schäden auf Sizilien belaufen sich auf über 500 Millionen Euro.
Was ist ein Medicane?
Ein Medicane (Mediterranean Hurricane) ist ein tropensturmähnliches Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer. Obwohl Medicanes nur etwa ein Viertel der Energie eines tropischen Hurrikans entwickeln, bringen sie Sturmböen bis 130 km/h, sintflutartige Regenfälle und extreme Sturmfluten mit sich.
Wie hoch waren die Wellen bei Zyklon Harry?
Zyklon Harry türmte Wellen von 8 bis 10 Metern Höhe auf. Besonders heftig traf es die Gewässer rund um Malta und die Ostküste Siziliens. In Fondachello bei Catania durchbrachen die Wellen die Küstenschutzbarrieren.
Wie viele Menschen wurden evakuiert?
Auf Sizilien mussten rund 190 Menschen ihre Häuser verlassen. Das Fischerdorf Marzamemi wurde komplett evakuiert. In Acireale räumten die Behörden 95 Häuser in den Küstenfraktionen Capo Mulini und Santa Maria La Scala.
Wann endet der Sturm?
Meteorologen erwarten, dass sich Zyklon Harry im Laufe des 22. Januar 2026 abschwächt. Bis dahin gilt weiterhin Alarmstufe Rot für Teile Siziliens, Sardiniens und Kalabriens. Der Zivilschutz mahnt zur Vorsicht.
Fazit: Catania unter Wasser zeigt Macht der Natur
Catania unter Wasser – diese Bilder werden vielen Menschen in Erinnerung bleiben. Der Zyklon Harry hat eindrücklich gezeigt, wie verwundbar Küstenregionen gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Mit über 500 Millionen Euro Schäden, 190 Evakuierten und zerstörter Infrastruktur steht Sizilien vor einem langen Wiederaufbau. Experten warnen: Durch den Klimawandel werden solche Medicanes künftig häufiger und intensiver auftreten.
⚠️ Hinweis für Reisende: Der Flughafen Catania-Fontanarossa ist wieder in Betrieb. Prüfen Sie dennoch vor Reiseantritt die aktuelle Lage bei Ihrer Fluggesellschaft. Mehrere Zugstrecken in Sizilien sind weiterhin gesperrt.
Autor: Redaktion Rathausnachrichten
Die Redaktion berichtet über aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland.
Quellen: Euronews, Vulkane.net, Agenzia Nova, Blick.ch, Protezione Civile Italia

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