Lesezeit: 4 Minuten
Razzia Deutsche Bank kurz erklärt: Am 28. Januar 2026 haben Ermittler der Staatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamts (BKA) die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt sowie Räumlichkeiten in Berlin durchsucht. Der Verdacht lautet auf Geldwäsche im Zusammenhang mit früheren Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften. Laut Medienberichten könnten die Ermittlungen mit dem sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch zusammenhängen.
Das Wichtigste in Kürze
- Razzia: BKA und Staatsanwaltschaft durchsuchen Deutsche Bank in Frankfurt und Berlin
- Vorwurf: Verdacht der Geldwäsche durch Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Firmen
- Hintergrund: Möglicherweise Zusammenhang mit Roman Abramowitsch (Süddeutsche Zeitung)
- Beschuldigte: Unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank
- Timing: Einen Tag vor der Bilanzvorlage für das Geschäftsjahr 2025
- Reaktion Bank: Deutsche Bank kooperiert „vollumfänglich“ mit den Behörden
- Aktienkurs: Deutsche Bank Aktie verliert rund 3 Prozent
Razzia bei der Deutschen Bank: Was ist passiert?
Am Mittwochvormittag, dem 28. Januar 2026, haben Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) und der Staatsanwaltschaft Frankfurt die Zentrale der Deutschen Bank an der Taunusanlage in Frankfurt durchsucht. Gegen 10 Uhr betraten nach Angaben des „Spiegel“ etwa 30 Zivilbeamte das Gebäude des größten deutschen Geldhauses.
Parallel fanden Durchsuchungen an einem Standort der Deutschen Bank in Berlin statt. Ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt wurde an beiden Standorten vollstreckt.

Was wird der Deutschen Bank vorgeworfen?
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt führt die Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche. Der konkrete Vorwurf: Die Deutsche Bank soll in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten haben, die im Verdacht stehen, „zum Zwecke der Geldwäsche“ eingesetzt worden zu sein.
Beschuldigt werden „unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter“ der Bank. Zu den konkreten Transaktionen, deren Umfang sowie den betroffenen Gesellschaften machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.
Zusammenhang mit Roman Abramowitsch?
Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ stehen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Der ehemalige Chelsea-Besitzer steht seit März 2022 aufgrund seiner Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin unter EU-Sanktionen.
Dem Bericht zufolge soll die Deutsche Bank „eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet an die Behörden abgegeben“ haben. Verdächtige Zahlungen, die einer Bank auffallen, müssen unverzüglich an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Versäumnisse können zu erheblichen Bußgeldern führen.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte diesen Zusammenhang nicht offiziell. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Reaktion der Deutschen Bank
Die Deutsche Bank bestätigte die Durchsuchungen in einer knappen Stellungnahme: „Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird“, teilte ein Sprecher mit. „Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern.“
Weitere Details nannte das Institut nicht.
Pikantes Timing: Einen Tag vor der Bilanzvorlage
Die Razzia erfolgt zu einem heiklen Zeitpunkt: Am Donnerstag, dem 29. Januar 2026, will die Deutsche Bank ihre Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorlegen. Die Durchsuchung dürfte die Präsentation der Geschäftszahlen überschatten.
An der Börse reagierte die Deutsche-Bank-Aktie mit Kursverlusten von rund drei Prozent auf die Nachricht.
Nicht die erste Razzia wegen Geldwäsche
Vorwürfe im Zusammenhang mit Geldwäsche sind für die Deutsche Bank kein Neuland. Das Institut musste sich in der Vergangenheit wiederholt mit entsprechenden Ermittlungen und Sanktionen auseinandersetzen:
| Jahr | Vorfall |
|---|---|
| April 2022 | Durchsuchung durch Staatsanwaltschaft, BKA und BaFin wegen verspäteter Verdachtsmeldungen |
| 2022–2023 | BaFin schickt Sonderbeauftragten zur Überwachung der Geldwäsche-Prävention |
| 2023 | US-Notenbank Federal Reserve verhängt Strafe wegen AML-Compliance-Mängeln |
| 2024 | Bank zahlt 1,7 Milliarden Euro zur Beilegung diverser Rechtsstreitigkeiten |
| Januar 2026 | Aktuelle Razzia wegen Geldwäscheverdacht in Frankfurt und Berlin |
Vorstandschef Christian Sewing hatte wiederholt betont, die Bank habe die Altlasten der Vergangenheit hinter sich gelassen. Die aktuelle Razzia stellt diese Aussage erneut auf den Prüfstand.

