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Mehrwertsteuer Gastronomie 2026: 7 Prozent ab Januar

by Rathaus Nachrichten
7. Februar 2026
in Gesellschaft
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Mehrwertsteuer Gastronomie 2026: 7 Prozent ab Januar
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📖 Lesezeit: 10 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 18.12.2025

Mehrwertsteuer Gastronomie – am 18. Dezember 2025 blickt die gesamte Branche gespannt nach Berlin: Morgen entscheidet der Bundesrat ĂŒber die dauerhafte Senkung auf 7 Prozent. Der Bundestag hat das SteuerĂ€nderungsgesetz 2025 bereits am 4. Dezember beschlossen. FĂŒr Restaurants, CafĂ©s und WirtshĂ€user könnte damit ab 1. Januar 2026 eine neue Ära beginnen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was bedeutet die neue Mehrwertsteuer fĂŒr die Gastronomie?
  2. Wer profitiert von der Mehrwertsteuersenkung?
  3. Wie kam es zur Entscheidung der Mehrwertsteuer Gastronomie?
  4. Droht die Mehrwertsteuersenkung noch zu scheitern?
  5. Warum braucht die Branche die niedrigere Mehrwertsteuer Gastronomie?
  6. Werden die Preise fĂŒr GĂ€ste sinken?
  7. Was mĂŒssen Gastronomen jetzt vorbereiten?
  8. Gibt es Kritik an der Mehrwertsteuer-Senkung?
  9. Welche Auswirkungen hat die Regelung auf die InnenstÀdte?
  10. Was kostet die Steuersenkung den Staat?
  11. Wann kommt die endgĂŒltige Entscheidung?
  12. HĂ€ufig gestellte Fragen zur Mehrwertsteuer Gastronomie
  13. Fazit: Mehrwertsteuer Gastronomie vor historischer Wende

Was bedeutet die neue Mehrwertsteuer fĂŒr die Gastronomie?

Mehrwertsteuer Gastronomie 2026 heißt: Alle Speisen – ob vor Ort verzehrt, mitgenommen oder geliefert – werden einheitlich mit 7 Prozent besteuert. Bisher galt der ermĂ€ĂŸigte Satz nur fĂŒr Takeaway und Lieferungen, wĂ€hrend der Verzehr im Restaurant mit 19 Prozent belastet wurde. Diese Ungleichbehandlung endet nun.

Kategorie Bis 31.12.2025 Ab 01.01.2026
Speisen vor Ort 19 % 7 %
Speisen zum Mitnehmen 7 % 7 %
Speisen Lieferung 7 % 7 %
GetrÀnke (alle Arten) 19 % 19 %
Milch/MilchmischgetrĂ€nke (außer Haus) 7 % 7 %
Leitungswasser (außer Haus) 7 % 7 %

Wer profitiert von der Mehrwertsteuersenkung?

Die Regelung betrifft alle Betriebe, die Speisen zubereiten und verkaufen. Dazu gehören klassische Restaurants und GasthÀuser, Cafés mit Speiseangebot, BÀckereien und Konditoreien mit Verzehrmöglichkeit, Metzgereien mit Imbiss-Bereich, Catering-Unternehmen sowie Kantinen in Schulen, KrankenhÀusern und Betrieben.

Keine Entlastung erfahren reine GetrĂ€nke-Betriebe. Bars, Clubs und Kneipen, deren HauptgeschĂ€ft der Ausschank alkoholischer oder nichtalkoholischer GetrĂ€nke ist, bleiben bei 19 Prozent. Der DEHOGA Bundesverband hatte sich auch fĂŒr eine Senkung bei GetrĂ€nken eingesetzt – ohne Erfolg.

Wie kam es zur Entscheidung der Mehrwertsteuer Gastronomie?

