π Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 16.01.2026
Wie schlimm ist die Chemie Krise in Deutschland? Die deutsche Chemieindustrie steckt in ihrer schwersten Krise seit 25 Jahren. Die Produktionsanlagen sind nur noch zu 70 Prozent ausgelastet β ein historischer Tiefpunkt. Jedes zweite Unternehmen hat zu wenig AuftrΓ€ge. BASF, Evonik und Wacker Chemie haben massive Sparprogramme mit Tausenden Stellenstreichungen angekΓΌndigt. Auch 2026 erwartet die Branche keine Trendwende.
Die Chemie Krise hat Deutschland am 16. Januar 2026 fest im Griff. Was als konjunkturelle Delle begann, hat sich zu einer strukturellen Krise der drittgrΓΆΓten deutschen Industriebranche entwickelt. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt: Die Branche funkt SOS. Hohe Energiepreise, schwache Nachfrage und internationaler Wettbewerbsdruck bedrohen Hunderttausende ArbeitsplΓ€tze.
Inhaltsverzeichnis
- Warum steckt die deutsche Chemieindustrie in der Krise?
- Wie schlecht ist die Auslastung in der Chemieindustrie?
- Welche Chemiekonzerne bauen Stellen ab?
- Was fordert die Chemieindustrie von der Politik?
- Wie steht es um die Tarifrunde Chemie 2026?
- Gibt es auch positive Nachrichten aus der Chemiebranche?
- Was bedeutet die Chemie Krise fΓΌr Deutschland?
- HΓ€ufig gestellte Fragen zur Chemie Krise
- Fazit: Chemie Krise bedroht den Industriestandort Deutschland
Warum steckt die deutsche Chemieindustrie in der Krise?
Die Ursachen der Chemie Krise sind vielfΓ€ltig β und hausgemacht. VCI-PrΓ€sident Markus Steilemann bringt es auf den Punkt: Die Industrieproduktion in Deutschland sei oft nicht mehr besser, nur noch teurer. Der Standort Deutschland hat an WettbewerbsfΓ€higkeit verloren.
Die Hauptursachen der Chemie Krise:
β€ Hohe Energiepreise: Strom und Gas kosten in Deutschland deutlich mehr als in China oder den USA
β€ Konjunkturflaute: Industriekunden haben Produktion gedrosselt, Nachfrage sinkt
β€ Γberangebot: Weltweites Γberangebot bei Basischemikalien drΓΌckt Preise
β€ China-Krise: Die Immobilienkrise in China dΓ€mpft die Nachfrage
β€ BΓΌrokratie: Regulatorische HΓΌrden belasten die Unternehmen
β€ Trump-ZΓΆlle: Unberechenbare US-Handelspolitik verunsichert
Besonders alarmierend: Das Produktionsvolumen verharrt seit drei Jahren auf einem Rekordtief β auf einem Niveau wie vor 20 Jahren. Um die Verluste seit dem letzten Peak 2018 aufzuholen, brΓ€uchte die Chemie ein Wachstum von 25 Prozent. Ein Kraftakt, der angesichts der strukturellen Probleme kaum realistisch erscheint.

Wie schlecht ist die Auslastung in der Chemieindustrie?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Produktionsanlagen der deutschen Chemieindustrie sind nur noch zu 70 Prozent ausgelastet. Das ist ein historischer Tiefpunkt und weit entfernt von der RentabilitΓ€t.
| Kennzahl | Aktueller Wert | Bewertung |
|---|---|---|
| KapazitΓ€tsauslastung | 70 % | 30-Jahres-Tief |
| AuftragsrΓΌckgang seit 2021 | ΓΌber 20 % | Im In- und Ausland |
| ProduktionsrΓΌckgang 2025 | -2,5 % | Nur Chemie (ohne Pharma) |
| Umsatz 2025 | 220 Mrd. Euro | -1 % zum Vorjahr |
| BeschΓ€ftigte | ca. 478.000 | -0,5 % (Tendenz sinkend) |
| Prognose 2026 | -1 % Produktion | Keine Trendwende erwartet |
Jedes zweite Unternehmen in der Chemiebranche hat zu wenig AuftrΓ€ge. Die Anlagen mΓΌssen dennoch hΓ€ufig mit derselben PersonalstΓ€rke gefahren werden wie bei Vollauslastung β das macht die Produkte immer teurer und noch weniger wettbewerbsfΓ€hig.
Welche Chemiekonzerne bauen Stellen ab?
Die groΓen Namen der deutschen Chemieindustrie haben allesamt massive Sparprogramme angekΓΌndigt. BASF-Chef Markus Kamieth sagte dem Handelsblatt, die Chemieindustrie erlebe βwohl ihre schwierigste Zeit seit 25 Jahren“.
