Gesellschaft

Tofu Engpass: Warum die Supermarkt-Regale leer bleiben

Tofu Engpass in deutschen Supermärkten: Hohe Nachfrage trifft auf knappe Produktion. Warum Regale bei Rewe und Edeka leer bleiben und wie lange.

Wer derzeit Tofu kaufen möchte, steht in vielen Supermärkten vor leeren Regalen. Der Tofu Engpass zieht sich seit Wochen durch Filialen von Rewe, Edeka und anderen Händlern. Grund ist nach übereinstimmenden Berichten eine stark gestiegene Nachfrage, die die Hersteller nicht mehr vollständig bedienen können – verschärft durch einen Produktionsausfall beim Marktführer und durch Fachkräftemangel in der Branche. Eine schnelle Entspannung ist nach Angaben des Handels nicht in Sicht.

Das Wichtigste in Kürze
Der Tofu Engpass betrifft viele deutsche Supermärkte. Auslöser ist eine Rekordnachfrage, die auf knappe Produktionskapazitäten trifft. Rewe bestätigt eine eingeschränkte Verfügbarkeit; Marktführer Taifun kämpft nach einem Maschinenausfall mit Rückständen (Stand: 4. Juni 2026).

Überblick

  • Leere Kühlregale beim Tofu in Filialen von Rewe, Edeka und weiteren Händlern – seit Wochen.
  • Der Tofu-Absatz lag im März 2026 laut „Lebensmittel Zeitung“ rund 11,2 Prozent über dem Vorjahresmonat.
  • Marktführer Taifun aus Freiburg konnte nach einem Maschinenausfall Ende 2025 keine Lagerbestände aufbauen.
  • Auch der zweitgrößte Anbieter Berief und die Branche insgesamt leiden unter Fachkräftemangel in der Produktion.
  • Eine vollständige Normalisierung wird frühestens für den Herbst beziehungsweise das Jahresende 2026 erwartet.

Tofu Engpass: Das sind die Gründe

Hinter dem Engpass steht kein einzelnes Problem, sondern eine Kombination aus Rekordnachfrage und gestörter Produktion. Pflanzliche und proteinreiche Ernährung wird seit Jahren stärker nachgefragt; beim Tofu zeigt sich das besonders deutlich. Laut „Lebensmittel Zeitung“ stieg der Absatz im März 2026 um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für das Gesamtjahr 2025 wurde der deutsche Tofu-Markt auf etwa 135 Millionen Euro geschätzt. Auch nach saisonalen Aktionen wie dem „Veganuary“ bleibt die Nachfrage auf hohem Niveau.

Auf der Angebotsseite kam es gleichzeitig zu Problemen. Beim Marktführer Taifun aus Freiburg fiel zum Jahresende 2025 ein Dekanter aus – eine Maschine, die feste von flüssigen Bestandteilen trennt. Dadurch konnten keine Lagerbestände aufgebaut werden. Der Defekt ist nach Unternehmensangaben behoben, der Rückstand aber noch nicht aufgeholt. Auch der zweitgrößte Anbieter Berief kann die Nachfrage nur begrenzt bedienen. Branchenweit erschwert vor allem fehlendes Fachpersonal in der Produktion eine schnelle Ausweitung der Kapazitäten.

Was Rewe und die Hersteller sagen

Rewe hat gegenüber der „Lebensmittel Zeitung“ bestätigt, dass die Verfügbarkeit von Tofu derzeit eingeschränkt ist; auch in mehreren Edeka-Märkten häufen sich Lücken im Regal. Als wesentlichen Grund nennt der Handel die anhaltend hohe Nachfrage in Verbindung mit Kapazitätsengpässen bei einzelnen Herstellern. Betroffen sind sowohl Eigenmarken als auch Markenprodukte.

Beim Marktführer Taifun hieß es laut Branchenberichten, man habe die Lager bis zum Jahreswechsel nicht füllen können und laufe der Marktnachfrage weiterhin hinterher, so Vertriebsleiter Julian Vorberg-Heck. Das Unternehmen bündelt die verbliebenen Kapazitäten auf besonders gefragte Artikel; einzelne Produkte wie Tofu-Würste und der 400-Gramm-Naturtofu fielen vorübergehend aus dem Sortiment. Bis zum Herbst will Taifun die Produktionskapazität nach eigenen Angaben um rund die Hälfte erhöhen.

