Früher stand Phil Collins stundenlang auf der Bühne, heute kostet ihn schon der Alltag Kraft. Kurz vor seinem 75. Geburtstag spricht der Musiker offen über seinen Gesundheitszustand.
Phil Collins, 74, wurde jahrzehntelang für sein präzises Schlagzeugspiel und seine unverwechselbare Stimme gefeiert. Heute ist von dieser körperlichen Stärke nur noch wenig übrig. Kurz vor seinem 75. Geburtstag am 30. Januar 2026 spricht der Musiker so offen wie nie über seinen aktuellen Gesundheitszustand und zeichnet dabei das erschütternde Bild eines Lebens, das inzwischen von Krankheit und Schmerzen geprägt ist.
Phil Collins‘ Alltag unter ständiger Betreuung
In einem Interview mit Moderatorin Zoe Ball, 55, für die BBC-Two-Sendung „Eras – In Conversation“ wird deutlich, wie schlecht es Collins inzwischen geht. Die gesundheitlichen Probleme, die ihn seit Jahren begleiten, haben sich zu einer belastenden Kette entwickelt, die ihm kaum noch Pausen lässt. Was früher einzelne Rückschläge bedeuteten, ist heute ein Zustand geworden, der permanente Unterstützung erfordert.
Bekannt waren bislang sein Typ-2-Diabetes sowie die Folgen einer Wirbelsäulenverletzung aus dem Jahr 2007. Doch im Gespräch, aus dem die „Daily Mail“ zitiert, wird deutlich, wie dramatisch sich sein Zustand verschlechtert hat: Fünf Knieoperationen musste Collins bereits über sich ergehen lassen, seine Mobilität ist stark eingeschränkt. Eine 24-Stunden-Pflegekraft sorgt heute dafür, dass er seine Medikamente regelmäßig einnimmt und den Alltag überhaupt bewältigen kann.

© Jean-Jacques BERNIER/Gamma-Rapho
Phil Collins: Jahrelanger Alkoholkonsum rächt sich
„Alles, was schiefgehen konnte, ging schief“, sagt Phil Collins rückblickend. Zu den orthopädischen Problemen kamen schwere Komplikationen hinzu. Während eines Krankenhausaufenthalts infizierte er sich mit Covid-19, seine Nieren begannen zu versagen. Den Grund dafür sieht er auch selbstkritisch in seinem früheren Lebensstil: Übermäßiger Alkoholkonsum habe die Nieren nachhaltig geschädigt. „Ich hatte wahrscheinlich zu viel getrunken, und deshalb waren meine Nieren kaputt. Alles schien zur gleichen Zeit zusammenzukommen“, berichtet der „In The Air Tonight“-Interpret.
Seinen Umgang mit Alkohol beschreibt der 74-Jährige nüchtern und ohne Beschönigung. Collins sei kein nächtlicher Trinker gewesen, habe aber tagsüber regelmäßig Alkohol konsumiert – offenbar mehr, als seinem Körper guttat. Betrunken sei er nie gewesen, sagt der Musiker, dennoch sei er mehrfach gestürzt. Heute kann er nach den Knieoperationen zwar noch gehen, ist dabei jedoch auf Hilfsmittel wie Krücken und vor allem auf Unterstützung angewiesen.
Wie ernst seine Lage ist, zeigt sich nicht nur an der dauerhaften Pflege, sondern auch daran, dass Phil Collins viele alltägliche Dinge nicht mehr allein bewältigen kann. Der einstige Weltstar, der Jahrzehnte lang auf den größten Bühnen stand, ist inzwischen sowohl auf körperliche als auch organisatorische Hilfe angewiesen.
Musiker blickt dankbar auf sein Leben zurück
Trotz aller Rückschläge blickt der fünffache Vater dankbar auf sein Leben. Besonders stolz ist er auf seine Kinder, darunter „Emily in Paris“-Star Lily Collins, 36, sowie die Söhne Simon, 49, und Nic, 24, die beide in seine Fußstapfen als Schlagzeuger getreten sind. Nesthäkchen Nic sprang 2017 sogar bei einem Genesis-Konzert im Londoner Hyde Park ein, als sein Vater wegen seiner Knie- und Rückenprobleme nicht mehr spielen konnte. Ein Moment, der Collins tief bewegt hat. Weiter betont er:
Meine Kinder sind unglaublich ausgeglichen, wenn man bedenkt, was sie durchgemacht haben. Ich bin sehr, sehr stolz auf sie alle.
An Aufgeben denkt er dennoch nicht ganz. Einige halbfertige Songs lägen noch in der Schublade, sagt Phil Collins mit vorsichtigem Humor: „Vielleicht steckt noch Leben in mir.“ Die Realität jedoch ist eine andere als früher: 2022 beendete der Brite seine Karriere als Schlagzeuger, weil er die Drumsticks nicht mehr halten konnte. Im selben Jahr verabschiedete sich Genesis mit einer letzten Tournee von der Bühne.
Der Wechsel vom Schlagzeuger zum Genesis-Frontmann nach dem Ausstieg von Peter Gabriel, 75, sei rückblickend psychologisch schwierig gewesen. „Plötzlich stehst du da vorne, nur mit dem Mikrofonständer. Du bist völlig exponiert“, schildert Collins. Trotz aller Kritik, die er in seinen produktivsten Jahren mit Genesis, seiner Solokarriere und einigen Kollaborationen einstecken musste, bereut Phil Collins nichts. „Ich hätte nichts davon missen wollen“, resümiert er, „nicht für alles in der Welt.“
Verwendete Quelle: dailymail.co.uk
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