BASF: Milliarden-Sparprogramm in Ludwigshafen
Der weltgrΓΆΓte Chemiekonzern BASF will bis Ende 2026 am Stammwerk Ludwigshafen 2,1 Milliarden Euro einsparen. Mehrere Anlagen wurden bereits stillgelegt, weitere SchlieΓungen sind nicht ausgeschlossen. In den vergangenen Jahren wurden bereits rund 3.200 Stellen in Ludwigshafen gestrichen.
Evonik: Bis zu 7.000 Jobs betroffen
Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik plant den tiefgreifendsten Umbau seiner Unternehmensgeschichte. Insgesamt kΓΆnnten bis zu 7.000 der 32.000 Stellen wegfallen β durch Stellenabbau und Verkauf von GeschΓ€ftsbereichen. Bis Ende 2026 werden 2.000 Stellen gestrichen, davon 1.500 in Deutschland.
Wacker Chemie: 1.500 Stellen weg
Der MΓΌnchner Chemiekonzern Wacker Chemie will angesichts hoher Verluste 1.500 Stellen streichen β mehr als 10 Prozent der deutschen Belegschaft. Das Unternehmen will 300 Millionen Euro pro Jahr sparen.
π Stellenabbau bei den groΓen Chemiekonzernen:
β’ BASF: Mehrere tausend Jobs, 2,1 Mrd. β¬ Einsparungen bis 2026
β’ Evonik: Bis zu 7.000 Stellen (2.000 Abbau + 5.000 VerkΓ€ufe)
β’ Wacker Chemie: 1.500 Stellen, 300 Mio. β¬ Einsparungen
β’ Bayer: 6.500 Stellen weltweit, 2 Mrd. β¬ Einsparungen bis 2026
β’ Lanxess: Etwa jede 15. Stelle, 150 Mio. β¬ Kostenersparnis
Was fordert die Chemieindustrie von der Politik?
Der VCI fordert einen βwirtschaftspolitischen Befreiungsschlag“. Die Kernforderungen der Branche:
VCI-PrΓ€sident Markus Steilemann kritisiert, dass neue Rentenpakete geschnΓΌrt wΓΌrden, statt in Bildung und Infrastruktur zu investieren. Die Branche brauche wettbewerbsfΓ€hige Rahmenbedingungen mit einer nachhaltigen Energie- und Rohstoffversorgung sowie den Abbau bΓΌrokratischer HΓΌrden.
Forderungen der Chemieindustrie:
β€ WettbewerbsfΓ€hige Energiepreise
β€ Abbau bΓΌrokratischer HΓΌrden
β€ Investitionen in Infrastruktur statt Rentengeschenke
β€ Tarifpolitische Atempause fΓΌr Unternehmen
β€ Planungssicherheit bei Regulierung
Wie steht es um die Tarifrunde Chemie 2026?
Die Tarifverhandlungen fΓΌr 585.000 BeschΓ€ftigte in 1.700 Unternehmen haben Mitte Januar 2026 begonnen. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) fordert eine βtarifpolitische Atempause“, um WettbewerbsfΓ€higkeit zurΓΌckzugewinnen.
Die Gewerkschaft IG BCE steht vor einem Dilemma: Einerseits wollen die BeschΓ€ftigten LohnerhΓΆhungen, andererseits gefΓ€hrden zu hohe Forderungen weitere ArbeitsplΓ€tze.

Gibt es auch positive Nachrichten aus der Chemiebranche?
Einen Lichtblick gibt es: Der Pharmasektor innerhalb der chemisch-pharmazeutischen Industrie entwickelt sich besser als die klassische Chemie. WΓ€hrend die Chemie schrumpft, wΓ€chst die Pharmaproduktion leicht.
Zudem haben mehrere auslΓ€ndische Pharmakonzerne Milliardeninvestitionen in Deutschland angekΓΌndigt:
| Unternehmen | Investition | Standort |
|---|---|---|
| Eli Lilly (USA) | Milliarden-Investment | Alzey (Rheinland-Pfalz) |
| Sanofi (Frankreich) | Milliarden-Investment | Frankfurt |
Doch diese positiven Entwicklungen kΓΆnnen die Krise in der klassischen Chemie nicht kompensieren.
Was bedeutet die Chemie Krise fΓΌr Deutschland?
Die Chemieindustrie ist nach Auto- und Maschinenbau die drittgrΓΆΓte Industriebranche Deutschlands. Sie beschΓ€ftigt rund 478.000 Menschen und erwirtschaftet etwa 220 Milliarden Euro Umsatz.
Die Krise hat weitreichende Folgen fΓΌr die gesamte Volkswirtschaft: Die Chemie liefert Vorprodukte fΓΌr nahezu alle anderen Industriezweige. Wenn die Chemie schwΓ€chelt, spΓΌren das auch Automobilhersteller, Baubranche und KonsumgΓΌterproduzenten.
