📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 18.12.2025
Eterna Pleite erschüttert die deutsche Modebranche: Der traditionsreiche Hemden- und Blusenhersteller aus Passau hat am 16. Dezember 2025 beim Amtsgericht Passau einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das 1863 gegründete Unternehmen kämpft seit der Corona-Pandemie mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Rund 900 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel – doch die Geschäftsführung gibt sich kämpferisch.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Eterna? – Traditionsmarke seit 1863
- Warum ist Eterna pleite? – Die Gründe für die Insolvenz
- Was bedeutet Insolvenz in Eigenverwaltung?
- Wie geht es bei Eterna weiter?
- Führungschaos bei Eterna
- Deutsche Modebranche in der Krise
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Eterna kämpft um die Zukunft
- Über den Autor
Was ist Eterna? – Traditionsmarke seit 1863
Eterna gehört zu den ältesten Hemdenherstellern Deutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Passau produziert hochwertige Hemden und Blusen und beliefert weltweit rund 5.500 Einzelhändler. Allein in Deutschland arbeitet Eterna mit etwa 3.000 Handelspartnern zusammen. Zusätzlich betreibt die Marke bundesweit rund 50 eigene Läden und Outlet-Stores.
| Kennzahl | Details |
|---|---|
| Gründung | 1863 |
| Hauptsitz | Passau, Bayern |
| Mitarbeiter | ca. 900 (280 in der Zentrale) |
| Jahresumsatz | ca. 100 Millionen Euro |
| Produktion | 3,5 Millionen Hemden/Blusen jährlich |
| Handelspartner | 5.500 weltweit, 3.000 in Deutschland |
Das Unternehmen ist bekannt für Innovationen in der Hemdenbranche. In den 1920er Jahren entwickelte Eterna den halbsteifen Kragen, in den 1980er Jahren brachte die Marke das bügelfreie Hemd auf den Markt.
Warum ist Eterna pleite? – Die Gründe für die Insolvenz
Die Eterna Insolvenz hat mehrere Ursachen. Der unmittelbare Auslöser war ein gescheitertes Sale-&-Lease-Back-Geschäft für das Betriebsgrundstück in Passau. Bei diesem Modell verkauft ein Unternehmen eine Immobilie und mietet sie sofort zurück. Das bringt Liquidität, ohne die Nutzung aufzugeben.
Die tieferliegenden Probleme reichen jedoch weiter zurück. Die Corona-Pandemie traf Eterna besonders hart. Im Homeoffice brauchten die Menschen keine Businesshemden mehr. Der Umsatz brach ein. Bereits 2021 hatte Eterna das StaRUG-Verfahren (Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen) genutzt, um sich zu sanieren. Doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ließen sich nicht dauerhaft lösen.
Hinzu kommt die allgemeine Krise der Modebranche in Deutschland. Sinkende Nachfrage im stationären Handel, Preisdruck durch Online-Konkurrenz und Billiganbieter sowie steigende Produktionskosten setzen viele Unternehmen unter Druck. Wie Business Insider berichtet, reiht sich Eterna damit in eine lange Liste von Pleiten ein – darunter Esprit, Gerry Weber, Görtz, Peek & Cloppenburg, Wormland und Closed.
Was bedeutet Insolvenz in Eigenverwaltung?
Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt. Es wird kein externer Insolvenzverwalter eingesetzt, der das Unternehmen übernimmt. Stattdessen steuert das Management die Sanierung selbst – unter gerichtlicher Aufsicht. Laut Creditreform verzeichnet Deutschland aktuell so viele Insolvenzen wie seit elf Jahren nicht mehr.
• Möglichkeit, das Sale-&-Lease-Back-Geschäft durchzusetzen
• Erhalt des Know-hows im Management
• Schnellere Entscheidungswege bei der Restrukturierung
Bei Eterna leiten derzeit Vertriebsgeschäftsführer Dirk Hesper und Finanzgeschäftsführer Herbert Oelke das operative Geschäft. Unterstützt werden sie vom Sanierungsexperten Dr. Georg Bernsau von der Kanzlei K&L Gates LLP.
Wie geht es bei Eterna weiter?
Trotz der Insolvenz läuft der Geschäftsbetrieb bei Eterna unverändert weiter. Das Unternehmen betont, dass Finanzierer, Kunden, Lieferanten und Partner das Verfahren unterstützen. Die Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit zunächst gesichert.