Die Geschichte der Gastronomie-Mehrwertsteuer ist bewegt. Im Juli 2020 senkte die Bundesregierung den Satz als Corona-Hilfe erstmals auf 7 Prozent. Die Maßnahme wurde mehrfach verlĂ€ngert, lief aber am 31. Dezember 2023 aus. Seit Januar 2024 zahlen GĂ€ste wieder 19 Prozent auf ihre Restaurant-Rechnung.

Datum Ereignis
01.07.2020 Senkung auf 7 % (Corona-Hilfe)
31.12.2023 Auslaufen der befristeten Regelung
01.01.2024 RĂŒckkehr zu 19 %
April 2025 Koalitionsvertrag Union/SPD mit 7%-Zusage
10.09.2025 Kabinettsbeschluss SteuerÀnderungsgesetz 2025
04.12.2025 Bundestag beschließt das Gesetz
19.12.2025 Bundesrat-Abstimmung (steht aus)
01.01.2026 Geplantes Inkrafttreten

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD vom FrĂŒhjahr 2025 heißt es: „Die Umsatzsteuer fĂŒr Speisen in der Gastronomie wird zum 01.01.2026 dauerhaft auf sieben Prozent reduziert.“

Droht die Mehrwertsteuersenkung noch zu scheitern?

Die letzte HĂŒrde ist der Bundesrat. Die BundeslĂ€nder fordern eine Kompensation fĂŒr SteuerausfĂ€lle von rund 11,2 Milliarden Euro bis 2030. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil lehnt das ab.

Finanzminister Klingbeil: „Es wird keine Kompensation des Bundes geben. Wenn einige unionsgefĂŒhrte LĂ€nder das nicht wollen, gefĂ€hrden sie die Mehrwertsteuersenkung fĂŒr die Gastronomie.“

Branchenexperten rechnen dennoch mit einer Zustimmung. Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) kĂŒndigte an, dass das Vorhaben kommen werde. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) argumentiert: „Wer nicht will, dass InnenstĂ€dte veröden ohne Gastronomie, der muss am Ende zustimmen.“

Warum braucht die Branche die niedrigere Mehrwertsteuer Gastronomie?

Die wirtschaftliche Lage des Gastgewerbes ist angespannt. Die Branche hat sechs aufeinanderfolgende Verlustjahre hinter sich. 43 Prozent der Betriebe erwarten auch 2025 Verluste. Die Personalkosten sind im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum ersten Quartal 2022 um 34,4 Prozent gestiegen.

Hinzu kommen die Mindestlohn-Erhöhungen: Ab Januar 2026 steigt er auf 13,90 Euro (plus 8,4 Prozent), ein Jahr spĂ€ter auf 14,60 Euro (plus 5 Prozent). DEHOGA-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Ingrid Hartges betont: „Die sieben Prozent sind fĂŒr die gastronomischen Betriebe die wichtigste Maßnahme fĂŒr die Existenz- und Zukunftssicherung.“

Werden die Preise fĂŒr GĂ€ste sinken?

Eine automatische Preissenkung um 12 Prozentpunkte wird es nicht geben. Die Branche steht unter Kostendruck. Laut Bundesregierung haben Restaurantbetreiber selbst in der Hand, ob und in welcher Höhe sie die Umsatzsteuersenkung an ihre GÀste weitergeben.

DEHOGA-Chefin Hartges: „Wo SpielrĂ€ume bestehen, werden unsere Gastronomen diese nutzen – fĂŒr Investitionen in ihre Betriebe, in Mitarbeiter sowie auch fĂŒr preisattraktive Angebote, um verlorene GĂ€ste zurĂŒckzugewinnen.“ Die gestiegenen Kosten fĂŒr Energie, Lebensmittel und Personal lassen jedoch wenig Spielraum fĂŒr große Preissenkungen.

Was mĂŒssen Gastronomen jetzt vorbereiten?

