📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 18.12.2025
Tag des Schweizer Käses – Am 2. Januar feiern Käseliebhaber weltweit den National Swiss Cheese Day. Der Aktionstag ehrt die über 700 Käsesorten aus der Schweiz, darunter Klassiker wie Gruyère, Emmentaler und Appenzeller. Besonders aktuell: Bei den World Cheese Awards 2025 wurde ein Schweizer Gruyère AOP zum besten Käse der Welt gekürt.
Wann ist der Tag des Schweizer Käses?
Der Tag des Schweizer Käses (englisch: National Swiss Cheese Day) findet jährlich am 2. Januar statt. Der kulinarische Feiertag wurde in den USA ins Leben gerufen, wo Schweizer Käse – insbesondere der löchrige Emmentaler – seit Generationen große Beliebtheit genießt.
| Aktionstag | Datum |
|---|---|
| Tag des Schweizer Käses | 2. Januar |
| Tag der Käseliebhaber | 20. Januar |
| Tag des Käsefondue | 11. April |
| Tag des Käses | 4. Juni |
| Käse-und-Wein-Tag | 25. Juli |
Interessanterweise hat die Schweiz selbst keinen offiziellen Nationalfeiertag für ihren Käse – obwohl das Land weltweit für seine Käsetradition bekannt ist. Der US-amerikanische Aktionstag würdigt jedoch das Schweizer Original und nicht die industriellen Nachahmungen.
World Cheese Awards 2025: Schweiz triumphiert
Das Jahr 2025 ist das Jahr des Schweizer Käses: Bei den World Cheese Awards, dem größten Käsewettbewerb der Welt, setzte sich ein Gruyère AOP Spezial aus der Bergkäserei Vorderfultigen gegen 5.244 Konkurrenten durch. Der Wettbewerb fand vom 13. bis 15. November 2025 erstmals in der Schweiz statt – in der neuen Festhalle BernExpo in Bern.
Bemerkenswert: Vier der 14 Finalisten stammten aus der Schweiz. Neben dem Siegerkäse belegte der Gantrisch Bergkäse aus derselben Käserei den vierten Platz. Auch ein Appenzeller Edel-Würzig schaffte es unter die besten Käse der Welt.
| Platz | Käse | Herkunft | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Le Gruyère AOP Spezial | Schweiz (Vorderfultigen) | Best of Best |
| – | Crémeux des Aldudes aux fleurs | Frankreich | 84 |
| – | Appenzeller Edel-Würzig | Schweiz | 83 |
| 4 | Gantrisch Bergkäse | Schweiz (Vorderfultigen) | 81 |
Schweizer Käse in Zahlen 2024/2025
Die Schweizer Käseindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 204.326 Tonnen Käse produziert – das entspricht 45 Prozent der gesamten Schweizer Milchproduktion.
• Produktion 2024: 204.326 Tonnen
• Export 2024: 79.268 Tonnen (zweitbestes Jahr)
• Exportwert: 762 Millionen Schweizer Franken
• Käsereien: 657 (davon 500 gewerblich)
• Kuhhalter: 23.131 mit 542.927 Kühen
• Käser: 4.919 plus 450 Auszubildende
Der wichtigste Handelspartner für Schweizer Käse ist Europa: Über 80 Prozent der Exporte gehen in die Nachbarländer, allen voran Deutschland. Der durchschnittliche Exportpreis lag 2024 bei 9,44 Schweizer Franken pro Kilogramm.
Die beliebtesten Schweizer Käsesorten
Die Schweiz produziert über 700 verschiedene Käsesorten. Einige davon haben den Status einer geschützten Ursprungsbezeichnung (AOP – Appellation d’Origine Protégée) und dürfen nur in bestimmten Regionen nach traditionellen Verfahren hergestellt werden.
Le Gruyère AOP – Der Weltmeister
Der Gruyère AOP ist der meistproduzierte Käse der Schweiz. 2024 wurden 30.311 Tonnen hergestellt. Der Hartkäse aus dem Kanton Freiburg wurde bereits 1115 urkundlich erwähnt und ist damit einer der ältesten dokumentierten Käse Europas. Mit einer Reifezeit von bis zu 20 Monaten entwickelt er seinen charakteristischen fruchtig-kräftigen Geschmack. Ein „Gruyère Premier Cru“ wurde bereits fünfmal zum besten Käse der Welt gekürt – Weltrekord.
Emmentaler AOP – Der König der Käse
Der Emmentaler AOP mit seinen charakteristischen großen Löchern ist der wohl bekannteste Schweizer Käse weltweit. Die Produktion betrug 2024 noch 12.395 Tonnen – ein Rückgang gegenüber den Vorjahren. Die Löcher entstehen durch Propionsäurebakterien während der Reifung. Der Name stammt vom Emmental im Kanton Bern, wo der Käse seit dem 13. Jahrhundert hergestellt wird.
Appenzeller – Der Würzigste
Der Appenzeller gilt als würzigster Käse der Schweiz. Sein Geheimnis: eine Kräutersulz aus Kräutern, Blättern, Blüten, Samen und Rinden, deren Rezeptur seit über 700 Jahren gehütet wird. 42 Dorfkäsereien produzieren jährlich rund 8.700 Tonnen. Etwa 53 Prozent werden exportiert, davon gehen 78 Prozent nach Deutschland.