Was bedeutet Geldwäsche?
Unter Geldwäsche versteht man das Einschleusen von Geld aus illegalen Quellen in den legalen Wirtschaftskreislauf. Banken sind gesetzlich verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu erkennen und unverzüglich an die zuständigen Behörden zu melden – sogenannte Verdachtsmeldungen oder „Suspicious Transaction Reports“ (STRs).
Werden diese Meldungen nicht oder verspätet abgegeben, drohen den Instituten empfindliche Strafen. Die Behörden überwachen die Einhaltung dieser Pflichten zunehmend streng.
Wie geht es weiter?
Die Ermittlungen befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch am Anfang. Bei den Durchsuchungen am 28. Januar sollten zusätzliche Beweise gesichert werden. Ob und wann Anklage erhoben wird, steht noch nicht fest.
Die Deutsche Bank wird am Donnerstag ihre Geschäftszahlen für 2025 präsentieren. Dabei dürfte die Razzia eines der beherrschenden Themen sein. Analysten und Investoren werden genau beobachten, wie das Management mit den erneuten Vorwürfen umgeht.
.faq-section details { margin-bottom: 12px; border: 1px solid #429137; border-radius: 6px; padding: 12px; }
.faq-section summary { font-weight: 600; cursor: pointer; font-size: 1.05em; color: #429137; }
.faq-section .answer { background-color: #f1f8e9; margin-top: 8px; padding: 12px; border-radius: 6px; }
Häufige Fragen zur Razzia bei der Deutschen Bank
Warum wurde die Deutsche Bank durchsucht?
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche. Konkret geht es um frühere Geschäftsbeziehungen der Deutschen Bank zu ausländischen Gesellschaften, die im Verdacht stehen, für Geldwäsche eingesetzt worden zu sein. Laut Medienberichten könnte es einen Zusammenhang mit Firmen des sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch geben.
Wer führt die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank?
Die Ermittlungen werden von der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden geführt. Ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt wurde am 28. Januar 2026 an den Standorten in Frankfurt und Berlin vollstreckt.
Ist die Deutsche Bank schuldig?
Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Durchsuchungen dienen der Beweissicherung im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens. Beschuldigt werden „unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter“ der Bank. Ob Anklage erhoben wird und wie das Verfahren ausgeht, ist derzeit offen.
Wie reagiert die Deutsche Bank Aktie?
Die Deutsche-Bank-Aktie verlor am 28. Januar 2026 nach Bekanntwerden der Razzia rund drei Prozent an Wert. Der Kurs fiel auf etwa 32,43 Euro. Anleger reagierten verunsichert auf die erneuten Geldwäsche-Vorwürfe gegen Deutschlands größtes Geldhaus.
Gab es schon früher Razzien bei der Deutschen Bank?
Ja, die Deutsche Bank wurde bereits mehrfach wegen Geldwäsche-Vorwürfen durchsucht. Ende April 2022 gab es eine Razzia durch Staatsanwaltschaft, BKA und BaFin wegen verspäteter Verdachtsmeldungen. Die BaFin schickte zeitweise einen Sonderbeauftragten ins Haus, um die Geldwäsche-Prävention zu überwachen. 2024 zahlte die Bank rund 1,7 Milliarden Euro zur Beilegung verschiedener Rechtsstreitigkeiten.
Fazit: Erneute Belastung für die Deutsche Bank
Die Razzia am 28. Januar 2026 stellt für die Deutsche Bank einen erneuten Rückschlag dar. Obwohl das Institut betont, die Compliance-Probleme der Vergangenheit aufgearbeitet zu haben, zeigen die aktuellen Ermittlungen, dass die Aufarbeitung möglicherweise noch nicht abgeschlossen ist. Mit der morgigen Bilanzpräsentation wird das Management Stellung beziehen müssen.
Autor: Redaktion Rathausnachrichten
Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert. Stand: 28. Januar 2026, 14:30 Uhr