Falls der Bundesrat zustimmt, sollten Betriebe folgende Schritte einleiten:

Checkliste fĂŒr Gastronomen zum 1. Januar 2026
‱ Kassensystem auf 7 % fĂŒr Speisen umstellen
‱ Preisstrategie festlegen (Preise senken, stabil halten oder teilweise weitergeben)
‱ MenĂŒpreise und Kombiangebote (Speisen/GetrĂ€nke) neu kalkulieren
‱ Speisekarten anpassen oder neu drucken
‱ VertrĂ€ge fĂŒr Events 2026 mit Steueranpassungsklausel versehen
‱ Buchhaltung und Steuerberater informieren
‱ Zwei-Szenarien-Planung bis zur Bundesrats-Entscheidung

Bei VertrĂ€gen fĂŒr Veranstaltungen im Jahr 2026, die noch 2025 abgeschlossen werden, sollte klar festgehalten werden, dass sich der Endpreis an den dann gĂŒltigen Steuersatz anpasst. Fehlt dieser Hinweis, können Auftraggeber nachtrĂ€gliche Preisreduzierungen verlangen.

Gibt es Kritik an der Mehrwertsteuer-Senkung?

Die Entscheidung ist nicht unumstritten. DGB-Chefin Yasmin Fahimi kritisierte die Senkung als „reines Steuergeschenk ohne wirtschaftlichen Effekt“. Die Entlastung werde nicht bei den Verbrauchern ankommen. Sie schlug stattdessen vor, die Mehrwertsteuer auf Medikamente zu senken.

Auch die GrĂŒnen und Teile der Linken stimmten im Bundestag gegen das SteuerĂ€nderungsgesetz 2025. Die AfD lehnte das Gesamtpaket ebenfalls ab, fordert aber grundsĂ€tzlich niedrigere Steuern.

Welche Auswirkungen hat die Regelung auf die InnenstÀdte?

Restaurants, Cafés und WirtshÀuser sind soziale Treffpunkte. Sie beleben InnenstÀdte und Ortskerne. Ohne gastronomische Angebote veröden viele Zentren. Wie der Fall Eterna zeigt, kÀmpfen viele traditionelle Branchen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

DEHOGA-Chefin Hartges betont: „Restaurants, CafĂ©s und WirtshĂ€user haben eine hohe Bedeutung fĂŒr die Gesellschaft, sie sind die öffentlichen Wohnzimmer fĂŒr viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Diese sozialen Treffpunkte mĂŒssen erhalten bleiben.“

Was kostet die Steuersenkung den Staat?

Die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer Gastronomie verursacht erhebliche SteuerausfĂ€lle. Bis 2030 rechnen die BundeslĂ€nder mit Mindereinnahmen von insgesamt 11,2 Milliarden Euro. JĂ€hrlich kostet die Maßnahme den Staat etwa 3,4 Milliarden Euro.

Diese Kosten teilen sich Bund, LĂ€nder und Gemeinden. Der Streit um die Kompensation der LĂ€nder hat das Gesetzgebungsverfahren bis zuletzt belastet.

Wann kommt die endgĂŒltige Entscheidung?

Der Bundesrat tagt am 19. Dezember 2025. Dann fĂ€llt die finale Entscheidung. Stimmen die LĂ€nder zu, tritt die neue Regelung am 1. Januar 2026 in Kraft. Bei Ablehnung könnten die LĂ€nder den Vermittlungsausschuss anrufen – eine Verzögerung wĂ€re die Folge.

Viele Experten gehen davon aus, dass die LĂ€nder letztendlich zustimmen werden. Zu groß wĂ€re der politische Schaden, wenn eine im Koalitionsvertrag verankerte Maßnahme scheitert. Gesunde ErnĂ€hrung und ein vielfĂ€ltiges gastronomisches Angebot gehören schließlich zur LebensqualitĂ€t.

💡 Tipp fĂŒr Gastronomen: Planen Sie beide Szenarien – 7 % und 19 %. Sichern Sie ausreichend LiquiditĂ€t und klĂ€ren Sie mit Ihrem Kassensystem-Anbieter einen schnellen Update-Termin.