Tête de Moine AOP – Der Mönchskopf
Der Tête de Moine AOP (französisch für „Mönchskopf“) ist ein Halbhartkäse aus dem Schweizer Jura. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1192 zurück, als Mönche im Kloster Bellelay den Käse als Zahlungsmittel verwendeten. Die Besonderheit: Der Käse wird nicht geschnitten, sondern mit einer „Girolle“ zu hauchfeinen Rosetten geschabt. Diese Erfindung von Nicolas Crevoisier aus dem Jahr 1981 revolutionierte den Absatz – seitdem werden mehr Tête de Moine exportiert als in der Schweiz verkauft.
Sbrinz AOP – Der Älteste
Der Sbrinz AOP ist eine der ältesten Käsesorten Europas. Bereits im 11. Jahrhundert wurde er erwähnt. Der Hartkäse aus der Zentralschweiz wird traditionell in kleine Keile („Möcklis“) gebrochen. Im 16. und 17. Jahrhundert transportierten Maultiere den Sbrinz über die Alpenpässe nach Italien – er gilt als Vorgänger des Parmesans.
| Käsesorte | Typ | Erste Erwähnung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Le Gruyère AOP | Hartkäse | 1115 | 5x Weltmeister |
| Emmentaler AOP | Hartkäse | ~1200 | Charakteristische Löcher |
| Sbrinz AOP | Hartkäse | 11. Jh. | Vorgänger des Parmesans |
| Tête de Moine AOP | Halbhartkäse | 1192 | Wird zu Rosetten geschabt |
| Appenzeller | Halbhartkäse | Mittelalter | Geheime Kräutersulz |
| Raclette | Halbhartkäse | Mittelalter | Wird geschmolzen serviert |
Geschichte des Schweizer Käses
Die Käseherstellung in der Schweiz hat eine jahrtausendealte Tradition. Bereits um das Jahr 1000 wird erwähnt, dass Glarner Bauern Schabziger als Zehnten an das Kloster Säckingen lieferten. Die Schweizer Alpen und der Jura waren seit dem Mittelalter Zentren der Käseproduktion.
Während der kleinen Eiszeit ging der Getreideanbau in höheren Lagen stark zurück – Käse wurde zeitweise zum Hauptnahrungsmittel der Bergbauern. Ab dem 15. Jahrhundert stieg der Käseexport und spielte eine wichtige Rolle in den Beziehungen zwischen der Innerschweiz und Zürich.
Der seit 2002 geltende Branchenkodex der Schweizer Käsehersteller verbietet den Einsatz künstlicher Zusatzstoffe. Die Branche verzichtet freiwillig auf Farbstoffe und antibiotisch wirkende Konservierungsmittel – obwohl deren Einsatz in der EU und der Schweiz legal wäre.
Export und aktuelle Herausforderungen
Der Schweizer Käseexport steht vor Herausforderungen. Zwar wurden 2024 mit 79.268 Tonnen das zweitbeste Exportergebnis erzielt, doch die USA – ein wichtiger Absatzmarkt insbesondere für Gruyère – haben unter Präsident Donald Trump im August 2025 Strafzölle von 39 Prozent auf Schweizer Produkte eingeführt.
In den ersten fünf Monaten 2025 entwickelten sich die beiden größten AOP-Sortenkäse unterschiedlich: Der Gruyère verlor im Export 8,1 Prozent, während der Emmentaler leicht zulegen konnte (+1,9 Prozent). Besonders der US-Markt bereitete Probleme: Im Februar 2025 wurden nur noch 234 Tonnen Gruyère in die USA exportiert – im Vorjahresmonat waren es noch 394 Tonnen.
Erstmals seit 2023 importiert die Schweiz mehr Käse als sie exportiert. Ein Großteil der importierten Ware fließt in Hotels, Restaurants und Kantinen, die auf günstige Preise achten. Eine einzelne Käserei im deutschen Allgäu produziert jährlich über 40.000 Tonnen Emmentaler – viermal mehr als alle Schweizer Käsereien zusammen.
So feiern Sie den Tag des Schweizer Käses
Der 2. Januar bietet die perfekte Gelegenheit, Schweizer Käsespezialitäten zu genießen. Hier einige Ideen:
• Fondue: Der Klassiker mit Gruyère und Vacherin Fribourgeois
• Raclette: Geschmolzener Käse mit Kartoffeln und Cornichons
• Tête de Moine: Mit der Girolle zu Rosetten schaben
• Weinbegleitung: Trockene Weißweine oder leichte Rotweine
Häufig gestellte Fragen zum Tag des Schweizer Käses
Fazit: Schweizer Käse – Tradition trifft Weltklasse
Der Tag des Schweizer Käses am 2. Januar würdigt eine kulinarische Tradition, die seit fast 1.000 Jahren besteht. Mit dem Weltmeistertitel bei den World Cheese Awards 2025 hat die Schweiz einmal mehr bewiesen, dass ihre Käsekunst zur absoluten Weltspitze gehört. Über 700 Sorten, strenge Qualitätsstandards und ein vollständiger Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe machen Schweizer Käse zu einem Premium-Produkt, das seinen Preis wert ist.
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Redaktion Rathausnachrichten | Kulinarik & Lifestyle
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