„NRW setzt Kopfgeld auf Wildschweine aus“, titelte Bild. Die nordrhein-westfälische Landesregierung greift zu drastischen Maßnahmen, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einzudämmen. Eine Wildschweine Prämie wird an Jäger gezahlt, die die Tiere erlegen, um die Population zu reduzieren und so das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Seuche zu minimieren.

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Auf einen Blick
- NRW zahlt Jägern eine Prämie für jedes erlegte Wildschwein.
- Drohnen und Suchtrupps werden eingesetzt, um Wildschweine aufzuspüren.
- Die Maßnahme soll die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern.
- Betroffen sind vor allem Landwirte und die Schweinezucht.
Die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich Schweine, sowohl Haus- als auch Wildschweine, befällt. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich, für Schweine jedoch fast immer tödlich. Die Krankheit breitet sich seit einigen Jahren in Europa aus und stellt eine erhebliche Bedrohung für die Schweinehaltung dar. Betroffen sind vor allem Landwirte, deren Betriebe bei einem Ausbruch der Seuche erhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden.
Die Übertragung der ASP erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Tieren, aber auch indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Fahrzeuge oder Futter. Wildschweine spielen bei der Verbreitung der Seuche eine besondere Rolle, da sie sich frei bewegen und somit das Virus über weite Strecken transportieren können. Die Bekämpfung der ASP ist daher eine große Herausforderung, die umfassende Maßnahmen erfordert. Neben der Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben ist die Reduktion der Wildschweinpopulation ein wichtiger Baustein, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Die Geflügelpest ist eine weitere Tierseuche, die ähnliche Bekämpfungsmaßnahmen erfordert, auch wenn sie andere Tierarten betrifft.
Was ist die Wildschweine Prämie und wie soll sie helfen?
Die Wildschweine Prämie ist eine finanzielle Anreiz für Jäger, die Wildschweinpopulation in bestimmten Regionen zu reduzieren. Sie soll die Jagd auf Wildschweine attraktiver machen und so dazu beitragen, dass mehr Tiere erlegt werden.
Die Auszahlung einer solchen Prämie soll die Motivation der Jäger erhöhen, verstärkt Wildschweine zu jagen. Durch die Reduktion der Wildschweinpopulation soll das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest minimiert werden. Die Prämie ist ein Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, das die nordrhein-westfälische Landesregierung zur Bekämpfung der ASP geschnürt hat. Wie Bild berichtet, setzt das Land auch auf den Einsatz von Drohnen und Suchtrupps, um Wildschweine aufzuspüren. (Lesen Sie auch: Social Media Verbot: Social Verbot? Nrw-Ministerin Lehnt…)
Der Einsatz von Drohnen und Suchtrupps
Neben der Wildschweine Prämie setzt die nordrhein-westfälische Landesregierung auch auf den Einsatz moderner Technologien, um die Wildschweinpopulation zu reduzieren. Drohnen mit Wärmebildkameras werden eingesetzt, um die Tiere in unübersichtlichem Gelände aufzuspüren. Die Wärmebildkameras ermöglichen es, Wildschweine auch bei Dunkelheit oder dichter Vegetation zu lokalisieren. Die so gewonnenen Informationen werden an die Jäger weitergegeben, die dann gezielt die Tiere bejagen können. Zusätzlich zu den Drohnen werden auch Suchtrupps eingesetzt, die das Gelände systematisch absuchen, um Wildschweine aufzuspüren. Diese Trupps bestehen aus erfahrenen Jägern und Forstwirten, die über fundierte Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten verfügen.
Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, aber für Schweine fast immer tödlich. Die Bekämpfung der Seuche ist daher von großer Bedeutung, um wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft zu verhindern.