π‘ Die Chemie Krise in Zahlen:
β’ 3. grΓΆΓte Industriebranche Deutschlands
β’ 478.000 BeschΓ€ftigte
β’ 220 Milliarden Euro Umsatz
β’ 70 % KapazitΓ€tsauslastung (30-Jahres-Tief)
β’ 25 % Produktionswachstum nΓΆtig, um Level von 2018 zu erreichen
HΓ€ufig gestellte Fragen zur Chemie Krise
Warum ist die deutsche Chemieindustrie in der Krise?
Die deutsche Chemieindustrie leidet unter mehreren Faktoren: Hohe Energiepreise im internationalen Vergleich, schwache Nachfrage durch die Konjunkturflaute, Γberangebot an Basischemikalien auf den WeltmΓ€rkten, die China-Krise und die unberechenbare US-Zollpolitik. Der Standort Deutschland hat an WettbewerbsfΓ€higkeit verloren.
Wie viele Stellen werden in der Chemieindustrie abgebaut?
Die groΓen Chemiekonzerne haben Tausende Stellenstreichungen angekΓΌndigt: BASF mehrere tausend Jobs, Evonik bis zu 7.000 Stellen, Wacker Chemie 1.500 Stellen, Bayer 6.500 weltweit. Insgesamt sind zehntausende ArbeitsplΓ€tze in der Branche bedroht.
Wann endet die Chemie Krise?
Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Der VCI erwartet auch fΓΌr 2026 keine Erholung, sondern einen weiteren ProduktionsrΓΌckgang von einem Prozent. Die meisten Unternehmen rechnen erst 2026 oder spΓ€ter mit einer Besserung β wenn ΓΌberhaupt. Die Krise ist struktureller Natur.
Wie schlecht ist die Auslastung in der Chemieindustrie?
Die Produktionsanlagen der deutschen Chemieindustrie sind nur noch zu 70 Prozent ausgelastet β ein historischer Tiefpunkt und ein 30-Jahres-Tief. Jedes zweite Unternehmen hat zu wenig AuftrΓ€ge. Die Bestellungen sind seit 2021 um mehr als 20 Prozent eingebrochen.
Was fordert die Chemieindustrie von der Politik?
Die Chemieindustrie fordert wettbewerbsfΓ€hige Energiepreise, den Abbau bΓΌrokratischer HΓΌrden, Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie eine tarifpolitische Atempause. VCI-PrΓ€sident Steilemann spricht von einem nΓΆtigen βwirtschaftspolitischen Befreiungsschlag“.
Wie wichtig ist die Chemieindustrie fΓΌr Deutschland?
Die Chemieindustrie ist nach Auto- und Maschinenbau die drittgrΓΆΓte Industriebranche Deutschlands. Sie beschΓ€ftigt rund 478.000 Menschen und erwirtschaftet etwa 220 Milliarden Euro Umsatz. Als Vorlieferant fΓΌr nahezu alle Branchen hat sie eine SchlΓΌsselstellung fΓΌr die gesamte Volkswirtschaft.
Fazit: Chemie Krise bedroht den Industriestandort Deutschland
Die Chemie Krise in Deutschland ist keine vorΓΌbergehende Delle, sondern eine strukturelle Bedrohung fΓΌr den Industriestandort. Mit einer KapazitΓ€tsauslastung auf 30-Jahres-Tief, sinkenden AuftrΓ€gen und massivem Stellenabbau bei BASF, Evonik und Wacker Chemie steht die drittgrΓΆΓte Industriebranche mit dem RΓΌcken zur Wand.
Die Branche fordert einen wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag β doch selbst mit Reformen wird die Erholung Jahre dauern. FΓΌr die 478.000 BeschΓ€ftigten in der deutschen Chemieindustrie bedeutet das eine Zeit groΓer Unsicherheit. Die Chemie funkt SOS β und niemand weiΓ, wie lange noch.
Γber den Autor
Dieser Artikel wurde von der Wirtschaftsredaktion von rathausnachrichten.de verfasst. Wir berichten tagesaktuell ΓΌber wirtschaftliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Arbeitnehmer in Deutschland.
Quellen:
β’ Verband der Chemischen Industrie (VCI)
β’ Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC)
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Die deutsche Chemieindustrie erlebt ihre schwerste Krise seit 25 Jahren. β€ 70% KapazitΓ€tsauslastung (historisches Tief) β€ BASF, Evonik, Wacker mit massivem Stellenabbau β€ 478.000 ArbeitsplΓ€tze in der Branche β€ Keine Erholung 2026 erwartet VCI-PrΓ€sident Steilemann: βDie Industrie funkt SOS.“ Was muss passieren, um den Standort zu retten? #Chemieindustrie #Wirtschaft #Transformation
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π Alarmstufe Rot in der deutschen Chemie: Die Anlagen laufen nur noch zu 70% β so schlecht wie seit 30 Jahren nicht. BASF, Evonik und Wacker Chemie streichen Tausende Stellen. Und 2026 soll es noch schlimmer werden. Was das fΓΌr die 478.000 BeschΓ€ftigten bedeutet π






