Was bedeutet das Verbot des Kükentötens in der Schweiz konkret? Seit Anfang 2023 dürfen männliche Küken der Legehennenrassen nicht mehr direkt nach dem Schlüpfen getötet werden. Diese Maßnahme soll das Tierwohl verbessern und ethischen Bedenken Rechnung tragen, die mit dem bisherigen Vorgehen verbunden waren. Kükentöten Schweiz steht dabei im Mittelpunkt.

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Das ist passiert
- Seit Anfang 2023 ist das Kükentöten in der Schweiz verboten.
- Betriebe mussten alternative Lösungen finden, wie die Aufzucht der männlichen Küken oder die Verwendung von Zweinutzungshühnern.
- Die Umstellung verursacht höhere Kosten für die Betriebe.
- Die ersten Erfahrungen zeigen, dass die Umsetzung machbar ist, aber Herausforderungen mit sich bringt.
Erste Erfahrungen nach dem Verbot des Kükentötens
Das Verbot des Kükentötens stellt Legehennenbetriebe vor neue Herausforderungen. Statt die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen zu töten, müssen sie nun aufgezogen oder es müssen Alternativen wie Zweinutzungshühner eingesetzt werden. Diese Umstellung ist mit höheren Kosten verbunden, da die Aufzucht der männlichen Küken nicht wirtschaftlich ist, da sie keine Eier legen und weniger Fleisch ansetzen als Masthähnchen. (Lesen Sie auch: Schweiz Norwegen: gegen: Experimente und eine torlose…)
Einige Betriebe haben sich für die Aufzucht der männlichen Küken entschieden und vermarkten das Fleisch als regionale Spezialität. Andere setzen auf Zweinutzungshühner, die sowohl Eier legen als auch für die Fleischproduktion geeignet sind. Laut SRF ziehen die Betriebe vor Ostern eine erste Zwischenbilanz.
Welche Alternativen gibt es zum Kükentöten in der Schweiz?
Neben der Aufzucht der Bruderhähne gibt es weitere Alternativen, um das Kükentöten zu vermeiden. Eine Möglichkeit ist der Einsatz der Geschlechtsbestimmung im Ei. Dabei wird bereits im Ei festgestellt, ob es sich um ein männliches oder weibliches Küken handelt. Männliche Eier werden dann aussortiert, bevor das Küken schlüpfen kann. Diese Methode ist jedoch noch nicht flächendeckend verfügbar. (Lesen Sie auch: Suisse Norvege: Schweiz gegen Norwegen: Vorbereitungsspiel)
Eine weitere Alternative sind Zweinutzungshühner. Diese Rassen legen zwar weniger Eier als spezialisierte Legehennen, setzen aber auch mehr Fleisch an als die Bruderhähne. Dadurch können sie sowohl für die Eier- als auch für die Fleischproduktion genutzt werden, was sie wirtschaftlich interessanter macht. Der Einsatz von Zweinutzungshühnern erfordert jedoch eine Anpassung der Haltungsbedingungen und der Vermarktungsstrategie.
Das Kükentöten war lange Zeit eine gängige Praxis in der Legehennenproduktion. Da männliche Küken keine Eier legen und weniger Fleisch ansetzen als Masthähnchen, galten sie als wirtschaftlich unrentabel und wurden direkt nach dem Schlüpfen getötet. Diese Praxis stieß jedoch zunehmend auf Kritik von Tierschutzorganisationen und Verbrauchern. (Lesen Sie auch: öv Preiserhöhung: 3,9% Höhere Preise ab Dezember?)
Auswirkungen auf die Eierpreise
Das Verbot des Kükentötens und die damit verbundenen höheren Kosten für die Betriebe haben Auswirkungen auf die Eierpreise. Eier von Betrieben, die die Bruderhähne aufziehen oder Zweinutzungshühner halten, sind in der Regel teurer als Eier aus konventioneller Legehennenhaltung. Laut einer Studie der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) sind die Produktionskosten für Eier aus Bruderhahn-Aufzucht um rund 30 % höher als bei konventioneller Haltung. Dies schlägt sich in höheren Preisen für die Konsumenten nieder.
Viele Konsumenten sind jedoch bereit, für Eier aus tierfreundlicherer Haltung mehr zu bezahlen. Dies zeigt eine Umfrage des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), wonach rund 70 % der Konsumenten angeben, beim Kauf von Eiern auf die Haltungsform zu achten. Wie admin.ch berichtet, fördert das BLV die Entwicklung tierfreundlicherer Haltungssysteme. (Lesen Sie auch: Brand Crans Montana: Botschafter bleibt Bern Weiter…)

Tier im Fokus hat ein Faktenblatt zum Thema Kükentöten veröffentlicht.
Wie geht es weiter mit dem Verbot des Kükentötens in der Schweiz?
Das Verbot des Kükentötens ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Tierwohl in der Legehennenproduktion. Es bleibt abzuwarten, wie sich die verschiedenen Alternativen in der Praxis bewähren und welche Auswirkungen sie auf die Eierpreise haben werden. Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Eiern aus tierfreundlicherer Haltung weiter steigen wird und dass sich die Betriebe zunehmend auf alternative Haltungssysteme umstellen werden.
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde das Kükentöten in der Schweiz verboten?
Das Kükentöten wurde verboten, um das Tierwohl zu verbessern und ethischen Bedenken Rechnung zu tragen. Die Tötung männlicher Küken direkt nach dem Schlüpfen galt als nicht artgerecht und wurde von Tierschutzorganisationen kritisiert.