HĂ€ufig gestellte Fragen zur Mehrwertsteuer Gastronomie

Wann tritt die 7-Prozent-Mehrwertsteuer fĂŒr die Gastronomie in Kraft?

Wenn der Bundesrat am 19. Dezember 2025 zustimmt, gilt der ermĂ€ĂŸigte Steuersatz von 7 Prozent auf Speisen ab dem 1. Januar 2026. Der Bundestag hat das SteuerĂ€nderungsgesetz 2025 bereits am 4. Dezember beschlossen.

Gilt die Senkung auch fĂŒr GetrĂ€nke in Restaurants?

Nein, GetrĂ€nke bleiben bei 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dies gilt fĂŒr alkoholische und nichtalkoholische GetrĂ€nke gleichermaßen. Einzige Ausnahme: Milch, MilchmischgetrĂ€nke mit ĂŒber 75 Prozent Milchanteil und Leitungswasser außer Haus unterliegen dem ermĂ€ĂŸigten Satz.

Werden die Restaurant-Preise jetzt gĂŒnstiger?

Eine automatische Preissenkung ist nicht zu erwarten. Gastronomen entscheiden selbst, ob sie die Steuerentlastung an GĂ€ste weitergeben, in den Betrieb investieren oder zur Verbesserung ihrer Marge nutzen. Angesichts gestiegener Kosten fĂŒr Personal, Energie und Lebensmittel sind große Preissenkungen unwahrscheinlich.

Welche Betriebe profitieren von der neuen Mehrwertsteuer-Regelung?

Alle Betriebe, die Speisen zubereiten und verkaufen: Restaurants, Cafés, BÀckereien mit SitzplÀtzen, Metzgereien mit Imbiss, Caterer und Kantinen. Reine GetrÀnke-Betriebe wie Bars und Clubs profitieren nicht, da GetrÀnke weiterhin mit 19 Prozent besteuert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Speisen vor Ort und zum Mitnehmen?

Ab 2026 gibt es keinen Unterschied mehr – beide werden mit 7 Prozent besteuert. Bisher galt der ermĂ€ĂŸigte Satz nur fĂŒr Takeaway und Lieferungen (7 %), wĂ€hrend der Verzehr vor Ort mit 19 Prozent belastet wurde. Diese Ungleichbehandlung endet nun.

Kann der Bundesrat die Senkung noch verhindern?

Theoretisch ja. Die BundeslĂ€nder fordern Kompensation fĂŒr SteuerausfĂ€lle von 11,2 Milliarden Euro bis 2030. Bundesfinanzminister Klingbeil lehnt dies ab. Experten rechnen dennoch mit Zustimmung, da ein Scheitern der im Koalitionsvertrag verankerten Maßnahme politisch schwer vermittelbar wĂ€re.

Was mĂŒssen Gastronomen jetzt tun?

Bis zur Bundesrats-Entscheidung sollten Betriebe zwei Szenarien planen. Bei Zustimmung: Kassensystem umstellen, Preisstrategie festlegen, MenĂŒs neu kalkulieren und VertrĂ€ge fĂŒr 2026 mit Steueranpassungsklausel versehen. Ein Update-Termin mit dem Kassensystem-Anbieter sollte geklĂ€rt werden.

Fazit: Mehrwertsteuer Gastronomie vor historischer Wende

Die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer Gastronomie auf 7 Prozent steht kurz vor dem Abschluss. Am 19. Dezember 2025 entscheidet der Bundesrat. Die Branche hofft auf Entlastung nach schwierigen Jahren.Klar ist: Die Vereinheitlichung der SteuersĂ€tze fĂŒr Speisen – egal ob vor Ort, mitgenommen oder geliefert – beendet eine langjĂ€hrige Ungleichbehandlung.

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Redaktion Rathausnachrichten | Wirtschaft & Verbraucher

Die Redaktion berichtet ĂŒber aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen, politische Entscheidungen und deren Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen in Deutschland.

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Comments 1

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