📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2024
Krisenvorsorge für Familien gewinnt angesichts von Extremwetter, Stromausfällen und geopolitischen Spannungen immer mehr an Bedeutung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt jedem Haushalt, sich mindestens zehn Tage selbst versorgen zu können. Doch nur etwa 40 Prozent der Deutschen haben tatsächlich einen Notvorrat angelegt. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du deine Familie optimal vorbereitest.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Krisenvorsorge für Familien?
- Warum ist Krisenvorsorge für Familien so wichtig?
- BBK-Empfehlung: 10 Tage Eigenversorgung
- Krisenvorsorge für Familien: Die Grundausstattung
- Krisenvorsorge für Familien mit Kindern
- Dokumente und Kommunikation
- Checkliste: Krisenvorsorge für Familien
- Häufige Fehler bei der Krisenvorsorge vermeiden
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Krisenvorsorge für Familien lohnt sich
- Über den Autor
Was ist Krisenvorsorge für Familien?
Krisenvorsorge für Familien umfasst alle Maßnahmen, die zur Vorbereitung auf Notfälle wie Naturkatastrophen, Stromausfälle oder Versorgungsengpässe dienen. Dabei geht es nicht nur um Vorräte, sondern auch um das Wissen über richtiges Verhalten, Erste Hilfe und Kommunikation im Ernstfall. Eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit und ermöglicht es dir, deine Familie zu schützen, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Warum ist Krisenvorsorge für Familien so wichtig?
Die Hochwasserkatastrophe 2021 im Ahrtal, der Orkan „Friederike“ 2018, der 140.000 Menschen tagelang vom Strom abschnitt, und die Corona-Pandemie haben gezeigt: Krisen können jeden treffen – jederzeit und überall in Deutschland. Laut einer BBK-Umfrage zum Bundesweiten Warntag 2024:
| Ergebnis | Anteil |
|---|---|
| Bevölkerung durch Warnsysteme erreicht | 97 % |
| Halten Eigenvorsorge für wichtig | 66 % |
| Haben tatsächlich einen Notvorrat | 40 % |
| Stimmen zu, dass Selbstschutz notwendig ist | 75 % |
Die Lücke zwischen Bewusstsein und Handeln ist groß. Viele Menschen unterschätzen, wie schnell der Alltag aus den Fugen geraten kann – und wie lange es dauern kann, bis alle Betroffenen Hilfe erhalten.
BBK-Empfehlung: 10 Tage Eigenversorgung
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, dass jeder Haushalt sich mindestens zehn Tage selbst versorgen können sollte. Das klingt nach viel, ist aber mit systematischer Planung gut umsetzbar. Auch ein Vorrat für zunächst drei Tage ist ein guter Anfang.
💡 Wichtig: Der Notvorrat sollte regelmäßig verwendet und ersetzt werden (Rotation). So hast du immer frische Lebensmittel und verschwendest nichts. Achte auf das Prinzip „First In, First Out“.
Krisenvorsorge für Familien: Die Grundausstattung
Lebensmittel und Getränke
Die Basis jeder Krisenvorsorge für Familien ist ein ausreichender Vorrat an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Das BBK empfiehlt pro Person und Tag etwa 2 Liter Wasser – für eine vierköpfige Familie also 80 Liter für zehn Tage.
| Kategorie | Empfehlung pro Person/10 Tage |
|---|---|
| Trinkwasser | 20 Liter |
| Getreideprodukte | 3,5 kg (Nudeln, Reis, Brot, Haferflocken) |
| Gemüse/Hülsenfrüchte | 4 kg (Konserven, Gläser) |
| Obst | 2,5 kg (Konserven, Trockenobst) |
| Milch/Milchprodukte | 2,6 kg (H-Milch, Hartkäse) |
| Fisch/Fleisch/Eier | 1,5 kg (Konserven, Volleipulver) |
| Fette/Öle | 0,4 kg |
Hausapotheke und Erste Hilfe
Eine gut ausgestattete Hausapotheke ist essentiell. Denke an:
Medikamente: Persönliche Dauermedikation für mindestens zwei Wochen, Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol), Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Fieberthermometer.
Verbandsmaterial: Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Dreieckstuch, Rettungsdecke, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe.
Für Kinder: Kindgerechte Medikamente, Fieberzäpfchen, Wundgel, Zeckenzange.
Licht und Energie
Bei einem Stromausfall wird es schnell dunkel – und das Handy ist bald leer. Bereite vor:
Beleuchtung: Taschenlampen (LED), Stirnlampen, Kerzen und Streichhölzer/Feuerzeug, batteriebetriebene Campinglampen.
Energie: Batterien in verschiedenen Größen, Powerbank für Smartphones, batteriebetriebenes oder Kurbelradio.
Kochen: Campingkocher mit ausreichend Brennstoff (nur im Freien verwenden!), alternativ Fondue-Set oder Grill.
Hygiene und Sanitär
Bei Wasserausfall wird Hygiene zur Herausforderung:
Körperhygiene: Seife, Zahnbürste und Zahnpasta, Handdesinfektionsmittel, Feuchttücher, Toilettenpapier.
