Während Israel und die USA den Iran ins Visier nehmen, beobachten China und Russland die Situation aus sicherer Entfernung. Doch wer sind die eigentlichen Iran Krieg Profiteure? Trotz der offenkundigen Grenzen ihrer Machtposition ziehen beide Staaten, Russland und China, Vorteile aus dieser Zuspitzung – Russland im Ukraine-Konflikt und China auf der globalen Bühne.

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Eine Eskalation im Nahen Osten – Chinas und Russlands stille Vorteile
Die angespannte Lage im Nahen Osten, insbesondere die potenzielle Eskalation zwischen dem Iran, Israel und den USA, hat weitreichende geopolitische Auswirkungen. Während die Weltöffentlichkeit auf die unmittelbaren Konfliktparteien blickt, zeichnet sich ab, dass China und Russland indirekt als Nutznießer aus dieser Situation hervorgehen könnten. Dies wirft die Frage auf, inwieweit regionale Konflikte die globale Machtbalance verschieben und welche langfristigen Konsequenzen daraus resultieren.
Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, offenbart der Konflikt die Grenzen des Einflusses von Russland und China, die beide enge Beziehungen zum Iran pflegen. Dennoch ergeben sich für beide Länder strategische Vorteile.
Die wichtigsten Fakten
- China und Russland beobachten den Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA.
- Russland profitiert indirekt durch die Ablenkung von der Ukraine.
- China stärkt seine Position als globaler Akteur.
- Der Konflikt zeigt die Grenzen der Macht von Russland und China.
Wie profitiert Russland vom Krieg im Iran?
Russland profitiert primär von der Verlagerung des internationalen Fokus. Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und der westlichen Mächte richtet sich verstärkt auf den Nahen Osten, was den Druck auf Russland im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine mindert. Dies ermöglicht Russland, seine militärischen Operationen und politischen Ziele in der Ukraine mit weniger internationaler Beobachtung zu verfolgen. Zudem könnte eine Destabilisierung des Nahen Ostens die Energiepreise in die Höhe treiben, was wiederum Russlands Einnahmen aus Öl- und Gasexporten steigern würde. (Lesen Sie auch: Iran Krieg Folgen: Droht eine Weltweite Stagflation?)
Die durch den Konflikt gebundene Aufmerksamkeit des Westens verschafft Russland einen strategischen Vorteil. Russland kann seine militärischen und politischen Ziele in der Ukraine mit weniger internationalem Druck verfolgen.
Russland unterhält enge Beziehungen zum Iran, insbesondere im militärischen Bereich. Beide Länder kooperieren in Syrien und tauschen Waffen aus.
Welche Vorteile zieht China aus der Situation?
China sieht sich als aufsteigende Weltmacht und nutzt die Instabilität im Nahen Osten, um seine globale Rolle auszubauen. Während andere Nationen mit der Konfliktbewältigung beschäftigt sind, kann China seine wirtschaftliche und politische Position in der Region stärken. Der Iran ist ein wichtiger Bestandteil von Chinas „Neuer Seidenstrasse“, und China könnte versuchen, seinen Einfluss im Iran und in anderen Ländern des Nahen Ostens auszuweiten, indem es sich als stabilisierende Kraft und verlässlicher Wirtschaftspartner präsentiert. Dies könnte langfristig Chinas geopolitische Bedeutung erhöhen.
China kann seine wirtschaftliche und politische Position im Nahen Osten ausbauen, indem es sich als stabilisierende Kraft präsentiert. (Lesen Sie auch: Iran Krieg Börse: Chance oder Risiko für…)
Die Volksrepublik könnte ihre Rolle als Vermittler zwischen den Konfliktparteien anbieten und so ihr diplomatisches Gewicht erhöhen.
Die Grenzen der Macht
Die Zurückhaltung Chinas und Russlands im Angesicht der Eskalation zeigt auch die Grenzen ihrer Macht. Beide Länder sind zwar wichtige Partner des Iran, aber offenbar nicht bereit oder in der Lage, eine direkte militärische Konfrontation mit Israel oder den USA zu riskieren. Dies könnte darauf hindeuten, dass ihre Unterstützung für den Iran eher auf wirtschaftlichen und strategischen Interessen basiert als auf einer unbedingten militärischen Allianz. Es zeigt auch, dass die USA trotz des Aufstiegs Chinas und Russlands weiterhin eine dominante militärische Kraft im Nahen Osten bleiben.
China und Russland sind zwar wichtige Partner des Iran, scheuen aber eine direkte militärische Konfrontation mit Israel oder den USA.

Die Situation verdeutlicht, dass die USA trotz des Aufstiegs anderer Mächte weiterhin eine dominante militärische Kraft im Nahen Osten darstellen. (Lesen Sie auch: DAX Iran Krieg: USA Entscheiden über Börsen-Crash?)
Auswirkungen auf die Schweiz
Für die Schweiz, die traditionell eine neutrale Position in internationalen Konflikten einnimmt, bedeutet die Eskalation im Nahen Osten eine Zerreissprobe. Einerseits ist die Schweiz als Sitz zahlreicher internationaler Organisationen und als Vermittlerin in Konflikten gefordert, zur Deeskalation beizutragen. Andererseits muss sie ihre wirtschaftlichen Interessen in der Region schützen und sicherstellen, dass die Stabilität des Nahen Ostens nicht durch den Konflikt gefährdet wird. Die Schweizer Aussenpolitik steht vor der Herausforderung, ihre humanitären Werte mit ihren wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen in Einklang zu bringen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) beobachtet die Lage genau.
Die Schweiz muss ihre humanitären Werte mit ihren wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen in Einklang bringen.
Auch für Deutschland relevant, weil eine Eskalation die Flüchtlingssituation verschärfen und die Energiepreise erhöhen könnte.
Die indirekten Profiteure eines möglichen Iran-Kriegs sitzen also nicht nur in Teheran oder Washington, sondern auch in Moskau und Peking. Die Weltordnung ist im Wandel, und regionale Konflikte sind ein Katalysator für diese Entwicklung. (Lesen Sie auch: Iran Krieg Börse: DAX Bricht ein –…)
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)









