„Ich habe meine Freundin getötet.“ Mit diesen Worten gestand ein Mann in Nordrhein-Westfalen den Mord an seiner 24-jährigen Partnerin. Ein Femizid in NRW, der eine kleine Tochter ohne ihre Mutter zurücklässt. Solche Taten sind erschütternd und werfen ein grelles Licht auf die Notwendigkeit, Gewalt gegen Frauen zu thematisieren und zu bekämpfen. Femizid NRW steht dabei im Mittelpunkt.

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Was bedeutet ein Femizid für betroffene Kinder?
Ein Femizid ist nicht nur der Verlust eines geliebten Menschen, sondern auch ein traumatisches Ereignis, das tiefe Wunden in die Seele der Hinterbliebenen reißt. Besonders Kinder leiden immens, wenn sie ihre Mutter durch eine solche Gewalttat verlieren. Sie wachsen ohne die Geborgenheit und Liebe auf, die eine Mutter geben kann, und müssen mit dem Wissen leben, dass ihr Vater für den Tod der Mutter verantwortlich ist.
Hintergrund: Warum sprechen wir von Femizid?
Der Begriff Femizid beschreibt die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Es handelt sich also nicht um einen „Beziehungsstreit mit Todesfolge“, sondern um das Resultat tief verwurzelter patriarchaler Strukturen, die Frauen abwerten und Gewalt gegen sie tolerieren oder sogar fördern. Laut einer Meldung von Bild, wächst die Tochter der getöteten Frau nun ohne ihre Mutter auf. (Lesen Sie auch: Ehemann soll sie erschlagen haben – Polizei…)
Auf einen Blick
- Femizide sind Ausdruck patriarchaler Strukturen.
- Kinder von Femizid-Opfern tragen lebenslange Traumata davon.
- Es gibt Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige.
- Prävention ist der Schlüssel zur Verhinderung von Femiziden.
Wie häufig sind Femizide in Deutschland?
Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, da nicht alle Tötungen von Frauen als Femizide erfasst werden. Eine Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) für das Jahr 2022 zeigt, dass täglich durchschnittlich 307 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt werden. Das Statistische Bundesamt erfasst jährlich die Zahlen zu Partnerschaftsgewalt.
Was können wir als Gesellschaft tun?
Femizide sind ein gesamtgesellschaftliches Problem, das uns alle betrifft. Es ist wichtig, dass wir hinschauen, wenn wir Anzeichen von Gewalt in Beziehungen bemerken, und Betroffenen Hilfe anbieten. Auch in der Erziehung müssen wir ansetzen und unseren Kindern ein gleichberechtigtes Weltbild vermitteln, in dem Gewalt keine Option ist.
Sprechen Sie mit Ihren Kindern offen über Gefühle und Konflikte. Vermitteln Sie, dass Gewalt niemals eine Lösung ist und dass es immer möglich ist, sich Hilfe zu suchen. (Lesen Sie auch: Ehemann soll sie erschlagen haben – Polizei…)
Wo finden Betroffene und Angehörige Hilfe?
Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter der Nummer 08000 116 016 rund um die Uhr erreichbar und bietet kostenlose und anonyme Beratung. Auch Frauenhäuser bieten Schutz und Unterstützung für Frauen und ihre Kinder, die vor Gewalt fliehen müssen. Die Seite „Frauen gegen Gewalt“ bietet einen Überblick über Hilfsangebote.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Totschlag und Femizid?
Totschlag ist die Tötung eines Menschen ohne das Vorliegen von Mordmerkmalen. Femizid hingegen ist die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Das Motiv ist also entscheidend.

Wie kann ich einer Freundin helfen, die von Gewalt betroffen ist?
Sprechen Sie Ihre Freundin auf Ihre Beobachtungen an und bieten Sie ihr Ihre Unterstützung an. Drängen Sie sie nicht, aber machen Sie deutlich, dass Sie für sie da sind und ihr helfen möchten, professionelle Hilfe zu suchen. (Lesen Sie auch: Schalke-Kapitän träumt von der WM – Der…)
Welche Rolle spielt die Polizei bei Femiziden?
Die Polizei ist verpflichtet, Hinweisen auf Gewalt nachzugehen und Frauen zu schützen. Sie kann beispielsweise ein Kontaktverbot aussprechen oder den Täter vorübergehend der Wohnung verweisen.
Gibt es spezielle Angebote für Kinder, die einen Femizid erlebt haben?
Ja, es gibt spezielle Trauma-Therapien und Beratungsstellen, die sich auf die Bedürfnisse von Kindern konzentrieren, die einen Femizid in der Familie erlebt haben. Diese Angebote helfen den Kindern, das Erlebte zu verarbeiten.









