📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 5. Januar 2026
Trump und Grönland: US-Präsident bekräftigt Anspruch nach Venezuela-Einsatz
Trump und Grönland – das Thema eskaliert erneut. Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela hat US-Präsident Donald Trump seinen Anspruch auf die größte Insel der Welt bekräftigt. „Wir brauchen Grönland absolut“, sagte Trump in einem Interview mit dem Magazin „The Atlantic“. Dänemark und die skandinavischen Nachbarländer weisen die Drohungen scharf zurück.
🇺🇸 Trump und Grönland – Auf einen Blick:
• Aktuell: Trump bekräftigt Grönland-Anspruch nach Venezuela-Einsatz
• Provokation: Katie Miller postet „BALD!“ mit Grönland in US-Farben
• Reaktion: Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland weisen Anspruch zurück
• Hintergrund: 25 von 34 kritischen EU-Rohstoffen lagern in Grönland
• Bevölkerung: Nur 56.000 Menschen auf der größten Insel der Welt
„Wir brauchen Grönland absolut“ – Trump droht indirekt mit Militär
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Nur wenige Stunden nach dem US-Blitzeinsatz in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, äußerte sich Trump zu Grönland erneut. Im Interview mit „The Atlantic“ sagte der US-Präsident: „Wir brauchen Grönland, absolut. Wir brauchen es zur Verteidigung.“
Auf die Frage, was der Venezuela-Einsatz für Grönland bedeute, antwortete Trump vielsagend: „Das werden sie sich selbst ansehen müssen. Ich weiß es wirklich nicht.“ Diese Aussage wird in Dänemark als kaum verhohlene Drohung interpretiert.
Trump argumentiert, Grönland sei „von russischen und chinesischen Schiffen umzingelt“ und benötige den Schutz der USA. Gleichzeitig spottete er über Dänemarks Verteidigungsbemühungen: „Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt.“
| Datum | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 2019 | Trump will Grönland kaufen | Dänemark lehnt ab |
| Januar 2025 | Trump Junior besucht Grönland | Offiziell „privat“ |
| März 2025 | Vizepräsident Vance auf Militärbasis | Provokation |
| Dezember 2025 | Trump ernennt Grönland-Sondergesandten | Eskalation |
| 4. Januar 2026 | Katie Miller postet „BALD!“ | Direkte Drohung |
„BALD!“ – Katie Miller heizt Grönland-Debatte an
Für besondere Empörung sorgte ein Social-Media-Beitrag von Katie Miller, der Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller. Sie postete auf X eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge – darüber in Großbuchstaben: „SOON“ (Bald).
Stephen Miller gilt als einer der einflussreichsten Berater im Weißen Haus und als Hardliner der Trump-Administration. Der Post seiner Frau wurde weltweit als kaum verhohlene Drohung gewertet.

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen reagierte umgehend: „Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden.“ Er bezeichnete den Beitrag als „respektlos“.
⚠️ Dänemarks Reaktion:
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte: „Die USA haben überhaupt kein Recht, einen Teil der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren.“ Sie forderte Washington auf, „mit den Drohungen aufzuhören gegen einen historisch engen Verbündeten“.
Skandinavien steht geschlossen hinter Dänemark
Die Regierungschefs von Schweden, Norwegen und Finnland stellten sich öffentlich hinter Dänemarks Position. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Store schrieb auf X: „Grönland ist ein integraler Teil des Königreichs Dänemark.“
Auch der dänische Botschafter in den USA, Jesper Møller Sørensen, reagierte auf Katie Millers Beitrag: „Wir erwarten die uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität des Königreichs Dänemark.“ Kopenhagen und Washington seien „enge Verbündete und müssen als solche weiterhin zusammenarbeiten“.
Dänemark, Grönland und die USA sind allesamt NATO-Bündnispartner. Dass ein Mitglied einem anderen mit militärischer Übernahme droht, ist beispiellos in der Geschichte des Bündnisses.
Warum will Trump Grönland? Die wahren Gründe
Offiziell begründet Trump sein Interesse an Grönland mit der nationalen Sicherheit. Experten sehen jedoch andere Motive:
1. Seltene Erden und kritische Rohstoffe:
- Grönland besitzt 25 von 34 kritischen Rohstoffen, die die EU identifiziert hat
- Die Lagerstätten Kringlerne und Kvanefjeld gehören zu den größten Seltene-Erden-Vorkommen weltweit
- Geschätzte Reserven könnten den Weltbedarf für 150 Jahre decken
- China dominiert derzeit den Markt – die USA wollen unabhängig werden
2. Geostrategische Lage:
- Direkter Zugang zur Arktis
- Kontrolle neuer Seewege durch schmelzendes Eis
- Bestehende US-Militärbasis Pituffik Space Base
- Frühwarnsystem für ballistische Raketen
3. Öl, Gas und weitere Ressourcen:
- Gold, Platin, Kupfer, Eisen unter dem Eis
- Öl- und Gasvorkommen vor der Küste
- Förderung derzeit aus Umweltschutzgründen verboten
Die frühere grönländische Finanzministerin Maliina Abelsen schätzt: „Trump ist mehr an den Seltenen Erden interessiert als daran, Militär auf Grönland zu haben.“
| Rohstoff | Potenzial in Grönland | Bedeutung |
|---|---|---|
| Seltene Erden | Sehr hoch | E-Autos, Windräder, Smartphones |
| Lithium | Hoch | Batterien |
| Kupfer | Hoch | Elektrifizierung |
| Graphit | Mittel bis hoch | Batterien, Stahl |
| Molybdän | Hoch | Rüstung, Raumfahrt |
Kann Trump Grönland einfach kaufen oder annektieren?
