Ein Durchfahrtsblitzer in Birsfelden hat für Kontroversen gesorgt, nachdem er Tausende von Bussen ausgestellt hat. Der Bundesrat hat nun die Rechtmäßigkeit der Anlage gerügt und eine Überprüfung der Praxis gefordert, da Zweifel an der Verhältnismäßigkeit bestehen.

Auto-Fakten
- Der Durchfahrtsblitzer in Birsfelden löste über 10.000 Bussen aus.
- Der Bundesrat hat die Rechtmäßigkeit der Anlage gerügt.
- Es bestehen Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Geschwindigkeitskontrollen.
- Die Gemeinde Birsfelden muss die Praxis nun überprüfen.
Umstrittener Durchfahrtsblitzer Birsfelden: Was ist passiert?
Die Gemeinde Birsfelden, gelegen im Kanton Basel-Landschaft, installierte einen stationären Durchfahrtsblitzer an einer vielbefahrenen Straße. Dieser Blitzer erfasste über einen bestimmten Zeitraum eine hohe Anzahl an Geschwindigkeitsübertretungen, was zu Tausenden von ausgestellten Bussen führte. Dies wiederum löste in der Bevölkerung und bei Pendlern heftige Kritik aus. Viele Betroffene empfanden die Kontrollen als unverhältnismäßig und sahen darin eine reine Einnahmequelle für die Gemeinde. Wie SRF berichtet, hat sich nun der Bundesrat eingeschaltet, um die Angelegenheit zu prüfen.
Was bedeutet das für Autofahrer?
Für Autofahrer bedeutet die Rüge des Bundesrates, dass die bestehende Praxis der Geschwindigkeitskontrollen in Birsfelden auf den Prüfstand gestellt wird. Es ist möglich, dass die Toleranzgrenzen angepasst oder die Kontrollen an weniger frequentierten Stellen durchgeführt werden. Bis zu einer endgültigen Entscheidung sollten Autofahrer in Birsfelden besonders aufmerksam sein und die Geschwindigkeitsbegrenzungen strikt einhalten. Wer bereits eine Busse erhalten hat, könnte unter Umständen Einspruch erheben, sofern die Überprüfung ergibt, dass die Kontrollen nicht rechtmäßig waren.
Auch wenn die Rechtmäßigkeit der Blitzer umstritten ist, gilt grundsätzlich: Geschwindigkeitsbegrenzungen sind einzuhalten. Wer zu schnell fährt, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer. (Lesen Sie auch: Birsfelden Blitzer: Kanton darf Bussen Alleine Erheben)
Warum greift der Bundesrat ein?
Der Bundesrat greift ein, weil er die Aufsicht über die Einhaltung des Bundesrechts hat. Wenn Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer kantonalen oder kommunalen Maßnahme bestehen, ist er verpflichtet, diese zu überprüfen. Im Fall des Durchfahrtsblitzers in Birsfelden gab es Hinweise darauf, dass die Kontrollen unverhältnismäßig sein könnten und somit gegen das Bundesrecht verstoßen. Diese Zweifel basieren unter anderem auf der hohen Anzahl ausgestellter Bussen im Verhältnis zur Verkehrssituation vor Ort. Der Bundesrat will sicherstellen, dass Geschwindigkeitskontrollen dem Schutz der Verkehrssicherheit dienen und nicht primär der Generierung von Einnahmen.
Die hohe Anzahl an Bussen deutet entweder auf ein generelles Problem mit der Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen an dieser Stelle hin oder auf eine ungünstige Platzierung des Blitzers. Es ist auch möglich, dass die Beschilderung unklar ist oder die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht angemessen an die örtlichen Gegebenheiten angepasst wurde.
Wie geht es nun weiter?
Nach der Rüge des Bundesrates ist die Gemeinde Birsfelden aufgefordert, die Praxis der Geschwindigkeitskontrollen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dies kann eine Überprüfung der Platzierung des Blitzers, der Toleranzgrenzen oder der Beschilderung umfassen. Der Bundesrat wird die Ergebnisse dieser Überprüfung prüfen und entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Es ist auch denkbar, dass der Bundesrat eine allgemeine Empfehlung für die Gestaltung von Geschwindigkeitskontrollen in der Schweiz herausgibt, um ähnliche Fälle in Zukunft zu vermeiden.
Die Gemeinde Birsfelden hat sich bisher noch nicht öffentlich zu der Rüge des Bundesrates geäußert. Es wird erwartet, dass sie in Kürze eine Stellungnahme abgeben wird. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Überprüfung für die bereits ausgestellten Bussen haben wird. Denkbar ist, dass ein Teil der Bussen zurückerstattet wird, sofern sich herausstellt, dass die Kontrollen nicht rechtmäßig waren. (Lesen Sie auch: Alpamare Rutschen Geschlossen: Technische Störung sorgt für…)
Welche Alternativen gibt es zu stationären Blitzern?