Haushalt: Müllbeutel, Haushaltshandschuhe, Reinigungsmittel, Campingtoilette oder Eimer mit Deckel.
Krisenvorsorge für Familien mit Kindern
Familien mit Kindern haben besondere Anforderungen an die Krisenvorsorge. Kinder brauchen nicht nur altersgerechte Nahrung, sondern auch emotionale Unterstützung in Stresssituationen.
Säuglinge und Kleinkinder
Nahrung: Muttermilchersatz/Folgemilch, Babybrei in Gläschen, Zwieback, Babywasser.
Pflege: Windeln (ausreichend Vorrat!), Feuchttücher, Wundschutzcreme, Babynahrungswärmer (batteriebetrieben).
Sonstiges: Schnuller, Kuscheltier, Spielzeug zur Beruhigung.
Schulkinder und Jugendliche
Beschäftigung: Bücher, Spiele (ohne Strom!), Malsachen, Kartenspiele.
Information: Kinder altersgerecht einbeziehen und erklären, was passiert und warum ihr vorsorgt.
Verantwortung: Ältere Kinder können bei der Vorsorge mithelfen und lernen so wichtige Fähigkeiten.
💡 Tipp für Eltern: Das BBK bietet Geschichtenhefte und Arbeitsblätter an, die Kinder spielerisch an das Thema Bevölkerungsschutz heranführen. Diese Materialien sind kostenlos auf bbk.bund.de erhältlich.
Dokumente und Kommunikation
Dokumentenmappe
Halte wichtige Dokumente griffbereit – am besten in einer wasserdichten Mappe:
Originale oder Kopien: Personalausweise/Pässe, Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, Impfpässe, Versicherungspolicen, Grundbuchauszüge, Testament/Patientenverfügung.
Digital: Sichere Kopien auf USB-Stick oder in einer verschlüsselten Cloud.
Kommunikation ohne Strom
Wenn das Handynetz ausfällt oder der Akku leer ist:
Radio: Batterie- oder Kurbelradio für Warnmeldungen und Informationen.
Treffpunkte: Vereinbare mit deiner Familie feste Treffpunkte für den Notfall.
Notfallkontakte: Wichtige Telefonnummern ausdrucken und aufbewahren.
Checkliste: Krisenvorsorge für Familien
| Bereich | Wichtige Punkte | ✓ |
|---|---|---|
| Wasser | 2 Liter pro Person/Tag für 10 Tage | ☐ |
| Lebensmittel | Haltbare Vorräte für 10 Tage | ☐ |
| Medikamente | Hausapotheke + persönliche Medikation | ☐ |
| Licht | Taschenlampen, Kerzen, Batterien | ☐ |
| Kochen | Campingkocher + Brennstoff | ☐ |
| Hygiene | Seife, Toilettenpapier, Müllbeutel | ☐ |
| Radio | Batterie-/Kurbelradio | ☐ |
| Dokumente | Wasserdichte Dokumentenmappe | ☐ |
| Bargeld | Kleine Scheine und Münzen | ☐ |
| Notgepäck | Rucksack für schnelle Evakuierung | ☐ |
Häufige Fehler bei der Krisenvorsorge vermeiden
Zu viel auf einmal kaufen: Baue deinen Vorrat langsam auf. Kaufe bei jedem Einkauf ein paar haltbare Produkte zusätzlich.
Rotation vergessen: Verwende die Vorräte regelmäßig und ersetze sie. Nichts ist ärgerlicher als abgelaufene Lebensmittel.
Nur an Essen denken: Wasser, Medikamente und Licht sind genauso wichtig wie Nahrung.
Familie nicht einbeziehen: Alle Familienmitglieder sollten wissen, wo die Vorräte lagern und wie der Notfallplan aussieht.
Keinen Plan haben: Überlege dir vorher, was in verschiedenen Szenarien zu tun ist. Wo treffen wir uns? Wer ruft wen an?
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Wasser brauche ich für meine Familie?
Welche Lebensmittel eignen sich für den Notvorrat?
Wo lagere ich den Notvorrat am besten?
Ist Krisenvorsorge nicht übertrieben?
Was kostet eine Grundausstattung für die Krisenvorsorge?
Wie erkläre ich meinen Kindern die Krisenvorsorge?
Wo bekomme ich die offizielle BBK-Checkliste?
Fazit: Krisenvorsorge für Familien lohnt sich
Krisenvorsorge für Familien ist keine Schwarzmalerei, sondern verantwortungsvolles Handeln. Mit einem durchdachten Notvorrat, wichtigen Dokumenten und einem Familienplan bist du auf Stromausfälle, Unwetter oder andere Notfälle vorbereitet.
Der wichtigste Schritt ist der erste: Fang heute an, auch wenn es nur ein paar Flaschen Wasser und Konserven sind. Baue deinen Vorrat Schritt für Schritt auf und beziehe deine Familie mit ein. So gibst du allen Sicherheit – und im Ernstfall kannst du auch anderen helfen.
Denke daran: Jede Vorbereitung ist wertvoll. Wer vorsorgt, übernimmt Verantwortung für sich und seine Liebsten.
Über den Autor
Rathaus Nachrichten Redaktion | Nachrichtenportal
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