Völkerrechtlich ist die Lage eindeutig: Ein Kauf oder eine Annexion Grönlands wäre ohne Zustimmung der Grönländer und Dänemarks nicht möglich.
„Das Völkerrecht ermöglicht grundsätzlich einen Landkauf“, erklärt Professorin Anna Petrig von der Universität Basel. „Aber Dänemark muss einem Verkauf zustimmen, und die Menschen in Grönland müssten einer Angliederung an die USA zustimmen.“ Beides ist derzeit ausgeschlossen.
Eine militärische Übernahme wäre völkerrechtswidrig. „Ein Vertrag, der aufgrund militärischen Drucks zustande kommt, ist ungültig“, so Petrig. „Genauso wie eine Annexion durch militärische Gewalt.“
Grönland strebt seit Jahren eine größere Unabhängigkeit von Dänemark an – aber nicht, um sich den USA anzuschließen. Die Insel erhält jährlich rund 500 Millionen Euro Unterstützung aus Kopenhagen, was mehr als ein Drittel der Staatseinnahmen ausmacht.
Was will Grönland selbst?
Die 56.000 Einwohner Grönlands wollen weder Teil Dänemarks noch Teil der USA bleiben oder werden. In einer Umfrage sprach sich eine deutliche Mehrheit für die vollständige Unabhängigkeit aus.
Grönlands Ministerpräsident Múte Bourup Egede betonte in seiner Neujahrsansprache 2025 den Wunsch nach Unabhängigkeit – von Dänemark. Trumps Angebot lehnt er ab: „Grönland steht nicht zum Verkauf.“ Gleichzeitig zeigte er sich offen für wirtschaftliche Kooperation: „Die gesamte Zusammenarbeit und der Handel können nicht nur über Dänemark laufen.“
Am 6. April 2025 fanden auf Grönland Parlamentswahlen statt. Die Unabhängigkeitsdebatte prägte den Wahlkampf – nicht die Frage einer US-Übernahme.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum will Trump Grönland kaufen?
Trump begründet seinen Anspruch offiziell mit der nationalen Sicherheit der USA. Experten sehen die wahren Gründe jedoch in den riesigen Rohstoffvorkommen Grönlands: Die Insel besitzt 25 von 34 kritischen Rohstoffen der EU, darunter Seltene Erden, die für E-Autos, Windräder und Smartphones unverzichtbar sind.
Kann Trump Grönland einfach annektieren?
Nein. Völkerrechtlich wäre eine Annexion ohne Zustimmung Dänemarks und der grönländischen Bevölkerung illegal. Eine militärische Übernahme wäre ein Bruch des Völkerrechts. Auch Dänemark und Grönland sind NATO-Mitglieder und durch Bündnisverpflichtungen geschützt.
Was bedeutet Katie Millers Post „BALD!“ für Grönland?
Katie Miller, Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller, postete am 4. Januar 2026 eine Karte Grönlands in US-Farben mit dem Wort „SOON“ (Bald). Der Post wird als kaum verhohlene Drohung einer US-Übernahme interpretiert und löste diplomatische Empörung aus.
Wie reagiert Dänemark auf Trumps Drohungen?
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, die USA hätten „kein Recht“, einen Teil Dänemarks zu annektieren. Sie forderte Washington auf, die Drohungen gegen einen NATO-Verbündeten einzustellen. Schweden, Norwegen und Finnland stellten sich öffentlich hinter Dänemark.
Was hat der Venezuela-Einsatz mit Grönland zu tun?
Trump bekräftigte seinen Grönland-Anspruch unmittelbar nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela. Er deutete an, Grönland solle sich den Venezuela-Einsatz „ansehen“ und „Schlussfolgerungen ziehen“ – was als indirekte militärische Drohung verstanden wird.
Fazit: Trump und Grönland – Eskalation nach Venezuela
Die Debatte um Trump und Grönland hat nach dem Venezuela-Einsatz eine neue Eskalationsstufe erreicht. Mit kaum verhohlenen Drohungen und provokanten Social-Media-Beiträgen aus seinem engsten Umfeld setzt der US-Präsident Dänemark und die EU unter Druck. Während Grönlands Rohstoffe – insbesondere Seltene Erden – für die USA strategisch wertvoll sind, lehnen sowohl Dänemark als auch Grönland jede Form der Übernahme kategorisch ab. Die Frage bleibt: Wie weit wird Trump gehen?
Dieser Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert.
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Redaktion Rathausnachrichten | Politik & International
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