Hintergrund & Einordnung

Die belegten Aussagen von Handel und Herstellern beziehen sich auf die Verfügbarkeit – also leere Regale und reduzierte Liefermengen. Berichte über mittelfristig „dramatisch steigende Preise“ sind dagegen spekulativ: Konkrete Preiserhöhungen für Tofu haben Rewe, Taifun oder Berief in den verfügbaren Quellen bislang nicht angekündigt. Ob und wie stark sich der Engpass auf die Endpreise auswirkt, lässt sich derzeit nicht belegen. Maßgeblich für die Lage bleibt, wie schnell die Hersteller ihre Kapazitäten ausbauen können.

Tofu-Engpass: die wichtigsten Zahlen

Kennzahl Wert
Absatzplus Tofu (März 2026 ggü. Vorjahr) +11,2 Prozent
Geschätztes Marktvolumen 2025 (Deutschland) rund 135 Millionen Euro
Marktführer Taifun (Freiburg)
Geplanter Kapazitätsausbau Taifun rund +50 Prozent bis Herbst
Erwartete Normalisierung frühestens Herbst/Ende 2026

Quellen: „Lebensmittel Zeitung“, Hersteller- und Handelsangaben (Stand: 4. Juni 2026).

ℹ️ Gut zu wissen für Ihren Einkauf

Wenn Sie aktuell keinen Tofu finden, lohnt der Blick auf gut sortierte Bio- und Asia-Läden, in denen oft kleinere Hersteller geführt werden. Pflanzliche Eiweißquellen wie Tempeh, Seitan, Hülsenfrüchte oder Sojagranulat sind gute Alternativen. Vom „Hamstern“ größerer Mengen raten Fachleute ab – es verschärft die Lücken für andere Kundinnen und Kunden zusätzlich.

Häufige Fragen zum Tofu-Engpass

Was bedeutet der Tofu Engpass für Verbraucher?

Vor allem eingeschränkte Verfügbarkeit: In vielen Filialen sind die Regale leer oder kurz nach dem Auffüllen wieder ausverkauft. Belegte Preiserhöhungen gibt es bislang nicht (Stand: 4. Juni 2026).

Warum ist Tofu ausverkauft?

Die Nachfrage ist stark gestiegen, während die Produktion nicht hinterherkommt. Hinzu kommen ein Maschinenausfall beim Marktführer Taifun und Fachkräftemangel in der Branche.

Steigen jetzt die Preise?

Das ist offen. Handel und Hersteller haben in den verfügbaren Quellen keine konkreten Preiserhöhungen angekündigt. Aussagen über stark steigende Preise sind derzeit spekulativ.

Welche Alternativen gibt es zu Tofu?

Als pflanzliche Eiweißquellen kommen unter anderem Tempeh, Seitan, Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen sowie Sojagranulat infrage.

Wann normalisiert sich die Lage?

Nach Angaben aus der Branche frühestens im Herbst, eine vollständige Entspannung wird teils erst gegen Jahresende 2026 erwartet (Stand: 4. Juni 2026).

Fazit und Ausblick

Der Tofu-Engpass ist vor allem ein Verfügbarkeitsproblem: Eine Boomphase trifft auf gestörte Produktion. Entscheidend wird, wie schnell die Hersteller – allen voran Taifun – ihre Kapazitäten ausbauen. Eine spürbare Entspannung zeichnet sich nach derzeitigem Stand erst zum Herbst oder Jahresende ab. Über belastbare Preisaussagen berichten wir, sobald Handel oder Hersteller konkrete Angaben machen.

– Redaktion rathausnachrichten.de

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ℹ️ Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf öffentlich zugänglichen Quellen (u. a. „Lebensmittel Zeitung“ sowie Handels- und Herstellerangaben, Stand: 4. Juni 2026). Angaben zu Verfügbarkeit, Kapazitäten und Zeitplänen können sich ändern. Aussagen zu möglichen Preisentwicklungen sind, soweit nicht offiziell bestätigt, als Einschätzung zu verstehen.

MA
Autor dieses Beitrags

Redakteur/in

Maik schreibt nicht um den heißen Brei herum – er kommt auf den Punkt. Egal welches Thema, er findet den Kern der Geschichte. Kaffee stark, Meinungen auch. Aber immer fair.