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EU einigt sich auf Finanzhilfe: 90 Milliarden Euro für die Ukraine

by Rathaus Nachrichten
Dezember 19, 2025
in Gesellschaft
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EU einigt sich auf Finanzhilfe: 90 Milliarden Euro für die Ukraine
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90 Milliarden Euro für die Ukraine – am 19. Dezember 2024 haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs nach über 18-stündigen Verhandlungen auf ein historisches Finanzpaket geeinigt. Der zinslose Kredit soll den militärischen und wirtschaftlichen Bedarf Kiews für die nächsten zwei Jahre decken. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem klaren Signal an Putin.

📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2024

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Was bedeutet die EU-Einigung auf 90 Milliarden Euro für die Ukraine?

Die Europäische Union stellt der Ukraine einen zinslosen Kredit über 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 bereit. EU-Ratspräsident António Costa verkündete die Einigung am frühen Freitagmorgen nach dem Gipfeltreffen in Brüssel. Die Ukraine muss das Geld nur zurückzahlen, wenn Russland keine Reparationen für die Kriegsschäden leistet.

EU-Gipfel in Brüssel: So kam die Einigung zustande

18 Stunden Verhandlungen bis zum Kompromiss

Die Staats- und Regierungschefs der EU rangen bis tief in die Nacht um eine Lösung. Der ursprüngliche Plan von Bundeskanzler Merz sah vor, eingefrorene russische Staatsvermögen direkt für Darlehen von bis zu 210 Milliarden Euro zu nutzen. Dieser Vorschlag scheiterte am Widerstand mehrerer Länder.

Aspekt Details
Kreditsumme 90 Milliarden Euro
Zeitraum 2026–2027
Zinssatz 0 % (zinslos)
Absicherung EU-Haushalt
Rückzahlung Nur wenn Russland keine Reparationen zahlt
Beteiligte Länder 24 von 27 EU-Staaten
Auszahlungsbeginn Januar 2025

Drei Länder beteiligen sich nicht

Die Einigung kam im Rahmen der sogenannten verstärkten Zusammenarbeit zustande – einem EU-Mechanismus, der Beschlüsse auch ohne Einstimmigkeit ermöglicht. Ungarn, die Slowakei und Tschechien haben sich gegen eine Beteiligung entschieden. Ungarns Regierungschef Viktor Orbán bezeichnete das Paket als „verlorenen Kriegskredit“.

Merz: „Europa hat verstanden, was die Stunde geschlagen hat“

Bundeskanzler Friedrich Merz wertete die Einigung trotz Abweichung von seinem ursprünglichen Plan als Erfolg. Nach den Verhandlungen erklärte er: „Europa hat verstanden, was die Stunde geschlagen hat und Europa hat eine Demonstration seiner Souveränität abgeliefert.“

Auf der Plattform X schrieb Merz: „Die Ukraine erhält, wie von mir vorgeschlagen, ein zinsloses Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro. Dies sendet ein klares Signal aus Europa an Putin: Dieser Krieg wird sich nicht lohnen.“

Wichtig: Die 90 Milliarden Euro für die Ukraine reichen laut Merz aus, um den militärischen Bedarf und den Staatshaushalt der Ukraine für die nächsten zwei Jahre vollständig zu decken.

Warum scheiterte der ursprüngliche Plan?

Der von Merz favorisierte Ansatz sah vor, die in Belgien eingefrorenen Gelder der russischen Zentralbank direkt als Sicherheit für Kredite zu nutzen. Dieser Plan stieß auf erheblichen Widerstand – vor allem aus Belgien, Frankreich und Italien.

Belgiens Bedenken

Die belgische Regierung unter Premierminister Bart De Wever fürchtete mehrere Risiken:

Vergeltungsmaßnahmen Russlands: Moskau könnte europäische Unternehmen und Privatpersonen in Russland enteignen.

Gefahr für Euroclear: Das Brüsseler Finanzunternehmen verwaltet rund 185 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Vermögenswerten und ist eine wichtige Steuerquelle für Belgien.

Rechtliche Unsicherheit: Ein internationales Schiedsgericht könnte das Vorgehen als illegale Enteignung werten.

Trotz der Planänderung zeigte sich auch De Wever zufrieden: „Die Ukraine hat gewonnen, Europa hat gewonnen, die finanzielle Stabilität hat gewonnen.“

Wie funktioniert der neue Finanzierungsmechanismus?

Die EU-Kommission nimmt die 90 Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf. Als Sicherheit dient der EU-Gemeinschaftshaushalt, der jährlich einen Puffer in Milliardenhöhe für solche Zwecke bereithält.