Neben stationären Blitzern gibt es verschiedene andere Möglichkeiten, die Geschwindigkeit im Straßenverkehr zu kontrollieren. Dazu gehören mobile Blitzer, die an unterschiedlichen Standorten eingesetzt werden können, Abschnittskontrollen (Section Control), bei denen die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke gemessen wird, und zivile Einsatzfahrzeuge mit Geschwindigkeitsmessgeräten. Jede dieser Methoden hat Vor- und Nachteile. Mobile Blitzer sind flexibler einsetzbar, aber auch weniger auffällig. Abschnittskontrollen erfassen die tatsächliche Durchschnittsgeschwindigkeit und können somit zu einer gleichmäßigeren Fahrweise beitragen. Zivile Einsatzfahrzeuge ermöglichen eine unauffällige Überwachung des Verkehrsgeschehens.
Wer sich unsicher ist, welche Geschwindigkeitsbegrenzung an einem bestimmten Ort gilt, sollte sich an der allgemeinen Regelung orientieren: Innerorts gilt in der Regel eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, außerorts von 80 km/h und auf Autobahnen von 120 km/h. Abweichungen von diesen Regelungen sind durch entsprechende Schilder gekennzeichnet.
Eine weitere Alternative zur Geschwindigkeitskontrolle ist die präventive Verkehrserziehung. Durch Aufklärungskampagnen und gezielte Informationen können Verkehrsteilnehmer für die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit sensibilisiert werden. Auch der Einsatz von intelligenten Verkehrssystemen, die Autofahrer rechtzeitig vor Geschwindigkeitsbegrenzungen warnen, kann zu einer Reduzierung von Geschwindigkeitsübertretungen beitragen. Die Schweizerische Bundesverwaltung bietet detaillierte Informationen zum Thema Verkehrssicherheit.
Wie können sich Betroffene wehren?
Wer eine Busse aufgrund einer Geschwindigkeitsübertretung in Birsfelden erhalten hat und Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kontrolle hat, kann Einspruch erheben. Der Einspruch muss schriftlich und innerhalb einer bestimmten Frist bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Im Einspruch sollten die Gründe für die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kontrolle dargelegt werden. Es ist ratsam, sich vorab rechtlich beraten zu lassen, um die Erfolgsaussichten des Einspruchs zu prüfen. Die SRF berichtete ausführlich über den Fall. Informationen zum Thema Verkehrsrecht in der Schweiz finden sich auch auf der Website des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). (Lesen Sie auch: Kanada Schweiz Eishockey: Was Bewegt McDavid Wirklich)
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde der Durchfahrtsblitzer in Birsfelden installiert?
Der Durchfahrtsblitzer wurde installiert, um die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen zu überwachen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die hohe Anzahl an Unfällen oder Beschwerden von Anwohnern können Gründe für die Installation sein.
Wie hoch sind die Bußgelder bei Geschwindigkeitsübertretungen in der Schweiz?
Die Höhe der Bußgelder hängt von der Schwere der Geschwindigkeitsübertretung ab. Sie reichen von geringen Beträgen für geringfügige Überschreitungen bis hin zu hohen Geldstrafen und Führerscheinentzug bei gravierenden Verstößen. (Lesen Sie auch: Beste Arbeitgeber Schweiz 2026: Top-Firmen im Check)
Kann ich gegen eine Busse Einspruch erheben?
Ja, Sie können gegen eine Busse Einspruch erheben, wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kontrolle haben oder andere Gründe für den Einspruch geltend machen können. Der Einspruch muss innerhalb einer bestimmten Frist schriftlich erfolgen.
Was passiert, wenn ich die Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts deutlich überschreite?
Bei deutlichen Geschwindigkeitsübertretungen innerorts drohen hohe Geldstrafen, der Entzug des Führerscheins und in besonders schweren Fällen sogar eine Freiheitsstrafe. Die genauen Sanktionen hängen von der Höhe der Überschreitung ab.
Welche Rolle spielt der Bundesrat bei Geschwindigkeitskontrollen?
Der Bundesrat hat die Aufsicht über die Einhaltung des Bundesrechts. Er kann kantonale oder kommunale Maßnahmen überprüfen, wenn Zweifel an deren Rechtmäßigkeit bestehen, wie im Fall des Durchfahrtsblitzers Birsfelden.
Der Fall des Durchfahrtsblitzers in Birsfelden zeigt, dass Geschwindigkeitskontrollen ein sensibles Thema sind. Es ist wichtig, dass diese Kontrollen rechtmäßig, verhältnismäßig und transparent durchgeführt werden. Nur so können sie ihre eigentliche Funktion erfüllen: die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Für Autofahrer bedeutet dies, sich stets an die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und im Zweifelsfall rechtlichen Rat einzuholen.