Kritik und Bedenken
Die Maßnahme der Wildschweine Prämie ist nicht unumstritten. Tierschützer kritisieren, dass die Jagd auf Wildschweine ethisch fragwürdig sei und die Tiere unnötig leiden würden. Sie fordern stattdessen verstärkte Präventionsmaßnahmen, wie den Bau von Zäunen, um Wildschweine von landwirtschaftlichen Flächen fernzuhalten. Auch einige Jäger äußern Bedenken. Sie befürchten, dass die Prämie zu einer unkontrollierten Jagd führen könnte, bei der auch Muttertiere und Jungtiere getötet werden. Dies könnte langfristig die Wildschweinpopulation gefährden und das ökologische Gleichgewicht stören. Es ist daher wichtig, dass die Jagd im Rahmen der ASP-Bekämpfung verantwortungsvoll und nachhaltig erfolgt. Die Jagdgesetze und -vorschriften müssen eingehalten werden, um sicherzustellen, dass die Wildschweinpopulation nicht übermäßig dezimiert wird.
Weitere Maßnahmen zur ASP-Bekämpfung
Die Wildschweine Prämie und der Einsatz von Drohnen und Suchtrupps sind nur ein Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Zu den weiteren Maßnahmen gehören:
- Strenge Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweinehaltungsbetrieben: Landwirte müssen ihre Betriebe vor dem Eindringen des Virus schützen, indem sie beispielsweise Desinfektionsmaßnahmen durchführen und den Kontakt zu Wildschweinen vermeiden.
- Früherkennung von ASP-Fällen: Tote Wildschweine werden untersucht, um frühzeitig ASP-Fälle zu erkennen und die Ausbreitung der Seuche zu verhindern.
- Einrichtung von Restriktionszonen: In Gebieten, in denen ASP-Fälle aufgetreten sind, werden Restriktionszonen eingerichtet, in denen besondere Schutzmaßnahmen gelten.
- Aufklärung der Bevölkerung: Die Bevölkerung wird über die Gefahren der ASP und die notwendigen Schutzmaßnahmen informiert.
Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die die Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern, Behörden und der Bevölkerung erfordert. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen kann die Ausbreitung der Seuche eingedämmt und die Schweinehaltung in Nordrhein-Westfalen geschützt werden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, bietet umfangreiche Informationen und Empfehlungen zur ASP-Bekämpfung.
In Brandenburg wird der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt.
Die ASP breitet sich in Deutschland und anderen europäischen Ländern weiter aus.
Nordrhein-Westfalen führt die Wildschweine Prämie ein und setzt Drohnen zur Wildschweinjagd ein.

Häufig gestellte Fragen
Was genau ist die Afrikanische Schweinepest?
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Sie ist für den Menschen ungefährlich, aber für Schweine fast immer tödlich. Es gibt keine Impfung gegen die ASP.
Wie wird die Afrikanische Schweinepest übertragen?
Die ASP wird hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Tieren übertragen, aber auch indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Fahrzeuge oder Futter. Wildschweine spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung.
Welche Rolle spielt die Wildschweine Prämie bei der Bekämpfung der ASP?
Die Wildschweine Prämie soll die Jagd auf Wildschweine attraktiver machen und so dazu beitragen, die Wildschweinpopulation zu reduzieren. Eine geringere Wildschweinpopulation minimiert das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest.
Welche anderen Maßnahmen werden zur Bekämpfung der ASP eingesetzt?
Neben der Wildschweine Prämie werden Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungsbetrieben, die Früherkennung von ASP-Fällen, die Einrichtung von Restriktionszonen und die Aufklärung der Bevölkerung eingesetzt, um die Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen.
Wo finde ich weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest?
Umfangreiche Informationen und Empfehlungen zur ASP-Bekämpfung bietet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) informiert über die aktuelle Lage.
Fazit
Die Einführung einer Wildschweine Prämie in Nordrhein-Westfalen ist ein drastischer Schritt zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Ob diese Maßnahme erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Wichtig ist, dass die Jagd verantwortungsvoll und nachhaltig erfolgt und dass die anderen Maßnahmen zur ASP-Bekämpfung konsequent umgesetzt werden. Nur so kann die Ausbreitung der Seuche eingedämmt und die Schweinehaltung geschützt werden. Die Deutsche Jagdverband (DJV) bietet Informationen zur Jagd und zum Umgang mit Wildtieren.