Ursprünglicher Plan (Merz) Beschlossenes Modell
Direkte Nutzung russischer Vermögen Kreditaufnahme am Kapitalmarkt
Bis zu 210 Mrd. Euro möglich 90 Mrd. Euro beschlossen
Absicherung durch russische Gelder Absicherung durch EU-Haushalt
Erforderte Einstimmigkeit Verstärkte Zusammenarbeit (24 Länder)

Entscheidend ist: Die eingefrorenen russischen Vermögenswerte bleiben immobilisiert. Sollte Russland keine Kriegsentschädigung an die Ukraine zahlen, werden diese Gelder für die Kreditrückzahlung herangezogen.

Reaktionen auf die EU-Einigung

EU-Ratspräsident Costa

António Costa erklärte, das Ziel sei nicht, den Krieg zu verlängern, sondern „einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen“.

Frankreichs Präsident Macron

Emmanuel Macron bezeichnete die gefundene Lösung als „die realistischste und praktikabelste“.

Österreichs Kanzler Stocker

Christian Stocker betonte, die Kreditaufnahme bedeute „keine unmittelbare Belastung für den österreichischen Steuerzahler“.

Ungarns Regierungschef Orbán

Viktor Orbán kritisierte das Paket scharf und sprach von einem „verlorenen Kriegskredit“.

Hintergrund: Eingefrorene russische Vermögenswerte

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat die EU russische Staatsvermögen eingefroren. Der Großteil dieser Gelder – rund 185 Milliarden Euro – wird vom Brüsseler Finanzunternehmen Euroclear verwaltet. Weitere etwa 25 Milliarden Euro liegen bei Finanzinstituten in Frankreich, Deutschland, Zypern und Schweden.

💡 Gut zu wissen: Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission beläuft sich der Finanzbedarf der Ukraine für 2026 und 2027 auf mehr als 137 Milliarden Euro. Die EU übernimmt mit den 90 Milliarden Euro etwa zwei Drittel dieser Summe.

Ausblick: Was passiert als Nächstes?

Die Auszahlung der ersten Tranche kann nach Angaben von Bundeskanzler Merz bereits im Januar 2025 beginnen. Die Details zur möglichen späteren Nutzung der eingefrorenen russischen Vermögenswerte müssen noch ausgearbeitet werden.

Parallel zu den EU-Verhandlungen laufen Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine. US-Präsident Donald Trump drängt auf eine schnelle Lösung. Am Wochenende sind weitere Treffen in Miami geplant, an denen auch ukrainische Vertreter teilnehmen werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Kredit der EU für die Ukraine?
Die EU stellt der Ukraine einen zinslosen Kredit über 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 bereit. Die Summe deckt nach Angaben von Bundeskanzler Merz den militärischen Bedarf und den ukrainischen Staatshaushalt für zwei Jahre.
Muss die Ukraine das Geld zurückzahlen?
Nur wenn Russland keine Reparationen für die Kriegsschäden zahlt. In diesem Fall werden die in der EU eingefrorenen russischen Vermögenswerte für die Rückzahlung herangezogen.
Welche EU-Länder beteiligen sich nicht?
Ungarn, die Slowakei und Tschechien haben sich gegen eine Beteiligung am Finanzierungsmechanismus entschieden. Die restlichen 24 EU-Staaten tragen den Beschluss mit.
Wann beginnt die Auszahlung?
Nach Angaben von Bundeskanzler Merz kann die Auszahlung bereits im Januar 2025 beginnen. Die Gelder werden sukzessive über zwei Jahre ausgezahlt.
Woher kommt das Geld für den Kredit?
Die EU-Kommission nimmt die 90 Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf. Als Absicherung dient der EU-Gemeinschaftshaushalt, nicht die nationalen Haushalte der Mitgliedsstaaten.
Was ist mit den eingefrorenen russischen Vermögenswerten?
Die rund 210 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Staatsvermögen bleiben immobilisiert, bis Russland Reparationen an die Ukraine zahlt. Die direkte Nutzung dieser Gelder wurde beim Gipfel nicht beschlossen.

Fazit: Historische Einigung für die Ukraine

Die Einigung auf 90 Milliarden Euro für die Ukraine markiert einen wichtigen Schritt in der europäischen Sicherheitspolitik. Nach monatelangem Streit haben die EU-Staaten bewiesen, dass sie handlungsfähig sind – auch wenn der ursprüngliche Plan von Bundeskanzler Merz modifiziert werden musste.

Für die Ukraine bedeutet das Paket Planungssicherheit für die kommenden zwei Jahre. Die Finanzierung von Militär und Staatshaushalt ist gesichert. Gleichzeitig sendet die EU ein klares Signal an Moskau: Die Unterstützung für Kiew wird fortgesetzt – so lange es nötig ist.


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Tags: 90 Milliarden EuroAntónio CostaBrüsselEU-GipfelFinanzhilfeFriedrich MerzKreditRusslandUkraine
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