Kommunalpolitik

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Die Rolle des BSW

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Das BSW koennte ueber Mehrheiten entscheiden, lehnt eine reine Anti-AfD-Koalition aber ab. Stand: Juni 2026.

Gut drei Monate vor der Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 am 6. September rückt das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in eine Schlüsselrolle: Während die AfD in Umfragen als stärkste Kraft geführt wird, könnte die deutlich kleinere Partei über künftige Mehrheiten im Magdeburger Landtag mitentscheiden. Zugleich lehnt das BSW es bislang ab, einer Koalition beizutreten, deren erklärtes Ziel allein die Verhinderung der AfD wäre.

Das Wichtigste in Kürze
Bei der Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 läge die AfD laut Umfragen vorn, das BSW nur knapp über fünf Prozent. Eine Regierung ohne die AfD wäre rechnerisch auf ein Bündnis mehrerer Parteien angewiesen – das BSW knüpft eine Beteiligung an Bedingungen (Stand: Juni 2026).

Überblick

  • Wahltermin: 6. September 2026 – gewählt wird der neunte Landtag von Sachsen-Anhalt.
  • Die AfD wird in aktuellen Umfragen als stärkste Kraft geführt (Rekordwerte; Stand: Juni 2026).
  • Das BSW läge laut Umfragen nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde – ein Einzug ist offen.
  • Der BSW-Landesvorstand hatte sich offen gezeigt, einzelne Sachthemen mit der AfD zu beschließen.
  • Eine Mehrheit ohne die AfD setzte ein Bündnis mehrerer Parteien voraus; mehrere Beteiligte schließen Konstellationen aus.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Termin, Ausgangslage und Umfragen

Die Wahl zum neunten Landtag von Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt; den Termin hatte der Landtag im Mai 2025 beschlossen. In den Sonntagsfragen wird die AfD seit Monaten als stärkste Kraft geführt und erreichte zuletzt Rekordwerte. Eine Recherche von CORRECTIV nannte im September 2025 rund 39 Prozent für die AfD und etwa 27 Prozent für die CDU. Aktuellere Erhebungen sahen das BSW bei rund sechs Prozent und die SPD bei etwa sieben Prozent, während Grüne und FDP unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen (Stand: Juni 2026). Die genauen Werte schwanken je nach Institut.

Partei Umfragetendenz (Auswahl, Stand Juni 2026)
AfD stärkste Kraft, Rekordwerte
CDU zweitstärkste Kraft
BSW rund 6 % – knapp über der Hürde
SPD rund 7 %
Grüne / FDP unter 5 %, derzeit ohne Einzug

Die Werte sind Momentaufnahmen und keine Prognose für das Wahlergebnis. Wie viele Parteien den Landtag erreichen, entscheidet maßgeblich über die möglichen Mehrheiten. Wer den Ablauf nachlesen möchte, findet die Grundlagen in unserem Überblick zur Funktionsweise einer Landtagswahl; alle Termine des Wahljahres bündelt der Wahltermine-2026-Überblick.

Was das BSW fordert – und was es ausschließt

Das BSW knüpft eine Regierungsbeteiligung an inhaltliche Bedingungen und lehnt es ab, einer Koalition allein zur AfD-Verhinderung beizutreten. Parteigründerin Sahra Wagenknecht stellte gegenüber der dpa klar, das Bündnis stehe nicht für eine Allparteienkoalition zur Verfügung, deren gemeinsamer Nenner allein die Abgrenzung zur AfD sei. Zugleich habe Wagenknecht eine Wiederwahl der amtierenden SPD-Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern ausgeschlossen und in Sachsen-Anhalt dem CDU-Kandidaten eine Absage erteilt (Berliner Zeitung, Juni 2026).

Auf Landesebene hatte sich der BSW-Landesvorstand in Sachsen-Anhalt bereits im Herbst 2025 offen gezeigt, einzelne Sachthemen gemeinsam mit der AfD durch das Parlament zu bringen. Eine formale Koalition oder ein „Pakt“ mit der AfD ist damit nicht erklärt; es geht nach bisherigem Stand um punktuelle Zusammenarbeit bei einzelnen Themen.