Die Ziele der Restrukturierung sind klar definiert: Das Unternehmen will die Logistik vollständig auslagern und das Betriebsgrundstück per Sale-&-Lease-Back verkaufen. Zudem plant Eterna die Modernisierung der Kollektionen und den Ausbau der Internationalisierung. Besonders die Damenmode (Womenswear) soll als strategisches Wachstumsfeld gestärkt werden.
| Maßnahme | Status |
|---|---|
| Geschäftsbetrieb | Läuft unverändert weiter |
| Sale-&-Lease-Back Grundstück | Geplant |
| Logistik-Outsourcing | Geplant |
| Messen (Pitti Uomo, Ciff, Chicago) | Teilnahme bestätigt |
| Womenswear-Ausbau | Strategisches Ziel |
Bemerkenswert: Eterna hält an der Präsenz auf internationalen Messen fest. Die Marke wird auf der Pitti Uomo in Florenz, der Ciff in Kopenhagen und der Chicago Collective zur kommenden Orderrunde vertreten sein.
Führungschaos bei Eterna
Die Situation wurde durch personelle Turbulenzen an der Unternehmensspitze erschwert. CEO Christian Bregovac verließ Eterna bereits nach nur vier Monaten im Amt. Er war erst im Januar 2025 angetreten, um das Unternehmen nach schwierigen Jahren auf Kurs zu bringen. Vor ihm hatte bereits Fritz Terbuyken, ehemaliger ANWR-Vorstand, das Unternehmen nach nur einem Jahr wieder verlassen.
Deutsche Modebranche in der Krise
Die Eterna Pleite steht symptomatisch für die tiefe Krise der deutschen Modeindustrie. Branchenexperten sehen strukturelle Probleme, die viele Unternehmen unter Druck setzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist Eterna pleite?
Eterna hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, weil Finanzgläubiger einem geplanten Sale-&-Lease-Back-Geschäft für das Betriebsgrundstück nicht zustimmten. Die tieferen Ursachen liegen in der Corona-Pandemie, dem Homeoffice-Trend und der allgemeinen Krise der Modebranche. Bereits 2021 hatte Eterna ein Sanierungsverfahren durchlaufen.
Was passiert mit Eterna jetzt?
Der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter. Das Management bleibt im Amt und führt die Sanierung in Eigenverwaltung durch. Eterna will die Logistik auslagern, das Betriebsgrundstück verkaufen und rückmieten sowie die Kollektionen modernisieren. Die Marke hält auch an der Teilnahme an internationalen Messen fest.
Wie viele Mitarbeiter hat Eterna?
Eterna beschäftigt insgesamt rund 900 Mitarbeiter. Davon arbeiten etwa 280 in der Zentrale in Passau. Das Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Die Gehälter sind über das Insolvenzgeld zunächst gesichert.
Kann ich weiterhin Eterna-Hemden kaufen?
Ja, der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter. Die rund 50 eigenen Läden bleiben geöffnet, und auch der Handel über Einzelhändler und den Online-Shop wird fortgesetzt. Eterna betont, dass Kunden, Lieferanten und Partner das Sanierungsverfahren unterstützen.
Wird Eterna geschlossen?
Eine Schließung ist nicht das Ziel. Eterna strebt eine Sanierung in Eigenverwaltung an, um das Unternehmen fortzuführen. Über mögliche Filialschließungen oder Stellenstreichungen gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Branchenbeobachter zeigen sich vorsichtig optimistisch, dass eine erfolgreiche Neuausrichtung gelingen könnte.
Fazit: Eterna kämpft um die Zukunft
Die Eterna Pleite ist ein weiterer schwerer Schlag für die deutsche Modebranche. Das 1863 gegründete Traditionsunternehmen aus Passau kämpft mit den Folgen der Corona-Pandemie und dem strukturellen Wandel im Modehandel. Die Insolvenz in Eigenverwaltung soll den Neustart ermöglichen – mit vollständigem Logistik-Outsourcing, dem Verkauf des Betriebsgrundstücks und einer Modernisierung der Kollektionen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob Eterna die Wende schafft und als Marke überleben kann.
Über den Autor
Redaktion Rathausnachrichten | Wirtschaft & Unternehmen
Die Redaktion berichtet über aktuelle Entwicklungen in der deutschen Wirtschaft. Wir informieren über Unternehmensnachrichten, Insolvenzen und wirtschaftliche Trends.
📧 redaktion@rathausnachrichten.de






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