In einem Anfang Juni 2026 verbreiteten Interview soll Wagenknecht zusätzlich für eine überparteiliche Lösung unter Einbeziehung der AfD geworben haben. Diese Äußerungen wurden bislang vor allem über parteinahe und reichweitenschwache Portale verbreitet und sind durch unabhängige Redaktionen nicht bestätigt (Stand: Juni 2026). Vergleichbare Debatten zeichnen sich auch vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 ab.

Wie sich eine Mehrheit bilden ließe

Für eine Regierung ohne die AfD wäre die CDU laut Umfrage-Rechnungen auf ein Bündnis mit SPD und BSW angewiesen, unter Umständen ergänzt um eine Zusammenarbeit mit der Linken. Solche Konstellationen gelten als schwierig: Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der Linken bislang aus, das BSW lehnt eine reine Anti-AfD-Koalition ab. Damit könnte die Mehrheitsbildung nach dem 6. September komplizierter werden als bei früheren Wahlen. Möglich wären längere Sondierungen oder eine Minderheitsregierung – belastbare Aussagen sind vor dem Wahlabend jedoch nicht möglich.

Wie stark die AfD in Ostdeutschland zuletzt zugelegt hat, ordnet unser Beitrag zu den AfD-Umfragen in Ostdeutschland ein. Den Hintergrund zum bundesweiten Rückschlag des BSW liefert die Analyse zur Bundestagswahl 2025.

Hintergrund & Einordnung

Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz seit 2023 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft – ein Umstand, der die Debatte um Zusammenarbeit prägt. Für das BSW steht zugleich viel auf dem Spiel: Bei der Bundestagswahl 2025 verfehlte die Partei mit 4,981 Prozent knapp die Fünf-Prozent-Hürde, 2026 scheiterte sie auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am Einzug. Ein erneuter Sprung in einen Landtag hätte für das Bündnis deshalb erhebliche Bedeutung. Ob das gelingt und welche Bündnisse rechnerisch möglich werden, entscheidet sich erst am Wahlabend.

Häufige Fragen

Wann ist die Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026?

Gewählt wird am Sonntag, 6. September 2026. Den Termin hat der Landtag von Sachsen-Anhalt am 13. Mai 2025 beschlossen; die Wahllokale sind in der Regel von 8 bis 18 Uhr geöffnet (Quelle: Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt).

Welche Partei liegt in den Umfragen vorn?

Nach den veröffentlichten Sonntagsfragen führt die AfD mit Rekordwerten vor der CDU. Die Werte schwanken je nach Institut und sind eine Momentaufnahme, kein Wahlergebnis (Stand: Juni 2026).

Will das BSW mit der AfD koalieren?

Eine formale Koalition ist nicht erklärt. Der BSW-Landesvorstand zeigte sich für eine punktuelle Zusammenarbeit bei einzelnen Sachthemen offen, lehnt aber eine Koalition ab, deren einziger Zweck die Verhinderung der AfD wäre. Wie sich die Partei nach der Wahl verhält, ist offen.

Was passiert, wenn keine Mehrheit ohne die AfD zustande kommt?

Denkbar wären längere Sondierungen, eine Minderheitsregierung oder neue Bündnisse. Konkrete Aussagen sind vor dem Wahlabend nicht seriös möglich; entscheidend ist das amtliche Endergebnis.

Fazit und Ausblick

Drei Monate vor der Wahl ist die Ausgangslage klar in der Tendenz, aber offen im Ergebnis: Die AfD führt die Umfragen an, das BSW könnte über Mehrheiten mitentscheiden, sofern es die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. Welche Bündnisse am Ende tragfähig sind, zeigt sich erst nach dem 6. September. Bis dahin gilt: Umfragen sind Momentaufnahmen, keine Prognosen.

– Redaktion rathausnachrichten.de

Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Quellen (u. a. Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt, Deutscher Bundestag/Wahltermine, CORRECTIV, dpa, Berliner Zeitung; Stand: Juni 2026). Umfragewerte, Termine und Aussagen können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der zuständigen Wahlbehörden und das amtliche Endergebnis.

Maik Möhring
Autor dieses Beitrags

Chefredakteur & Gründer

Maik Möhring ist Gründer und Chefredakteur von Rathausnachrichten.de. Mit langjähriger Erfahrung in Lokaljournalismus und digitalen Medien berichtet er über kommunale Politik, Stadtentwicklung und gesellschaftliche Themen.

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